Schauspiel des Hessischen Landestheater Marburg am Mittwoch, de, 25. Februar um 19:30 Uhr im Großen Tasch.
Das 1808 in Weimar uraufgeführte Stück rekonstruiert eine Tatnacht, in der ein Mensch einen Krug zerbrochen hat. Angeklagter, Klägerin und Richter verlieren sich in immer abstruseren Verwicklungen und beschuldigen wild herum. Und die einzige wahre Zeugin beschließt zu schweigen. In Huisum erscheint der Gerichtsrat Walter mit dem Auftrag, die Justiz auf dem „flachen Land“ zu prüfen. Der Dorfrichter Adam jedoch ist verletzt und hat zudem seine Perücke verloren.
In diesem Verfahren und in diesem Dorf hat jeder der Beteiligten seine eigenen Begehrlichkeiten. Die Mutter, Marthe Rull, beschuldigt den Verlobten, Ruprecht. Brigitte, eine Nachbarin, wiederum beschuldigt den Teufel und Schreiber Licht, erhellt um weitere Widersprüchlichkeiten die Geschichte: um die verschwundene Perücke. Und der Richter Adam lässt obenauf ein Multiversum an möglichen Vergangenheiten entstehen.
Dieser Gerichtsverhandlung beizusitzen ist eine wahre Lust, eine diebische Freude am ausgelassenen Argumentieren und den übertriebenen Ausreden und Beschuldigungen.
kro

