Kranzniederlegung und Mahnung gegen das Wiedererstarken rechtsnationalistischen Gedankenguts.

Seit vielen Jahren gehört das Gedenken an die begangenen Morde von Mechterstädt zur Aufarbeitungskultur in Marburg. Studenten und Mitglieder eines militärischen Freikorps der Universität Marburg erschossen am 25. März 1920 in der Nähe von Mechterstädt 15 gefangengenommene Arbeiter aus der Gemeinde Thal. Für die Getöteten gibt es auf dem Friedhof in Thal eine Gedenkstätte. Dort findet jedes Jahr auf Einladung des dortigen Bürgermeisters eine Gedenkveranstaltung für die ermordeten Arbeiter statt.

Auch in diesem Jahr hat Stadtrat Henning Köster-Sollwedel den Magistrat der Stadt Marburg vertreten und einen Kranz niedergelegt. Begleitet wurde er von Bettina Heiland, Michael Heiny und Harald Maier-Metz von der Marburger Geschichtswerkstatt. Die Geschichtswerkstatt hat Pionierarbeit in der Erforschung des Massakers geleistet.

Köster-Sollwedel legte auch für die Phillips-Universität einen Kranz nieder. Ebenfalls legten die Geschichtswerkstatt, die Stadt Ruhla, die Linke Wartburgkreis und die SPD Erbstromtal einen Kranz nieder. Stefan Hartung, Bürgermeister der Stadt Ruhla, Stadtrat Köster-Sollwedel, Michael Heiny von der Geschichtswerkstatt und Stadtverordneter Professor Hans-Jörg Lessig betonten gemeinsam, dass es wichtiger denn je sei, sich an die verbrecherischen Taten und Traditionen rechtsnationalistischen Gedankenguts zu erinnern, da rechtes Gedankengut wieder erstarke.

kro

Bild mit freundlicher Genehmigung von Helmut Herbert