Ensemble Nist-Nah am 5. Oktober im TNT.

Ein Wiedersehen der besonderen Art: Nach ihrem eindrucksvollen Auftritt bei der Premierenausgabe des Festivals „Juckpulver“ vor vier Jahren kehrt das Kollektiv Nist-Nah am Montag, den 5. Oktober, für ein Einzelkonzert zurück ins Theater neben dem Turm (TNT).

Gegründet 2019 unter der Leitung des in Frankreich lebenden australischen Schlagzeugers und Perkussionisten Will Guthrie, vereint das achtköpfige hybride Gamelan- und Perkussionsensemble Tradition und Gegenwart. Die Musik der Formation ist tief geprägt von südostasiatischer Gong-Musik und traditionellen indonesischen Gamelan-Formen. Im Fokus stehen der unmittelbare Klang, die energetische Wechselwirkung der Instrumente und ein ständiger künstlerischer Weiterentwicklungsprozess. Aufgebaut auf Guthries langjähriger Arbeit, kommen Gongs, Klangschalen und Glocken als harmonische wie melodische Elemente zum Einsatz, die sich mit vielschichtigen polyrhythmischen Strukturen verweben.

Die Kompositionen schöpfen aus Guthries Reisen nach Indonesien und schlagen einen weiten Bogen: von der erhabenen Zeitlosigkeit des höfischen javanischen Gamelan Sekatan über die mitreißende Repetition des Trance-Rituals Jathilan bis hin zu den schimmernden, akustischen Glitch-Klängen des balinesischen Komponisten Dewa Alit. Neben der indonesischen Musikkultur fließen Einflüsse von Trevor Watts, Michael Ranta, Mike Cooper sowie Roscoe Mitchells Perkussionswerken und Henry Threadgills Improvisationskunst in das Klangbild ein.

Mit acht Mitgliedern aus ganz unterschiedlichen Stilrichtungen bündelt Nist-Nah einen riesigen Erfahrungsschatz und holt regelmäßig hochkarätige Gäste ins Boot. Seit 2024 befindet sich die Gruppe in einer neuen Phase: Zusammen mit einer neuen Generation von Musikerinnen und Musikern aus Nantes präsentiert das Ensemble ein Programm mit komplett neuen Kompositionen.

Neben der Bühne engagieren sich die Ensemblemitglieder intensiv in der Musikvermittlung: In Workshops an Schulen, Universitäten, Gefängnissen, soziokulturellen Zentren und selbstverwalteten Projekten nutzen sie die faszinierenden Klänge des Gamelan, um Menschen unterschiedlichster Hintergründe zusammenzubringen.

pe/kro

Bild mit freundlicher Genehmigung von Georg Kronenberg