Zugausfälle, Sperrungen und Verspätungen für das neue Stellwerk in Stadtallendorf

Damit künftig mehr Züge zuverlässiger fahren, schreibt die Deutsche Bundesbahn (DB). Doch bis dahin müssen sich die Bahnkunden in der gesamten Region auf Zugausfälle, Sperrungen und Verspätungen einstellen. Im März „bündelt“ die DB nämlich ihre Bauarbeiten auf der Main-Weser-Bahn. Das bedeutet, dass die Strecke in Richtung Kassel an den Wochenenden im März komplett gesperrt wird und nur über Schienenersatzverkehr funktioniert. An den Werktagen fahren deutlich weniger Züge. Und auch für die Pendlerinnen und Pendler nach Frankfurt werden es harte Wochen. Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert die späte Information.

Konkret sollen die Arbeiten vom 6. bis zum 27. März dauern. Um die Auswirkungen für Pendler und Schüler zu begrenzen, fahren die Züge auf der Strecke in Richtung Norden von Montagfrüh bis Freitagabend zumindest noch auf einem Gleis an den Baustellen vorbei. Dennoch bedeutet dies, dass deutlich weniger Züge und fast nur Regionalexpresse fahren, die zum Teil schon in Wabern enden. Zudem muss mit mehr Verspätungen gerechnet werden. An den Wochenenden (freitags ab 21 Uhr bis montags 5 Uhr) wird die Strecke zwischen Marburg und Kassel ganz gesperrt. Dann müssen die Fahrgäste in Busse umsteigen. Zudem wird der Bahnübergang „Momberger Straße“ zwischen Neustadt-Momberg und Schwalmstadt-Wiera zeitweise gesperrt.

Hintergrund sind mehrere Großbaustellen. Im Mittelpunkt steht das alte, mechanische Stellwerk in Stadtallendorf, das ab 2028 durch ein neues elektronisches Stellwerk ersetzt werden soll. Für die Umstellung müssen Kabel in der Tiefe verlegt, Querungen und Böschungstreppen gebaut, Signale errichtet und die Beleuchtung für das Gleisfeld in Stadtallendorf erneuert werden. Zudem werden Weichenheizungen und die sogenannte Heißläuferortungsanlage neu gebaut. Erneuert wird auch die Anrufschranke „Bahnweg“ in Stadtallendorf. Zukünftig können dort nur noch Fußgänger und Radler passieren. Zugleich nutzt die Deutsche Bahn die Streckensperrungen für Gleiserneuerungen auf der Strecke zwischen Cölbe und Kirchhain sowie für Weichenerneuerungen in Neustadt und Kirchhain. Zudem wird der Bahnsteig in Anzefahr provisorisch erhöht, damit ein stufenfreier Einstieg in die Züge möglich ist.

Aber auch für die Bahnpendler nach Frankfurt wird es kompliziert, weil die DB auch hier die Signaltechnik und Gleise erneuert, Weichen austauscht und Oberleitungsanlagen modernisiert. Deswegen fallen am 7. und 8. März alle Züge zwischen Gießen und Friedberg aus. Die Fahrgäste müssen in den Schienenersatzverkehr mit Bussen umsteigen. Vom 9. bis 27. März fallen zumindest die Regionalbahnen zwischen Gießen und Friedberg teilweise aus und werden durch Busse ersetzt. Auch bei den Regionalexpressen, die in der Regel noch fahren, ist mit Verspätungen zu rechnen.

Dabei waren die Bahnreisenden schon in den vergangenen Wochen gebeutelt. Bereits seit knapp zwei Wochen rauschen die ICEs an Marburg vorbei, weil Weichen am Bahnknotenpunkt Frankfurt erneuert werden. Und das wird voraussichtlich bis zum 17. April nicht besser. Um Baustellen zu umgehen, werden die Hochgeschwindigkeitszüge über Fulda umgeleitet. 

Ziel der Bauarbeiten ist eine Modernisierung der stark belasteten Nord-Süd-Achse auf der Main-Weser-Bahn. Die elektronische Stellwerkstechnik in Stadtallendorf, mit der zugleich das Relaisstellwerk in Neustadt ersetzt wird, kann nach Mitteilung der Bahn effizienter, zuverlässiger und flexibler gesteuert werden. Dadurch soll die Leistungsfähigkeit der Strecken erhöht werden. Bis es soweit ist, wird es allerdings noch dauern. Das neue Stellwerk soll 2028 in Betrieb genommen werden.   

gec

Bild mit freundlicher Genehmigung von ISB Ingenieurgesellschaft für Sicherungstechnik und Bau mbH/ Carsten Braune