Montag, 20. Mai 2019
Editorial | 26. April 2018

Im Aufbruch

Symbol der Vorsicht und der schlaflosen Wachsamkeit

"Aufbruch der Zivilgesellschaft", so lautet der Titel einer neuen Serie, die der Marburger Express mit dieser Ausgabe startet. Die Redaktion will damit Initiativen von Bürgern portraitieren, die sich in vielfältiger Form für die Stadt einsetzen und sie verändern wollen. Sie sind so bunt wie die Stadt: Für eine Verkehrswende, gegen Windkraft, für Flüchtlinge, gegen Homophobie, für ein neues Wohnen, gegen die Einrichtung eines Großbordells, um nur einige Bei­spiele zu nennen. Manche bestehen schon viele Jahre und haben sich längst etabliert, andere kämpfen noch.

Normalerweise brauchen sie einen langen Atem – ebenso wie die Kraniche, die in unserem Serien-Logo über das Marburger Schloss ziehen. Die Zugvögel mit ihren lauten Rufen gelten als Symbol der Vorsicht und der schlaflosen Wach­sam­keit – auch das passt zu vielen Bürgerinitiativen.

Für Politiker und Verwaltungen sind sie oft nervende Verhinderungsallianzen. Aber auch darin liegt eine Chance, sagt die Marburger Politikprofessorin Ursula Birsl. Auf Seite 6 unserer Print-Ausgabe erklärt sie, warum Marburg so ein gutes Terrain für Bürger­initiativen ist, warum die Interessen von armen Menschen dabei leicht über­sehen werden und welche Schattenseiten das zivilgesellschaftliche Engagement hat.

Gesa Coordes

Tipp des Tages

Max Goldt

Foto: Axel
Martens
"Dass Max Goldts Werk sehr komisch ist, weiß ja nun jeder gute Mensch zwischen Passau und Flensburg. Dass es aber, liest man genau, zum am feinsten Gearbeiteten gehört, was unsere Literatur zu bieten hat, dass es wahre Wunder an Eleganz und Poesie enthält und dass sich hinter seinen trügerischen Gedanken­fluchten die genaueste Komposition und eine blendend helle moralische Intelligenz verbergen, entgeht noch immer vielen, die nur aufs Lachen und auf Pointen aus sind. Max Goldt gehört gelesen, gerühmt und ausgezeichnet." (Daniel Kehlmann). Ersteres tut der Meister persönlich am
Mo 20.5. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
Tipp der Woche

Axel Hacke

Foto: Thomas
Dashuber
Hacke liest – aber was liest er denn? Man weiß es nicht. Jede Hacke-Lesung ist ein bisschen anders als alle anderen: eine kleine Wundertüte. Klar ist, dass er aus seinem neuesten und sehr aktuellen Buch liest. Aber dann? Einige seiner legendären Kolumnen aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung? Ein, zwei Kapitel über Oberst von Huhn und seine irr-poetische Speisekarten-Sammlung aus der ganzen Welt? Oder eine kleine Hitparade der schönsten Missverständnisse aus der Wumbaba-Trilogie? Sicher ist am Ende nur jener Rat, den der Nord­deut­sche Rundfunk dem Publikum gibt: "Wenn er eine öffentliche Lesung macht, pflegen sich seine Zuhörer mit Taschentüchern auszustatten, weil sie wissen, dass die Lachtränen laufen werden."
Do 23.5. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
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