Express Online: Filmkritik | 9.10.2003

Buddies

Michael Bays Bad Boys 2 verzichtet auf Handlung und investiert in Geschwindigkeit

[Filmszene]Durchatmen konnte man vor dem Kino. Wenn das Licht ausgeht, lädt Regisseur Michael Bay zur rasanten Fahrt durch den Drogendschungel Floridas, Kurztrip nach Kuba inklusive. An "Bad Boys 2" überrascht eigentlich wenig. Die Story ist dünn. Zwei Cops, Mike Lowrey und Marcus Burnett, die für ihre unkonventionelle, sprich haudegenartige Arbeitsweise bekannt sind, heften sich an die Fersen eines ebenso korrupten wie brutalen Drogenbarons. Der räumt in seiner Szene auf, um Konkurrenten loszuwerden, Lowrey und Burnett müssen sich ihren launigen Chef vom Hals halten, und außerdem kriselt es in der Männerfreundschaft. Umso fataler, dass gerade jetzt Burnetts Schwester Syd in der Stadt auftaucht.

Die Handlung von "Bad Boys 2" erfüllt nur einen Zweck. Sie soll das Tempo der Inszenierung aufrechterhalten sowie die beiden Hauptfiguren und ihre Darsteller, Will Smith und Martin Lawrence in Szene setzen. Das Genre der Buddy-Komödie ist dabei gut gewählt. Sie lässt den beiden Mimen Freiräume für Situationskomik und doppelt den Konflikt zwischen Gut und Böse, Polizeigewalt und Verbrechertum, in der Männerfreundschaft der handelnden Figuren. Buddy-Filme brauchen keine Handlung, das ist aus den zahlreichen Klamotten mit Terence Hill und Bud Spencer bestens bekannt. Sie brauchen raumgreifende Schauspieler, und Will Smith im Team mit Martin Lawrence hat längst das Format dazu.

Was an "Bad Boys 2" wirklich verwundert ist, wie es Bay gelingt in diesem überlangen Film das Tempo zu halten. Die üblichen Verfolgungsjagden übertreffen die hochgelobten Szenen von "Matrix Reloaded" bei weitem. Die Spannungsdramaturgie und das große Finale lassen immer noch genug Raum für Überraschungen, die den Zuschauer die Länge des Films vergessen machen.

Dies ist das eigentliche Phänomen der Blockbuster, die nicht zufällig meistens aus dem Stall Jerry Bruckheimer kommen. Sie sind perfekt auf den Zuschauergeschmack ausgerichtet. Die Mischung aus Witz, Action und Format stimmt. Die allerneusten Effekte werden aufgegriffen und in solchen Mengen dargeboten, dass es den Kopf schwindelt. Dazu bleiben die Vorlagen den klassischen Geschichten Hollywoods verpflichtet. Sie werden nur etwas um aktuelle gesellschaftliche Themen, seien es Drogen, Rassismus oder ähnliches, erweitert. Die Geschichte ist dabei nebensächlich. Gute Blockbuster entstehen in der Effektschmiede und am Schneidetisch. "Bad Boys 2" hat zumindest noch den Vorzug der unterhaltsamen Schauspieler.

Tobias Ebbrecht

 Express Online-Leser/innen:

Süsser
am 24.11.2003 um 16:54 Uhr:
BAD BOYS 2 isch eine vo dä
geilschte Film, wo ich je gseh han!

Süsser
am 24.11.2003 um 16:54 Uhr:
BAD BOYS 2 isch eine vo dä
geilschte Film, wo ich je gseh han!

Martin Schneider   [ www.t-online@Evil.de ]
am 15.11.2003 um 10:47 Uhr:
Ich habe den Film Bad Boys 2,noch nie gesehen aber das ist mir egal!!!!!!!!!!!!!!

babsi   [ babsi.mausi@gmx.at ]
am 27.10.2003 um 19:21 Uhr:
Also, ich hab den Film gestern gsehn, und ich fand ihn geil. Sehr witzig ist, wie der eine voll auf XTC seine Brust mit der von der Buddastatue vergleicht. Ich bin 19, und daher wahrscheinlich eine Zielgruppe, aber meiner meinung nach ist der Film G E N I A L ! Bussi

Express Online
am 9.10.2003 um 00:01 Uhr:
Bisher keine Meinungen von Express Online-Leser/innen

 Ihre Meinung:
Name:

Email-Adresse:

Meine Meinung:


[ Zurück zum Kinoprogramm ]

Copyright © 2003 by Marbuch Verlag GmbH