Festival der französischen Kultur, vom 16. bis zum 28. Juni.
Kann man nur in Paris flanieren – oder geht das auch in Marburg? Die Antwort darauf gibt es bei der diesjährigen Ausgabe von „Le Festival“. Vom 16. bis zum 28. Juni soll sich Marburg bei dem Festival in Marburg Lust dazu machen, die Vielfalt der französischen Sprache und der frankophonen Musik und Kultur zu entdecken.
Das Programm hat reicht vom französischen Sprachcafé über den Bal-Folk-Abend mit Tanzworkshop, Karaoke à la française bis zum gemütlichen Picknick auf dem Richtsberg, der immerhin Marburgs grünster Stadtteil ist.
Das Festival wird von der 2023 gegründeten Deutsch-Französischen Initiative Marburg dieses Jahr bereits zum dritten Mal veranstaltet. Das Ziel ist, die Lebendigkeit der französischen Sprache und Kultur mitten in Hessen zu feiern. Nach dem Wunsch der Initiative soll das Projekt den interkulturellen Dialog fördern und eine Plattform für lebendigen Austausch schaffen.
So bietet die dritte Edition von „Le Festival“ eine facettenreiche zweiwöchige Entdeckungsreise, die ein breites Publikum jeden Alters ansprechen soll. Die Veranstaltungen finden dabei an ganz unterschiedlichen Orten im gesamten Stadtgebiet statt, sowohl in geschlossenen Räumen als auch unter freiem Himmel. Neben den bekannten Bühnen des KFZ, des Café Trauma und des Theaters neben dem Turm wird das Festival auch in der Marburger Oberstadt sowie an eher ungewöhnlichen Orten wie dem Café Vetter, dem Marburger Gartencenter oder auf dem Gelände des Bewohnernetzwerks für Soziale Fragen (BSF) präsent sein.
Festivalprogramm
„Retour à Reims“
Filmvorführung am Dienstag, dem 16. Juni um 18.30 Uhr im Café Trauma im G-Werk
Das Programm startet mit der Filmvorstellung von „Retour à Reims“, einem poetisch-politischen Blick auf Klassengesellschaft und Wandel in Frankreich: Jean-Gabriel Périots Dokumentarfilm von 2015 basiert auf Dieter Eribons gleichnamigem Buch und thematisiert die schmerzhafte Rückkehr eines schwulen Intellektuellen in das Arbeiterklassen-Milieu, aus dem er stammt. Der Film ist ein gedanklicher Spaziergang durch Erinnerung, Verlust und Identität. Gezeigt werden Momentaufnahmen, die das Spannungsfeld zwischen Tradition und Wandel sichtbar machen. Alltagsbilder – eine Straßenszene, eine Fabrikruine, eine Familie am Küchentisch – werden zu Dokumenten einer vergänglichen Arbeiterkultur.
Französisches Sprachcafé
Am Dienstag, dem 16. Juni um 20 Uhr im Café Trauma im G-Werk
Im direkten Anschluss an die Vorführung von „Retour à Reims“ lädt das Sprachenzentrum der Philipps-Universität in die Baari Bar ein, um bei einem Sprachcafé den Film in entspannter Atmosphäre Revue passieren zu lassen und sich über das Gesehene in geselliger Runde auf Französisch auszutauschen.
„Geht flanieren nur in Paris oder ginge es auch in Marburg?”
Spaziergang am Freitag, dem 19./26. Juni um jeweils 16 Uhr, Treffpunkt Brunnen am Marktplatz
Der frankophon angehauchte Spaziergang des Künstlers Konstantinos-Antonios Goutos führt durch die sommerliche Oberstadt. Goutos ist griechischer Herkunft, nicht frankophon und in vielen europäischen Städten verwurzelt. Er erzählt auf Deutsch vom Flanieren und interagiert dabei spielerisch mit der Internationalität dieser einstigen Pariser Gewohnheit und soziokulturellen Praxis.
Französische Klaviermusik aus drei Jahrhunderten
Klavierabend mit Martin Engel am Sonntag, dem 21. Juni um 19:30 Uhr im Café Vetter
Ein musikalisches Highlight setzt am Sonntag Martin Engel, der die erste Festivalwoche mit einem klassischen Klavierkonzert im Café Vetter abrundet. Er spielt Stücke von drei Meistern der französischen Cembalo- und Klaviermusik: Louis Couperin, Claude Debussy und César Franck.
Karaoke à la française
Am Montag, dem 22. Juni um 20 Uhr im TNT
Die zweite Festivalwoche beginnt schwungvoll, wenn das Theater neben dem Turm zum französischen Karaokeabend in die Baari Bar des Café Trauma einlädt. Gemeinsam werdenden französische Klassiker angestimmt, ganz egal ob jedes Wort getroffen oder nur die Melodie mitgesummt wird.
„Alors on danse“
Am Mittwoch, dem 24. Juni um 19 Uhr im KFZ
Die beliebte Mittwochstanzparty im KFZ nimmt mit DJ Sanne an den Decks eine französische Ausfahrt und garantiert ausgelassene Stimmung mit Musik für alle Generationen – und kühlem Cidre.
„Kaufleute, Freibeuter und Piraten – Die Hugenotten auf den Weltmeeren“
Lesung mit Gesang & Akkordeon am Donnerstag, dem 26. Juni um 19 Uhr im Marburger Gartencenter
Am Freitag erwartet die Besucherinnen und Besucher nach dem nachmittäglichen Stadtspaziergang durch die Oberstadt ein literarischer Exkurs im Marburger Gartencenter: Der Hugenotten- und Waldenserpfad e.V. organisiert dort die Lesung „Kaufleute, Freibeuter und Piraten – Die Hugenotten auf den Weltmeeren”.
Die Chansonsängerin Eva Balkenol und der Akkordeonspieler
„Le jeu de l’amour et du hasard“
Komödie nach Pierre de Marivaux am Samstag, dem 27. Juni um 18:30 Uhr im Institut für Romanistik, Renthof 6
„Das Spiel von Liebe und Zufall“ ist der deutsche Titel: Wird die Liebe durch Wesensverwandtschaft gesteuert, oder ist sie ein Produkt des Zufalls? Dieser Frage gehen Studierende des Instituts für Romanistik in der Verwechslungskomödie des französischen Dramatikers Pierre de Marivaux nach.
Pique-Nique
Am Sonntag, dem 28. Juni um 13 Uhr auf dem Gelände des BFS, Damaschkeweg 96
Am Abschlusstag des Festivals lädt die Deutsch-Französischen Initiative Marburg zu einem Mitbring-Picknick auf dem Gelände des Bewohnernetzwerks für Soziale Fragen (BSF) am Richtsberg ein.
Bal Folk: La Mézanj
Bretonische Tanzmusik am Sonntag, dem 28. Juni um 20 Uhr im KFZ
La Mézanj schöpft Inspiration aus dem Repertoire der Haute-Bretagne. Zu den Klängen der Geige von Coline Genet und des Violoncellos von Clémence Lenoël mischt sich die Stimme von Kevin Le Pennec. Dieses eingespielte Trio, das verschiedene Einflüsse miteinander verbindet, entwickelt ein feines, nuancenreiches Spiel, ohne dabei den Tänzen, die ihm am Herzen liegen, die zentrale Rolle in seiner Musik zu nehmen.
Das Organisations-Team
Hinter „Le Festival“ steht ein Netzwerk aus verschiedenen Marburger Institutionen und Privatpersonen, die durch die gemeinsame Liebe zur französischsprachigen Welt zusammengefunden haben. Die Deutsch-Französische Initiative Marburg vereint Akteure wie die Deutsch-Französische Gesellschaft, das Kulturzentrum KFZ, das Café Trauma, das Theater neben dem Turm sowie das Sprachenzentrum und das Institut für Romanische Philologie der Philipps-Universität.
Auch der Hugenotten- und Waldenserpfad Verein sowie einige ehrenamtliche Mitglieder bringen ihr Engagement ein. Die Initiative wächst stetig weiter, so sind auch für die aktuelle Festival-Ausgabe im Jahr 2026 wieder neue Mitglieder zum Team gestoßen. Weitere Interessierte sind zudem jederzeit herzlich willkommen, sich der Gruppe anzuschließen und die zukünftige Gestaltung des Festivals mitzuprägen.
„Le Festival“ ist auf Langfristigkeit angelegt: In den kommenden Jahren soll die Initiative durch neue Programmpunkte und zusätzliche Mitglieder stetig wachsen. Interessierte, die die kulturelle Landschaft Marburgs aktiv mitgestalten und die frankophone Idee weitertragen möchten, sind herzlich dazu eingeladen, sich der Initiativgruppe anzuschließen.
pe/kro

