Nach einem Jahr Bauzeit präsentiert sich die Straße Roter Graben in der Oberstadt in neuer Optik.
Bei der Umgestaltung wurde, so teilt die Stadt Marburg mit, neben Ästhetik gleichermaßen darauf geachtet, Ressourcen zu schonen und den Anforderungen des Klimawandels gerecht zu werden.
Bei den von der Stadt Marburg in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Marburg fertiggestellten Bauarbeiten im Bereich Roter Graben/Renthof wurde ein großes Augenmerk auf die Entsiegelung von Flächen gelegt. So wurden neben der Neugestaltung des Straßenbelags im Roten Graben an drei Stellen auch Bäume gepflanzt – zum einen am Roten Graben/Ecke Steinweg, wo vor dem früheren Filmkunst-Theater ein kleiner Platz entstanden ist.
„Mit der Entsiegelung der Böden leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung“, sagt Stadtrat Dr. Michael Kopatz. „Die bauliche Umgestaltung im Bereich Roter Graben/Renthof zeigt, dass es auch in urbanen Räumen möglich ist, Klimabewusstsein, Ästhetik und Verbesserung von Lebensqualität in Einklang zu bringen“, sagt Kopatz. „Dieser Sommer mit 16.300 Hitzetoten verdeutlicht, wie dringend der Handlungsbedarf ist.“
So laden zwei Sitzbänke auf dem Platz zum Verweilen ein und bieten die Möglichkeit, den Blick auf die Elisabethkirche oder in den oberen Bereich des Steinwegs schweifen zu lassen. Ein Mülleimer wurde ebenfalls installiert. Bepflanzt wurde der Platz mit einer von Lavakies umgebenen Mongolischen Linde, die als besonders verträglich mit Hitze und Kälte gilt. Für Erfrischung an warmen Tagen sorgt ein in Sandstein gefasster Brunnen, der Trinkwasser spendet. Der Anschluss dafür ließ sich unkompliziert realisieren, da sich unterhalb des Platzes am Steinweg bereits ein Brunnen in der Mauer befindet. Überdies ist ein Geocaching-Stein in das Pflaster des Platzes eingefasst.
Wo früher eine graue Asphaltdecke das Bild der Straße Roter Graben prägte, bilden heute helle Pflastersteine mit wasserdurchlässigen Fugen auf einer Länge von rund 100 Metern die komplett erneuerte Oberfläche der Straße. Die für die Fahrbahn verwendeten Steine stammen aus städtischem Bestand und wurden im Sinne der Nachhaltigkeit wiederverwendet. Sie waren zuvor in Weidenhausen verbaut worden und wurden nach ihrer dortigen Ausmusterung zwischenzeitlich eingelagert. Mit der neuerlichen Verlegung der Pflastersteine wurde der Straße zwischen Steinweg und Renthof ein Stück Tradition wiedergegeben, denn vor der Asphaltierung war der Rote Graben bereits gepflastert.
Im Zuge der Baumaßnahme haben die Stadtwerke unterhalb der Straßen Roter Graben und Renthof Leitungen für Fernwärme, Wasser und Strom erneuert. Überdies ist eine weitere Begrünung in der Straße Renthof im Einmündungsbereich zur Straße Roter Graben entstanden. Oberhalb der Einmündung steht nun ein Amberbaum. Unterhalb befinden sich zwei Kübel aus Cortenstahl, in denen jeweils eine Felsenbirne wächst. Auf die weitere Verlegung von Pflastersteinen in diesem Abschnitt der Straße Renthof wurde wegen der Steigung bewusst verzichtet, um den Winterdienst auch weiterhin sicherstellen zu können.
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