Die Fangemeinde der Marburger Uhus reicht von Kalifornien bis nach Armenien.
Drei Eier liegen im Nest, die Fangemeinde der Marburger Uhus wird immer größer und nun gibt es auch noch Namen für die neuen Internetstars: Die Marburger Uhus heißen Hugo und Lisbeth. Das ist das Ergebnis aus mehr als 100 Einsendungen, die den Naturschutzbund per Mail und Socialmedia erreichten.
Viele Namensvorschläge wurden nur einmal genannt. Darunter waren einige altdeutscher Herkunft, für das Männchen zum Beispiel Ludwig, Konrad und Otto. Beim Weibchen dachten viele an die Namensgeberin der Elisabethkirche, in deren Südturm die Uhus brüten. Deswegen wurden häufig Abwandlungen dieses Namens Lisbeth (hessisch), Elsbeth oder Lisa genannt. Allerdings war Lisbeth mit einigem Abstand am häufigsten.
Für das Weibchen wurden aber auch Namen wie Wilma, Dorothea und Hildegard vorgeschlagen – dazu gab es oft eine ausführliche Begründung. So bedeutet Hildegard sinngemäß „die im Kampf Schützende“ oder „Kampfheldin“. Und Wilhelm für das Männchen sollte für „der willensstarke Beschützer“ stehen. Einige Vorschläge waren Wortspiele mit dem Begriff Uhu: Uhursula oder hudo. Auch Namenspaare waren im Angebot: Paul und Paula, Ulrich und Ulla.
Für das Männchen wurde über die Chat-Gruppe der Name Hugo absolut favorisiert. Nicht wenige waren davon überzeugt, dass es wie „Hu-Hu-go“ klinge, wenn das Weibchen im Kasten nach dem Männchen rief. Da „Hugo“ für das Männchen am meisten genannt wurde, entschied der Nabu, dass es in Zukunft Hugo heißen soll. Für das Weibchen gab es viel mehr Vorschläge, aber die meisten Nennungen vereinte „Lisbeth“ auf sich.
Unterdessen geht die Zahl der Zuschauer*innen „regelrecht durch die Decke“, wie Eulenexperte Hartmut Möller vom Nabu erzählt. Die Aktiven haben bereits rund 350.000 Aufrufe gezählt. Und darunter sind durchaus nicht nur Menschen aus der Marburger Region. Der Uhu-Livestream, der seit rund vier Wochen auf Sendung ist, wird von Menschen aus ganz Deutschland von Oberbayern bis nach Ostfriesland verfolgt. Eine Frankfurter Familie kam eigens angereist und hinterließ dem Nabu Fotos vom Liebesspiel der Eulen. Und selbst im Ausland sind die Marburger Uhus bekannt geworden: Es meldeten sich Eulen-Freunde aus den Niederlanden, Österreich, Spanien und Schweden. Und selbst in Kalifornien, New York und Argentinien werden Lisbeth und Hugo beobachtet. Dazu wurden die Marburger noch von einer Nachricht in kyrillischer Schrift überrascht: „Wir schauen auch“, schrieben Uhu-Fans aus Armenien. „Wie schön, dass ihr dabei seid“, schrieben die Marburger (auf kyrillisch) zurück.
Neben dem Live-Stream, der das Weibchen derzeit täglich beim Brüten zeigt, hat der Nabu bereits mehrere Kurz-Videos mit den wichtigsten Episoden („Sonnenaufgang mit Uhu“, „Szenen einer Ehe“, „Drei Eier, Beutegeschenke und unzufriedene Nilgänse“) zusammengeschnitten. Sie zeigen, wie Lisbeth nach Hugo ruft, der flugs mit Tauben und Ratten erscheint, die – zumindest manchmal – einträchtig verputzt werden. Mehr zu hören als zu sehen sind die „Geburten“ der Eier, die sich durch ein deutliches „Plong“ vernehmen lassen. Sie wurden mit einem Abstand von zwei bis vier Tagen gelegt. Unterdessen wird im Chat eifrig diskutiert und kommentiert: „Mal wieder am chillen, die Lisbeth“, schreibt ein User. „Es ist so niedlich, wenn ihr die Augen zufallen“, freut sich ein anderer. Und natürlich die Kernfrage: Wann schlüpft der Nachwuchs? Voraussichtlich ab 10. März.
gec

