André Schlipp soll laut Amöneburger Magistrat abgewählt werden.
Abwahl des Amöneburger Bürgermeisters geplantDer Bürgermeister von Amöneburg, André Schlipp (parteilos), soll abgewählt werden. Das kündigte der Amöneburger Magistrat auf der Homepage der Stadt an. Der Grund: Die Finanzen der katholischen Stadt auf dem Basaltkegel sind so desolat, dass wichtige Projekte und notwendige Investitionen nicht mehr vorangebracht werden können. Und zumindest für den fehlenden Haushalt machen die vier im Stadtparlament vertretenen Parteien – CDU, FWG, SPD und Grüne – offenbar den seit 2023 amtierenden Bürgermeister Schlipp verantwortlich. Dennoch betont der Erste Stadtrat Markus Dörr (CDU), der aktuell die Amtsgeschäfte im Rathaus führt: „Diese Entscheidung ist keinem der Beteiligten leicht gefallen. Sie dürfen mir glauben, dass ich auch aufgrund freundschaftlicher Beziehungen zum Bürgermeister manch schlaflose Nacht hinter mir habe.“
Amöneburg befindet sich bereits seit dem 1. Januar 2025 in der sogenannten „vorläufigen Haushaltsführung“. Das bedeutet, dass nur Pflichtausgaben – zum Beispiel Gehälter der städtischen Mitarbeiter und das Bürgergeld – sowie Ausgaben, die sich aus geschlossenen Verträgen ergeben, getätigt werden dürfen. Freiwillige oder neue Vorhaben müssen warten, bis ein neuer Haushalt beschlossen ist. Das trifft seit diesem Jahr auch Bad Endbach, Rauschenberg, Wetter und Wohratal. In Amöneburg gibt es allerdings schon seit zwei Jahren keinen genehmigungsfähigen Haushalt. Und mit Bürgermeister Schlipp sehen die Gremien „keine ausreichende Perspektive, wie und in welchem Zeitraum die Stadt wieder zu einer dauerhaften und gesetzmäßigen Haushaltsführung zurückkehren kann.“ Zudem bestünden Zweifel, dass dies unter der derzeitigen Amtsführung ohne erhebliche und dauerhafte Unterstützung von außen erreicht werden könne.
Nach intensiver Beratung sowie „vertrauensvollen Gesprächen mit Bürgermeister André Schlipp“ verständigten sich die städtischen Gremien darauf, einen Abwahlantrag im Stadtparlament zu stellen. Ausdrücklich dankten sie Schlipp für die geleistete Arbeit, die im zeitlichen Umfang weit über das normale Maß hinausgegangen sei. Mit dem Abwahlantrag gehe es vor allem um die Wiederherstellung der finanziellen Handlungsfähigkeit Amöneburgs.
Die Stadt hat durchaus Erfahrung mit der Abwahl von Bürgermeistern. Bereits 2005 wurde der damalige Bürgermeister Anders Arendt (parteilos) in einem Bürgerentscheid mit mehr als 73 Prozent der Stimmen abgewählt.
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