Der 4. Marburger Jazzsommer findet vom 17. bis 20. September statt.
Vier Tage, fünf Spielorte und ein Programm voller frischer Ideen: Vom 17. bis 20. September wird Marburg beim vierten Jazzsommer zum Treffpunkt für junge Talente, internationale Ensembles und Marburgs Jazzszene.
In der Cavete, im Café Trauma, im Kunstverein, im KFZ, im Café Vetter und in der Lutherischen Pfarrkirche zeigt das Festival, wie offen, lebendig und überraschend Jazz heute sein kann. So bringt die Formation Endgegner nicht weniger als Videospiel-Soundtracks auf die Jazzbühne. Das Ensemble Knobil Jazz mit Punk, französischem Chanson und Popästhetik. Und die ukrainische Band DZ’OB lässt klassische Instrumente auf Techno, IDM und Dubstep treffen.
Im Programm sind selbstverständlich auch heimische Musikgrößen wie DASS schwingt mit Stefan Koch und Co. sowie das Deja-Simons-Quartett, dass mit Ulla Keller zusammen auf der Bühne steht. Veranstalter ist die Jazzinitiative Marburg in Kooperation mit dem Marburger Fachdienst Kultur sowie dem Café Trauma und dem KFZ.
Programmübersicht
Do 17.9. 20 Uhr, Cavete: Nino Wenger
Ein Jahr New York: laut, wild, intensiv – ein Rausch zwischen pulsierendem Großstadtgewirr, einem Gefühl von Zuhause und ekstatischen Konzerterfahrungen bis in die frühen Morgenstunden. Der Schweizer Saxophonist Nino Wenger hat diese Eindrücke in zehn Kompositionen auf „First Light“ eingefangen . Ein Album voller Begegnungen, Orte und Momente, die sich eingebrannt haben. Gemeinsam mit Fabio Gouvêa an der Gitarre, Tabea Kind am Kontrabass und Paulo Almeida am Schlagzeug formt sich ein Bandsound, der tief im Jazz verwurzelt ist und mit rockiger Attitüde, Improvisationsfreude und offenen Antennen für das Unerwartete angereichert wird.
Do 17.9. gegen 22:30 Uhr, Cavete: Open-Stage-Jam-Session
Nach der Jazzsommer-Eröffnung mit Nino Wenger ist noch lange nicht Schluss. An drei Abenden des Festivals öffnet die Cavete ihre Bühne für die Open-Stage-Jam-Session. Hier treffen Musikerinnen und Musiker spontan aufeinander, spielen Standards, greifen Ideen auf und entwickeln sie gemeinsam weiter. Wer zuhören möchte, kann einfach bleiben und erleben, wie Jazz im Moment entsteht. Wer selbst mitspielen möchte, meldet sich vor Ort beim zuständigen Ansprechpartner.

Fr 18.9. 18 Uhr, Café Trauma: Renner
Posaune, Kontrabass und Schlagzeug: Renner setzt auf eine Besetzung, die im Jazz alles andere als alltäglich ist. Ohne Klavier oder Gitarre entstehen Freiräume, die Moritz Renner, Tabea Kind und Valentin Renner mit großer Spielfreude nutzen. Die Musik lebt vom direkten Zusammenspiel der drei Musiker. Packende Soli, präzise Rhythmen und stimmungsvolle Kompositionen verbinden sich mit einer Leichtigkeit, die immer wieder neue Wendungen zulässt. In diesem Jahr gewann junge Trio den Nachwuchspreis des Jazzfestivals Burghausen. In Marburg präsentiert die Band ihr Debütalbum „Never Ending Story“.
Fr 18.9. 19:30 Uhr, Café Trauma: Endgegner
Was passiert, wenn bekannte Klangwelten aus Videospielen auf eine echte Liveband treffen? Die Band Endgegner nimmt Melodien und Themen der Gaming-Kultur und setzt sie mit Jazz, Rock und viel Energie neu in Szene. Vertraute Sounds bekommen dabei einen ganz eigenen Charakter. Mal treibend und groovig, mal kraftvoll und fast orchestral, immer mit viel Spielfreude und Raum für Improvisation. So entsteht Musik zwischen Nostalgie und Überraschung, die Gamer ebenso abholt wie neugierige Konzertbesucher.
Fr 18.9. 21 Uhr, Café Trauma: E.N.D.E.
Vier Musiker auf der Bühne, aber ein Sound, der deutlich größer wirkt: E.N.D.E. verbindet Dub, Drum and Bass und Techno mit improvisierter Live Musik. Virtuoses Schlagzeug trifft auf druckvollen Bass, Posaune mit Effekten und ungewöhnliche Gitarren und Lapsteel Sounds. Musik, die sonst oft elektronisch produziert wird, entsteht hier unmittelbar mit echten Instrumenten. Dabei reagiert die Band auf die Stimmung im Raum und die Energie des Publikums. Mal wird es entspannt und dubbig, dann wieder wild, verzerrt und treibend.

Fr 18.9. 22:30 Uhr, Cavete: DASS schwingt
Mit DASS schwingt treffen vier Musiker der Marburger Jazzszene erstmals in genau dieser Besetzung aufeinander. Stefan Koch, Samuel Bos, Alexander Reuss und Daniel Schild kennen sich aus verschiedenen Projekten und bringen viel Erfahrung aus der lokalen Szene mit. In der Cavete widmet sich das Quartett Jazz-Standards aus der Swing und Bebop Ära. Dabei stehen bewusst Stücke im Mittelpunkt, die bei den regelmäßigen Jam Sessions eher selten gespielt werden. Nach dem Konzert geht es direkt weiter mit der Open-Stage-Jam-Session. Wer zuhören möchte, bleibt einfach da. Wer selbst mitspielen möchte, kann sich vor Ort melden.
Sa 19.9. 15 Uhr, Kunstverein: Nils Wogram
Mit „Muse“ zeigt Nils Wogram eine besonders feine und ungewöhnliche Seite seines musikalischen Schaffens. Posaune, Harfe, Saxophon, Bratsche und Obertongesang verbinden sich zu einem transparenten Klangbild, in dem jeder Ton Gewicht bekommt. Die Musik bewegt sich zwischen meditativer Ruhe, minimalistischen Strukturen und expressiven Jazzmomenten. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen den Instrumenten immer wieder.
Sa 19.9. 18 Uhr, KFZ: Rebecca-Trescher-Tentett
Das Rebecca-Trescher-Tentett gehört zu den ungewöhnlichsten Formationen der deutschen Jazzszene. Klarinetten, Saxophone, Flöten, Harfe, Cello und Vibraphon verschmelzen mit Klavier, Bass und Schlagzeug zu einem vielschichtigen Klangkörper. Treschers Kompositionen verbinden präzise ausgearbeitete Strukturen mit spontaner Improvisation. Sechsstimmige Choralsätze, kraftvolle Passagen und kammermusikalische Momente wechseln sich ab. Die Musik kann fein und schwebend klingen, im nächsten Moment aber auch eruptiv und rhythmisch drängend werden.

Sa 19.9. 19:30 Uhr, KFZ: Knobil
Knobil ist das Projekt der Lausanner Kontrabassistin, Sängerin und Komponistin Louise Knobil. Gemeinsam mit Chloé Marsigny und Vincent Andreae entwickelt sie einen Sound zwischen Jazz, Punk, französischem Chanson und glitzernder Popästhetik. Im Mittelpunkt stehen Stimme und Kontrabass, dazu kommen Bassklarinette, Effekte und Schlagzeug. Die Songs greifen persönliche Erlebnisse und Alltagsthemen auf, manchmal direkt, manchmal absurd, oft mit Humor. Es geht um Polyamorie, Schlaflosigkeit und sogar um Pesto-Rezepte.
Sa 19.9. 21 Uhr, KFZ: DZ`OB
DZ’OB kommt aus Dnipro in der Ukraine und verbindet Welten, die sonst selten auf derselben Bühne landen. Oboe, Fagott, Violine und Cello treffen auf Techno, IDM, Dubstep und Jazz. Dabei klingt die Band nicht wie Klassik mit aufgesetzten Beats. Die elektronische Energie entsteht aus dem Zusammenspiel der Musiker selbst. DZ’OB bewegt sich ganz selbstverständlich zwischen Konzertsaal, Jazzfestival und Club. Auch visuell geht die Band eigene Wege. Für ihre Konzerte entstehen Videos aus handgemalten Aquarellbildern, die später digital zusammengesetzt werden.
Sa 19.9. 22:30 Uhr, Cavete: Deja-Simons-Quartett featuring Ulla Keller
Das Deja-Simons-Quartett präsentiert mit Ulla Keller eine Sängerin, deren Stimme Sensibilität, Ausdruck und große Lebendigkeit verbindet. Gemeinsam mit Artur Deja an der Gitarre, Jan Simons am Klavier, Dirk Kunz am Bass und Michael Ehret am Schlagzeug entsteht ein vielseitiger Bandsound zwischen lyrischen Balladen, Latin, Swing, Blues und Contemporary Jazz. Anschließend geht es direkt weiter mit der Open-Stage-Jam-Session.

So 20.9. 10:30 Uhr, Café Vetter: Darius-Blair-Quartett
Das Quartett um den Frankfurter Saxophonisten Darius Blair spielt vorwiegend eigene Kompositionen, die dynamisch und geerdet, zugleich träumerisch und emotional klingen. Die vier Musiker verweben ihre Stimmen zu einem lyrischen Dialog, in dem Melodien Raum bekommen und sich im Zusammenspiel immer wieder neu entwickeln.
So 20.9. 20 Uhr, Lutherische Pfarrkirche: Rolling Longstones
Die Bluechurch-Jazzgottesdienste haben Tradition in der Pfarrkirche. Das nächste Konzert in der Reihe findet im Rahmen des Marburger Jazzsommers statt. Und da an diesem Tag auch der Weltkindertag ist, machen aktuelle und ehemalige Schülerinnen und Schüler der Alfred-Wegner-Schule in Kirchhain die Musik. Der Name ihrer Band ist Rolling Longstones, die „Rollenden Langensteiner“ spielen nicht nur Jazz sondern auch Blues und Soul. Anschließend ist bei Getränken noch Gelegenheit, über Jazz und Kinderrechte ins Gespräch zu kommen.
pe/kro

