Ausflugstipps für Marburg und Umgebung.
Sommerzeit ist Ausflugszeit. Wer zuhause Urlaub macht, statt in den Ferien in die Ferne zu enteilen und schöne Naherholungsziele sucht, wird in Marburg und Umgebung mehr als fündig. Wir haben hier eine kleine Auswahl an Routen, Attraktionen und Ausflugszielen zusammengestellt.
Christenbergtour
Ein Highlight in der Region ist die Christenbergtour. Die 2004 als Wanderweg des Jahres ausgezeichnete Route, verbindet zwei bedeutende kulturelle Kleinode des westlichen Burgwalds miteinander: Die Überreste der keltisch-fränkischen Burganlage auf dem Christenberg und die aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg Mellnau.
In märchenhaften Waldlandschaften führt der Weg durch stille Moos- und Moortäler zu spektakulären Aussichtspunkten. Vorbei an Silberborn und Spiegelteich erreicht man den 388 m hohen Bergsporn des Christenbergs. Während dieser eine Aussicht über das Wetschaftstal bis hin zum Sieger- und Sauerland bietet, ist von der Burg Mellnau aus ein Blick bis hin zum Marburger Landgrafenschloss Marburg möglich.
Der sagenumwobene Christenberg inspirierte einst den Heimatmaler Otto Ubbelohde zur Illustrierung Grimmscher Märchen. Die romanische Kirche mitten im Wald diente dem Maler als Vorbild für Aschenputtel, während das Küsterhaus als Hexenhäuschen im Märchen Hänsel und Gretel Berühmtheit erlangte.
Infos: www.marburg-tourismus.de/wandern

Romantik im Lahntal
Bleiben wir bei Künstler Otto Ubbelohde: In seinem einstigen Wohnhaus können Besucherinnen und Besucher in die Welt des Romantikers und Malers eintauchen. Im Haus, das seinerzeit auch als Atelier gedient hat und heute zum Museum umfunktioniert ist, zahlreiche Werke Ubbelohdes ausgestellt: träumerische Landschaften, Märchenbilder, Skizzen sowie Portraits. Der Künstler ist vor allem für die Illustrationen zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm bekannt, für die er sich von Motiven aus der Marburger Umgebung hat inspirieren lassen.
Im Garten, der jederzeit zugänglich ist, können Besucherinnen und Besucher die Pflanzenpracht bestaunen, die Ubbelohde oft als Modell für Zeichnungen gedient hat.
Wer sich nach dem Museums- und Gartenbesuch etwas die Füße vertreten will, kann den ca. 1,5 Kilometer langen Rundweg bestreiten – sowohl alleine, als auch mit einer Führung. Sechzehn Stationen veranschaulichen den Lebensweg des Künstlers und vermitteln Wissen über die Geschichte des Dorfes Goßfelden.
Das Otto Ubbelohde-Haus in Lahntal-Goßfelden ist sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.
Infos: www.otto-ubbelohde.de

Amanaburch-Tour
Wen es bei herrlichem Sommerwetter nach draußen lockt, kann in die Wälder und Wiesen rund um die Amöneburg aufbrechen. Auf den 10 Kilometern des Rundwanderwegs „Amanaburchtour“ ballen sich zahlreiche abwechslungsreiche Erlebnispunkte.
Gewandert wird durch ein Ziegengehege, wo man auch Esel treffen kann, zu der aus dem Mittelalter stammenden Stiftskirche und durch die historische Altstadt. Der Weg beginnt mitten im Naturschutzgebiet und bietet aufgrund der abwechslungsreichen Flora und Fauna einen großen Artenreichtum. Zahlreiche Infotafeln informieren über Tiere, die man antreffen kann, wie auch über die Geologie der Vulkanstadt Amöneburg. Auf dem sogenannten „Schlangenpfad“ lassen sich Reste der alten Stadtmauer und Siedlungsspuren aus dem 6. Jahrtausend vor Christus finden. Eine überdachte Wanderhütte mit Blick auf die Amöneburg, sowie ein Rastplatz am „Rabenkopf“ bieten Möglichkeiten zur Erholung. Auf dem Weg liegt auch das Industriedenkmal Brücker Mühle mit dem Mühlencafé (freitags und samstags 12-18 Uhr, sonntags 12-17 Uhr geöffnet) und einem Wasserkraftwerk, das besichtigt werden kann.
Infos: www.marburg-tourismus.de/wandern

Marburger Hexenroute
Wer in Marburg bleiben möchte, kann auf der „Hexenroute“ viel über die die Zeit der der Hexenverfolgung erfahren. Die Zeitreise beginnt in der Wettergasse beim einstigen Wohnort der Marburgerin Catharina Staudinger, die im Jahr 1656 als Hexe verurteilt und verbrannt wurde. Sie war eine von über hundert Opfern, denen in Marburg zwischen 1513 und 1712 der Prozess gemacht wurde. Allein schon eine unerklärliche Verletzung, ein Unfall oder schlechtes Wetter konnten ausreichen, damit sich Nachbarn gegenseitig des Hexenwerks beschuldigten. Unter Folter gestanden fast alle Beschuldigten, als Hexe mit dem Teufel im Bunde zu sein, um den Schmerzen zu entkommen.
Vom Landgrafenschloss und dem Hexenturm führt die insgesamt 3,3 km lange Route bis nach Weidenhausen zur Richtstätte am Rabenstein. Ein Audioguide begleitet die Stationen der Route und vermittelt Hintergrundwissen über die Hexenverfolgung in Marburg und Europa allgemein.
Audioguide & weitere Infos: www.marburg.de/hexenroute

Marburger Ausblicke
Traumhafte Aussichten lassen sich – ebenfalls in direkt Marburg – auf dem Stadtwanderweg „ Marburger Ausblicke“ bewundern. Die knapp 10 Kilometer lange Strecke führt zu vielen beeindruckenden Panoramablicken auf die historische Universitätsstadt.
Los geht’s am Wanderportal im Gisonenweg. Die Route führt durch den Schlosspark, vorbei am Schloss und der Elisabethkirche. Kondition ist danach gefragt, wenn es vorbei am „Michelchen“ einen steilen Anstieg hinauf durch einen schönen Buchenwald zum Aussichtspunkt „Augustenruhe“ geht. Kurprinzessin Auguste soll diesen Ort 1814 besucht haben. Daran erinnert ein Obelisk, eine Schutzhütte bietet auch bei schlechtem Wetter Unterstand.
Wer einen Panoramablick erster Güte auf Marburg und das Landgrafenschloss haben will sollten unbedingt den 400 Meter langen Abstecher zur Kirchspitze machen.
Der Weg führt außerdem am Behring-Mausoleum und der historische Wanderhütte Anna-Blick vorbei.
Der Premium-Stadtwanderweg „Marburger Ausblicke“ wurde von der Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH (MSLT) als Beitrag zum Marburger Stadtjubiläum „Marburg800“ neu konzipiert.
Infos: www.marburg-tourismus.de/wandern

Höfe-Radeln
Die idyllische Radtour „Höfe-Radeln“ führt über typisch mittelhessische Bauernhöfe, Landgasthöfe, ehemalige Mühlen und Hof-Cafés und macht damit regionale Landwirtschaft erfahrbar. Über die App „Lauschtour“, die die Route begleitet, können die Radelnden von Biolandwirten und Café-Besitzern selbst mehr über frühgeschichtliche Landwirtschaft und den Alltag auf einem Hof erfahren. Die App erleichtert außerdem die Navigation durch die malerischen Landschaften. An den Höfen, Weiden und Teichen lassen sich eine Vielzahl an Tierarten beobachten. Auf dem Weg liegen insbesondere die „Martinsweiher“ bei Niederwalgern: An einer großen transeuropäischen Vogelwanderlinie gelegen, fungieren die Teiche als Rastplätze für unterschiedlichste Zugvögel, auch Wasserbüffel sind hier zu entdecken.
Das Schloss Friedelhausen sowie das gerade in den Dauerbetrieb gegangene archäologische Freilichtmuseum Zeiteninsel bieten weitere Abwechslung und Anreize für einen kurzen Zwischenstopp.
Die Tour ist rund 30 Kilometer lang und startet und endet am Bahnhof Niederweimar.
Infos: www.marburg-tourismus.de/hoefe-radeln

Haus der Romantik
Hinter der reich verzierten, türkisfarbenen Eingangstür oberhalb des Marburger Marktplatzes verbirgt sich mit dem Haus der Romantik ein einzigartiger Kulturort, der die Seele der romantischen Epoche des 19. Jahrhunderts in der malerischen Kulisse Marburgs zum Leben erweckt.
In den liebevoll gestalteten Räumen wird an die großen Romantikerinnen und Romantiker erinntert: Von den Märchen der Brüder Grimm, die in Marburg studierten, bis hin zur Philosophie des deutschen Idealismus.
Der „Rote Salon“ im Erdgeschoss stellt nach, wie ein Treffen der Romantiker um 1800 in Marburg wohl ausgesehen hat, samt Porzellan-Büsten, in Goldrahmen präsentierten Portraits und filigranem Holztisch.
Bis 11. Oktober ist die Sonderausstellung „Sehnsucht – Landschaftsbilder und Stillleben von Ulrich Harder“ im Haus der Romantik zu sehen. Harders Landschaftsmotive und Stillleben fangen die Poesie und die Stille der Natur auf eine sensible Weise ein, die den Geist der Romantik in zeitgenössischer Malerei lebendig werden lässt.
Das Haus der Romantik ist dienstags bis freitags von 14-17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11- 13 und 14-17 Uhr geöffnet.
Infos: romantikmuseum-marburg.de
kro/roe

