Sonderausstellung „Werkstatt Radehausen“ im Kunstmuseum Marburg.
Mit der neuen Sonderausstellung „Werkstatt Radehausen“ präsentiert das Kunstmuseum der Philipps-Universität in einer großen Retrospektive den Dialog der Künstlergemeinschaft Werkstatt Radehausen vom 31. Juli bis 18. Oktober.
Was einst als lockere Runde in einer Marburger Kneipe begann, entwickelte sich zu einer der prägendsten Künstlergemeinschaften der Region: die Werkstatt Radehausen. Seit Mitte der 1990er-Jahre verbindet die Mitglieder Lies Kruschwitz, Antonia Mösko, Burgi Scheiblechner, Klaus Schlosser, Hans Schohl, Margarete Trümner, Gerda Waha und seit 2012 Ursula Eske nicht nur ihr künstlerisches Schaffen, sondern auch der lebendige Austausch und die gemeinsame Auseinandersetzung mit Kultur und Öffentlichkeit. Über lange Jahre gehörten auch die bereits verstorbenen Manfred Drechsel (gestorben 2009) und Liesel Haber (gestorben 2025) zur Gruppe.
25 Jahre lang war das Rittergut Radenhausen mit seinen Atelierräumen und der Druckwerkstatt das kreative Zuhause der Gruppe. Das Rittergut liegt am Fuße der Amöneburg. Hier entstanden jährlich Ausstellungen, die – oft verbunden mit einem Sommerfest – zu den Höhepunkten des kulturellen Lebens im Landkreis Marburg-Biedenkopf zählten. Die Dialogfähigkeit und das Engagement der Künstlergruppe wurden 2006 mit dem Otto-Ubbelohde-Preis gewürdigt.
Nun blickt das Kunstmuseum Marburg in einer umfassenden Retrospektive auf die persönliche Entwicklung der Künstlerinnen und Künstler sowie auf die gemeinsame Arbeit der letzten Jahrzehnte zurück. Dass der Dialog trotz aller Unterschiede möglich ist, zeigt sich auch in den Werken. Die Beschäftigung mit einer Thematik kann stilistisch und technisch verschieden verarbeitet werden. Bildhauerei, Malerei, Grafik und Installation – Holz trifft auf Stahl, Farbe auf Film, Statik auf Dynamik. So beschreibt der Direktor des Kunstmuseums Dr. Christoph Otterbeck die Ausstellung mit folgenden Worten: „Ihre sehr unterschiedlichen, jeweils charakteristischen und eigenständigen Werke ergeben zusammen den Spiegel einer Generation, in dem eine sich verändernde Gesellschaft sichtbar wird.“ Wie die Künstlerinnen und Künstler sind die Werke miteinander in einem stetigen Gespräch und bieten dies auch den Besuchenden an.
Die Ausstellung ist vom 31. Juli bis 18. Oktober zu sehen. Trotz der Auflösung der Ateliers in Radenhausen 2025 bleibt die Gruppe aktiv: Parallel zur Museumsschau werden aktuelle Arbeiten im Kunstverein Marburg präsentiert.
Eröffnung: 30. Juli, 18 Uhr.
Themenführung: 15. August, um 15 Uhr
Kunstpause: 26. August, um 12.30 Uhr mit Burgi Scheiblechner
Workshop: 6. September, um 9.30 Uhr mit Klaus Schlosser und Gerda Waha
Bilder-Dialog: 24. September, um 18 Uhr mit Künstlerinnen und Künstlern der Werkstatt Radehausen.
Parallel präsentiert der Kunstverein Marburg nur wenige Meter entfernt vom Kunstmuseum bis zum 27. August aktuelle Arbeiten der Künstlergruppe. Beide Präsentationen sind ein Beweis, dass der kreative Dialog auch nach der Auflösung der Ateliers auf dem Rittergut Radenhausen 2025 weitergeht.
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