Mittwoch, 22. Januar 2020
Editorial | 23. Januar 2020

Entlarvende Interviews

Deckname Dennis – Mit den Recherchen seines Geheimagenten Denbnis ist der Boss in New York nicht so richtig zu frieden
Foto: Hessischer Dokumentarfilmtag

Ein amerikanischer Detektiv gibt sich als Reporter aus, reist durch Deutsch­land, um die Einheimischen zu interviewen und die deutsche Mentalität zu erkunden. Bei den Interviews kommen nicht wenige extreme – und rechts­extreme – Ansichten der Interviewten zum Vorschein. Oft ist da von Volk und Vaterland die Rede ...

Nein, das ist keine Momentaufnahme der aktuellen deutschen Befindlichkeiten. Das ist die Handlung der respektlosen, halbdokumentarischen Realsatire "Deckname Dennis" aus dem Jahr 1995. Gezeigt wird der Film im Rahmen der ersten hessischen Dokumentarfilmtage am Sonntag im Capitol.

Eine von zwei Veranstaltungen im Marburger Kino, bei der spannende Dokumentationen im Fokus stehen. Ab Dienstag blickt dann das Filmfestival Globale Mittelhessen in einer kleinen Reihe auf die aktuelle Situation in Griechenland. Mehr über die Filmevents im Thema der Woche.

Georg Kronenberg

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Tipp des Tages

GlasBlasSing

Foto: Yves
Suckdorff
Flaschen. Kennt jeder. Öffnen, austrinken, wegbringen. Immer schnell zur Hand, wenn der Gaumen staubt. Flaschen lassen sich zu vielem upcyclen: Behausungen für Modellschiffe, Handduschen für Formel-1-Sieger, Briefumschläge für Gestrandete und in den Händen von GlasBlasSing zu faszinierenden Musik­instrumenten. Mit dem Blick für das Besondere im Alltäglichen verwandeln sie den Getränkemarkt zum Konzertsaal, wird die Pulle zur magischen Klangschatulle, mit der sich so einige dahinhinwelkende Melodien leichthändig generalüberholen lassen. Immer nach dem Motto: Bitte ein Hit. Bei "Flaschmob", dem neuen Programm von GlasBlasSing kann man die Cokecaster-Flaschengitarre ebenso bestaunen wie das Flachmanninoff-Xylophon, die Jelzin-Orgel oder die Wasser­spender-Floor-Toms, die so schön Bumm machen, wenn man mit der grünen Perrier-Keule draufhaut.
Mi 22.1. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
Tipp der Woche

Tadpole Development

Foto: Tadpole
Development
Die junge Band aus Lissabon, Köln, Mannheim und Stuttgart, erzählt Geschichten aus aller Welt. Vier verschiedene musikalische Einflüsse treffen aufeinander, um einen eigenen und besonderen Sound zu schaffen, der niemals langweilig wird. Im Mittelpunkt stehen dabei stets Spielfreude, Spontani­tät und die Kommunikation in der Band. Gespielt werden Eigenkompositionen des in Lissabon wohnenden Pianisten Samuel Gapp und diverse andere Stücke, die die vier Musiker inspirieren und begeistern.
Do 30.1. | 20.30 Uhr | Marburg | Cavete
 
Live – Kommende Highlights

Che Sudaka

Foto: Che Sudaka
Vier Brüder, die mit Akkordeon, akustischen und elektrischen Gitarren, Sampler und Drum-Computer sowie einer unerschöpflichen positiven Energie die Zeit anhalten. Jedes Konzert eine schweißtreibende Fiesta im Hier und Jetzt, ein Moment der Einheit und Gemeinsamkeit, Respekt und Liebe. Die kolumbianisch-argentinische Band Che Sudaka wurde im Jahr 2002 im spanischen Barcelona gegründet und ist seither ohne Unterbrechung rund um den Globus auf Tour. Ihr Sound ist authentisch und wiedererkennbar, ein Mix aus lateinamerikanischer Folklore, jamaikanischen Rhythmen, Punk- Attitüde und den elektronischen Spielzeugen eines Soundsystems.
Do 6.2. | 20.30 Uhr | Marburg | KFZ
Freikartenverlosung: Fr 31.1. | 16 Uhr | Tel. 06421/684443
 

Fischer & Jung

Foto: Sonja
Speck
Was macht man mit Mitte 40, in der Mitte des Lebens? Zu jung für die Midlife-Crisis, zu alt für eine YouTube-Karriere? Lade ich die Praktikantin zum Essen ein oder meine Frau? Geh ich fett essen oder lass ich Fett absaugen? Werde ich Frührentner oder entwickle ich 'ne App? Gehe ich ins Zenkloster oder in den Swingerclub? Oder einfach ins Nonnenkloster? Vielleicht geht da ja beides? Wenn ich sterbe, brauch ich dann ne Übergangsjacke? 50 ist die neue 30 - gilt aber nicht für Knie ... Die beiden Schauspieler Guido Fischer und Björn Jung sind ultrahocherhitzt und leben hier ihre Talente als kongeniales Comedy-Duo aus.
Di 11.2. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
Freikartenverlosung: Fr 31.1. | 16 Uhr | Tel. 06421/684443
 

Bülent Ceylan

Foto: D4Mance
Von der "Generation Instagram" lernen, heißt siegen lernen - Deswegen zeigt Bülent Ceylan seinem Publikum nicht die kalte Schulter, sondern die rasierte Brust und macht sich zum "Luschtobjekt". Optik statt Inhalt, Nippel statt Nietzsche. Kabarettpreise müssen warten. Der Comedian bedient alle nur denkbaren Geschlechter und Vorlieben: osmanophile Kurpfalz-Lover, Langhaar-Fetischisten oder Liebhaber großer Nasen und kleiner Bärte ... Und wer Intelligenz sexy findet, wird natürlich auch befriedigt nach Hause gehen.
Do 30.1. | 20 Uhr | Wetzlar | Rittal-Arena