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er Behauptung, Hitler sei erst 1958 tatsächlich ums Leben gekommen, mag man mit Kopfschütteln entgegnen. Doch Comics und ihre Adaptionen schreiben bekannter Weise ihre eigene Geschichte: Anno 1944 steckt der Diktator in der Krise und bedient sich des Okkultismus', um auf Teufel komm raus als Sieger aus dem 2. Weltkrieg hervorzugehen. Was dabei heraus kommt, als deswegen nachts ein Portal zu den Mächten des Bösen geöffnet wird, ist ein kleines rotes Äffchen. Ein Äffchen? Na ja, so richtig wissen das Professor "Broom" Buttenholm (John Hurt) und die Soldaten, die um ihn herum stehen, auch nicht. Nur gut, dass sich das Wesen mit Schokoriegeln ködern lässt.
Etliche Jahre später ist das kleine Etwas zu einem Zigarre rauchenden Kraftprotz (Ron Perlman) herangewachsen, der im Untergrund für das "Bureau of Paranormal Research" (ein Sonderkommando der Regierung) arbeitet. Zwar rastet er schon mal aus, aber das steht überhaupt nicht im Verhältnis zum grünen Hulk. Selbst wenn Hellboys Hautfarbe dies sogar suggeriert. Was beiden wie vielen Comic-Helden jedoch gemein ist: Sie sind Außenseiter.
Wie Spiderman kämpft Hellboy für das Gute und stellt sich seinem Gegner. In diesem Fall ist das hauptsächlich der größenwahnsinnige Magier Grigori Rasputin (Karel Roden), der Sammael, den Dämon der Wiedergeburt, zum Leben erweckt. In einer brachialen Keilerei gelingt es Hellboy zwar, Sammael zu besiegen, doch wenn das glibberige Monster erstmal stirbt, kehrt es in doppelter Form zurück...
Anders als bei den beiden jüngsten Spiderman-Teilen steht die Action im Vordergrund. Das Sound-Design kracht lautstark aus den Boxen, wenn Hellboy die Höllenbrut verfolgt oder im Kampf gegen den Widersacher eine U-Bahn-Station zertrümmert. Dazu hat Marco Beltrami mit dem "Skywalker Symphony Orchestra" einen kongenialen Score mit wunderschönem Thema und gigantischen Streicherarrangements eingespielt.
Lediglich in der Mitte nimmt sich Guillermo Del Toro, der das Drehbuch schrieb, Regie führte und sich von "Hellboy"-Schöpfer Mike Mignola beraten ließ, ausgiebig Zeit für seine Figuren. Schließlich ist der rote Höllen-Held in seinem Kern längst zum Menschen geworden, der sein Herz an Liz (Selma Blair) verloren hat. Da ist es schon ein bisschen amüsant, wenn Hellboy eifersüchtig wird, als sie mit dem FBI-Agenten John Myers (Rupert Evans) ausgeht und er dem Nebenbuhler heimlich einen Stein gegen die Stirn schleudert. Am Ende gilt es allerdings zu entscheiden, ob die abgefeilten Hörner auf der eigenen Stirn wachsen sollen oder nicht.
Express Online-Leser/innen: Express Onlineam 16.9.2004 um 00:01 Uhr: |
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