Am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, dem 13. September, öffnen viele historische Orte ihre Türen.
Mühlen, Schlösser, Gärten, historische Gebäude und ein Karzer: Zum Tag des offenen Denkmals am 13. September öffnen auch im Kreis Marburg-Biedenkopf zahlreiche historische Stätten ihre Türen. Es gibt Führungen, Workshops, Vorträge und besondere Einblicke in die Geschichte. Zu sehen sind auch Orte, die zum Teil nur ausnahmsweise öffentlich zugänglich sind. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist fast immer frei.
Zu entdecken sind ein ehemaliger Burgmannsitz, eine Wasserburg, die Landsynagoge Roth und die Hugenotten- und Waldensercolonie Todenhausen. Besonders umfangreich ist das Programm in der Stadt Marburg. Dort lockt etwa das Landgrafenschloss mit Schlossturm und Brunnen. In der Alten Universität öffnet der historische Studentenkarzer, ein Relikt der akademischen Gerichtsbarkeit. Die Wände sind über und über mit Bemalungen mit Bemalungen früherer Insassen verziert.
Vom Dach bis zum Keller können Gäste das im 16. Jahrhundert erbaute Marburger Rathaus erkunden. Im Mittelpunkt der Führungen stehen der mittelalterliche Ratssaal mit seinen Renaissancefresken, das Lochgefängnis, der Treppenturm mit der Rathausuhr und die eindrucksvolle Mechanik des Uhrwerks. Ein paar der unzähligen Geschichten über die 500 Jahre dürfen nicht fehlen: Was hat es mit dem Fechtboden auf sich? Was hatten die Marburger Studenten mit dem Rathaus zu tun? Wer waren die prominentesten Gäste? Und wohin ist das alte Ratssilber verschwunden?
Um die wechselvolle Geschichte der ältesten Marburger Mühle geht es bei den Führungen, die der Eigentümer anbietet. Die Elisabethmühle (Wehrdaer Weg 1) überließ Landgräfin Sophie von Braband schon 1250 dem Deutschen Orden. Nach einem Brand im Jahr 1530 wurde die Mühle neu errichtet und 1809 der Familie Lotz in Erbleihe überlassen. Daher trug das Bauwerk auch den Namen „Lotzenmühle“. Seit 1978 produzieren die Turbinen aus dem Jahr 1896 Strom.
Bei einem etwa zweistündigen Rundgang entlang der Marburger Stadtmauern lassen sich mittelalterliche Reste wie Türme und Tore entdecken. Viele Abschnitte der rund 2,5 Kilometer langen Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert liegen verborgen und werden normalerweise kaum wahrgenommen.
Programm in Marburg
| Botanischer Garten | 10 und 14 Uhr, Führung mit Andreas Ruppel und Bärbel Kaufmann. Treffpunkt: Holzbrücke. |
| Studentenkarzer | Führungen um 11, 13, 14 und 15 Uhr. Treffpunkt: Eingang Alte Universität. Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich, telefonisch unter 06421/9250-176 (Mo-Fr) oder per E-Mail: karzer-marburg@gmx.de. |
| Landgrafenschloss | 11 Uhr, Aquarell-Workshop mit Randi Grundke. 13 bis 16.30 Uhr Führungen mit Einblicken in den Schlossturm, die Grabungszone oder die Brunnenkammer im Halbstundentakt. Anmeldung unter www.marburg-tourismus.de. 17 bis 18.30 Uhr Tanzperformance im Fürstensaal. |
| Elisabethmühle | Wehrdaer Weg 1, Vortrag und Führung mit Wilhelm Lotz um 11 und um 13.30 Uhr. Dazu ein Informationsstand des Fischereivereins, Vorführungen des Kanusportvereins und ein historisches Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr. |
| Rathaus | Nach der Eröffnung durch Oberbürgermeister Thomas Spies (12 Uhr) gibt es eine Führung mit Stadtführer Wolfgang Urban. |
| Katholische Pfarrkirche St. Michael und St. Elisabeth in Schröck | Ab 13.30 Uhr Führungen durch die Kirche. |
| Marburger Stadtmauern | 15 Uhr, Führung mit Stadtführer Ulrich Andersch, Dauer etwa zwei Stunden. |
| Alte Synagoge und Marburger Mittelalter | 16 Uhr, Führung mit Daniela Vogt (Deutsche Stiftung Denkmalschutz). Treffpunkt: Mainzer Gasse am Obermarkt. |
Programm im Landkreis
| Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf | Führungen um 11.30 und um 15 Uhr. Freier Eintritt in der Zeit von 10 bis 18 Uhr. |
| Schenkbarsches Haus in Biedenkopf | Der ehemalige Burgmannsitz der Ritter Döring, der mit dem Landesdenkmalschutzpreis ausgezeichnet wurde, beherbergt auch ein Ikonenmuseum. Das unter Schultheiß Heinrich Schenkbar umgebaute Haus (bei der Kirche 9) kann um 11, 13, 15 und 17 Uhr im Rahmen von Führungen besichtigt werden. |
| Familiensitz Balbach in Biedenkopf | Das Fachwerkgebäude mit dem Eishaus der ehemaligen Brauerei Balbach kann von 11 bis 15 Uhr am Schloss 2 besichtigt werden. |
| Landsynagoge Roth | Der Gedenk- und Lernort bietet in der Zeit von 11 bis 17 Uhr Führungen mit VR-Brille, eine fotografische Rückschau sowie Erläuterungen zum jüdischen Neujahrsfest, das an diesem Tag gefeiert wird. |
| Ehemalige Vogtei in Fronhausen | Hausherr Gunthram Schenk zu Schweinsberg führt um 10 und um 14 Uhr durch die Fronhäuser Vogtei. Sie umfasst eine Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert, ein Herrenhaus, einen Kavaliersbau und einen nach Entwürfen von Heinrich Siesmayer angelegten Gutspark. Treffpunkt: Gießener Straße 8. |
| Magdalenen-Kapelle in Amöneburg | Die auch Lindau-Kapelle genannte Stätte ist bei Führungen um 13 Uhr (mit Reinhard Forst) und um 15 Uhr (mit Paul Lang) zu besichtigen. |
| Hugenotten- und Waldensercolonie Todenhausen | Rund um das Museum, das sich den französischen Glaubensflüchtlingen widmit findet ein Markt statt. Außerdem gibt es einen Gottesdienst, Führungen, Wanderungen und Musik. |
gec/red

