Nordstadtverbindung ist wegen Sanierung für vier Tage dicht.

Derzeit wird der Jägertunnel in der Marburger Nordstadt saniert. Für vier Tage – bis zum 25. September – ist die wichtige Fußgänger- und Radlerverbindung damit dicht. Für die Marburger CDU und die FDP ist dies ein erneuter Grund für eine Grundsatzkritik an Baudezernent Michael Kopatz (Klimaliste). „Wer immer mehr Baustellen gleichzeitig eröffnet und damit weite Teile der Stadt belastet, muss sich fragen lassen, ob die Prioritäten noch stimmen“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Jens Seipp.

Allerdings dauern die Arbeiten im Jägertunnel nur bis zum 25. September. In dieser Zeit soll die Fahrradspur eine neue Asphaltdecke erhalten. Auch auf dem Gehweg werden Risse und Schlaglöcher ausgebessert. Dabei bekommen die Wege einen hellgrauen Anstrich, um den Jägertunnel freundlicher zu gestalten. Der Bordstein wird weiß markiert, um die Trennung zwischen Rad- und Gehweg optisch hervorzuheben. „Es geht um das Aufrechterhalten der Verkehrssicherheit und ganz wesentlich um die Verbesserung des subjektiven Sicherheitsempfindens“, erläutert Kopatz. Gerne hätte die Stadtverwaltung die Arbeiten in die Herbstferien verlegt. Allerdings seien zwei Firmen zu koordinieren gewesen – die Straßenbauer und die Markierer, die anschließend die Beschichtung aufbringen: „Das war mit beiden in den Ferien leider nicht zu machen.“

Auch aus finanzieller Sicht sei es ratsam gewesen, die Arbeiten jetzt anzugehen, berichtet Kopatz. Weil die Nordstadtbrücke neu gebaut werden muss, übernimmt das Land Hessen derzeit zwei Drittel der Kosten für die Ertüchtigung der Umleitungsstrecke. Leider gehören das für Radler schwierig zu befahrene Kopfsteinpflaster und die tiefe Rinne am Ausgang des Tunnels nicht zu den Arbeiten. Hessen mobil habe die Kosten dafür nicht übernehmen wollen, berichtet der Stadtrat. Dagegen wirft Christoph Ditschler von der FDP dem Dezernenten vor: „Wir brauchen eine nachvollziehbare Reihenfolge und eine bessere Koordination. Dr. Kopatz scheint überfordert und verzettelt sich.“

Auch die SPD hatte zunächst über eine Verschiebung der Bauarbeiten nachgedacht, weil der Tunnel seit dem Abriss der Nordstadtbrücke eine zentrale Verbindung für Fußgänger und Radler ist, die vom Waldtal oder vom nördlichen Ortenberg in Richtung Stadt wollen. Eine Alternative ist der 800 Meter entfernte Ortenbergsteg, der am Hauptbahnhof über die Gleise führt. Immerhin: Dessen Aufzug funktioniert derzeit wieder. Sonst wären für Rollifahrer, Radler und Eltern mit Kinderwagen ein weite Umwege bis über die Rudolf-Bultmann-Straße nötig.

gec

Bild mit freundlicher Genehmigung von Georg Kronenberg | Marbuch Verlag GmbH