Zum Jubiläum baut die Uni eine Menseria für 6,8 Millionen Euro.

Frühstücken auf der Terrasse; Wraps, Suppe oder Salat futtern mit Blick in den Wald; Erholen und Diskutieren bei einem Kaffee vor verglasten Gebäudefronten: Auf dem Campus Lahnberge baut die Marburger Philipps-Universität eine sogenannte Menseria, also eine Mini-Mensa, die aber größer als die Cafeterien der Hochschule ist. Am Dienstag war der erste Spatenstich. Fertiggestellt werden soll der Bau 2027. Die Kosten veranschlagt die Universität auf 6,8 Millionen Euro.

Anlass ist das 500-jährige Jubiläum, das die Hochschule im kommenden Jahr feiert. Und die kleine Mensa dient vor allem den Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftlern, die damit nicht mehr zur – vor allem von den Medizinstudierenden genutzten – Lahnberge-Mensa im nördlichen Teil des Campus pendeln müssen – ein Weg, der zumindest für Biologiestudierende relativ weit ist. Aber auch insgesamt soll sich die gastronomische Versorgung auf dem Campus dadurch verbessern. „Mit dem Neubau der Menseria und der später folgenden Neugestaltung des Außenbereichs soll ein lebendiger Ort entstehen, der über das reine Essensangebot hinaus zum Verweilen, Lernen und Erholen einlädt“, freut sich Uni-Präsident Volker Nauss.

Der Neubau ersetzt die Cafeteria „Mo’s Diner“, die in den vergangenen 40 Jahren im Mehrzweckgebäude ein fester Ankerpunkt des Campuslebens auf den Lahnbergen war. Die Menseria wird nun zentral auf dem Hügel vor dem Zentrum für Synthetische Mikrobiologie zwischen dem Altbau Biologie und dem Neubau Chemie entstehen. Die Lage soll den Kontakt zwischen den naturwissenschaftlichen Fachbereichen fördern. An der Standortsuche waren Studierende, Uni-Beschäftigte und Menschen aus der Stadt beteiligt. „Eine moderne Versorgung gehört dorthin, wo der studentische Alltag stattfindet – als zentraler Treffpunkt mitten auf den Lahnbergen“, erläutert die neue Geschäftsführerin des Studierendenwerks Marburg, Marie-Luise Kohl: „Es ist ein Privileg und ein schönes Symbol, dieses zukunftsweisende Projekt von seinem ersten sichtbaren Schritt an begleiten zu dürfen.“

Errichtet wird ein zweigeschossiger Bau mit einer Holz-Glasfassade und einem weit überstehenden Dach. Die großen Fensterfronten und die in weiten Teilen verglaste Fassade erlauben einen Blick auf Wiesen, Bäume und nahegelegene Uni-Gebäude. Dazu gehört auch eine Terrasse, die von einem Geländer und einem halb-transparenten Holzlamellen-Sonnenschutz umschlossen ist. Im Erdgeschoss werden die Küche und die Essensausgabe untergebracht. Um diesen Block herum ist der Gastraum geplant, der für bis zu 160 Menschen konzipiert ist. Daran schließen sich ein Balkon sowie eine nach Norden gerichtete Terrasse an, auf der die Studierenden wohl auch im Sommer schattige Plätze finden. Die tragende Konstruktion besteht aus Holzstützen. Die mit Holz gerahmten Fenster sind dreifach verglast. Das Dach wird begrünt und mit einer großen Photovoltaikanlage ausgestattet. Mit einer Modulfläche von 240 Quadratmetern sorgt sie für die Energieversorgung. Geheizt wird mit einer Wärmepumpe.

Und was bietet die Speisekarte? Das Studierendenwerk verspricht ein vollwertiges, gesundes Frühstücksangebot mit frischen Brötchen, Käse, Joghurt und Obst. Mittags können sich Studierende und Beschäftigte mit Salaten, Wraps, Smoothies sowie keinen warmen Gerichten versorgen. Dazu gibt es Kaffeespezialitäten und frisch gebackenen Kuchen. Lokale Bäckereien sorgen für täglich wechselndes Gebäck.

gec

Bild mit freundlicher Genehmigung von Heide Architekten