Freitag, 31. März 2017
Marburg
Kinder- und Jugendtheaterpreis
Foto: Jan Bosch
Das Theater Foxfire/Dschungel Wien hat mit seinem Stück "Blutsschwestern" bei der 22. Hessischen Kinder- und Jugendtheaterwoche "KUSS – kuck!schau!spiel!" in Marburg den Kinder- und Jugendtheaterpreis für die beste Produktion des Festivals gewonnen.
"Wut, Begehren und Aufbegehren, Zärtlichkeit, Rivalität und Freundschaft sind nur einige der Gefühle, die in dieser hinreißenden Tanzshow zum Ausdruck kommen. Jede Tänzerin entwickelt in einer großartigen Kombination aus Tanz und Sprechtheater einen ganz eigenen Stil und Charakter", heißt es in der Begründung der Jury.
Auf den 2. Platz kam die Gruppe Naivni Divadlo Liberec (Tschechische Republik) mit dem Stück "Das Schaf, das vom Himmel fiel", nach Motiven des Bilderbuchs "Das Wolkenschaf" von Fred Rodrian, den 3. Platz belegte das Deutsche Nationaltheater Weimar/Junges DNT mit "Helden! Oder warum ich einen grünen Umhang trage und gegen die Beschissenheit der Welt ankämpfe" von Karen Köhler.
 
Marburg
Pionierland der Reformation
Vor 500 Jahren wurden in Nord- und Mittelhessen die Ideen Martin Luthers schneller umgesetzt als anderswo: Ein forscher Landgraf stand an der Spitze der Bewegung. Eine neue Publikation stellt die Reformationsorte der Region vor: Zum Jubiläum "500 Jahre Reformation – Luther 2017" ist druckfrisch der Kultur- und Geschichtsführer "Hessen – Pionierland der Reformation" von Klaus Brill erschienen. Das Regionalmanagement Nordhessen als Herausgeber hat gemeinsam mit den beteiligten Partnern in Städten und Kommunen einen handlichen 94-seitigen Reiseführer für die Region zwischen Marburg und Kassel vorgelegt. Journalist Klaus Brill führt mit spannenden Texten und ausdrucksstarken Bildern auf den Spuren von Martin Luther und Landgraf Philipp dem Großmütigen durch das Werk.
Infos: "Hessen – Pionierland der Reformation", Ein Kultur- und Geschichtsführer von Klaus Brill; mit Fotos von Katharina Jaeger; Herausgeber: Regionalmanagement Nordhessen GmbH, Verlag: Evangelischer Medienverband Kassel GmbH.
 
Marburg
Gedenken
Foto: Stadt
Marburg, Philipp
Höhn
Am 74. Jahrestag der Deportation von 78 Sinti aus Marburg und dem Landkreis haben am Donnerstag vergangener Woche rund 30 Marburger den Opfern des NS-Regimes gedacht. Oberbürgermeister Thomas Spies mahnte an, sich auch heute Fremdenfeindlichkeit und Vorurteilen entgegenzustellen.
"Die Verfolgung und Entrechtung der Sinti und Roma hat eine Jahrhunderte lange Tradition, die ihre traurige Spitze in den Verbrechen des Nationalsozialismus fand", erklärte Spies bei der Gedenkveranstaltung vor dem ehemaligen Landratsamt in der Barfüßerstraße.
Von dort aus wurden am 23. März 1943 78 Sinti mit Gewehren und Hunden zum Bahnhof getrieben und ins KZ Auschwitz deportiert. "Nicht heimlich, sondern in aller Öffentlichkeit und mit dem Vorsatz der Ermordung", machte Rinaldo Strauß, stellvertretender Geschäftsführer des Landesverbandes der Sinti und Roma Hessen deutlich. Sein Vater, so berichtete er, war einer der 78. "1945 wurde er aus dem KZ befreit und kehrte in seine Heimat zurück", so Strauß.
Nach Kriegsende habe es lange keine "Wiedergutmachung oder zumindest Anerkennung" für das Leiden der Sinti und Roma im Nationalsozialismus gegeben. Erst 1982 wurde den Opfern durch Bundeskanzler Helmut Schmidt eine öffentliche Anerkennung zuteil. Heute erinnern am Marburger Hauptbahnhof Gedenkbänder mit den 78 Namen der Deportierten an den Gleisen 5 und 8 an das Unrecht.
Gießen
Engagierter Brückenbauer
Avraham Bar Menachem, der Begründer einer der ersten deutsch-israelischen Städtepartnerschaften, ist am Freitag Nachmittag im Alter von 104 Jahren in seiner Heimatstadt Netanya (Israel) gestorben. Der ehemalige jüdische Bürger der Nachbarstadt Gießen, der im Holocaust fliehen musste, gilt als engagierter Brückenbauer und Wegbereiter der Annäherung und Aussöhnung zwischen dem jüdischen und dem deutschen Volk nach den Verbrechen der Nationalsozialisten. Er wirkte 1978 entscheidend an der Bildung der Städtepartnerschaften zwischen Gießen und Netanya mit. Begonnen hatte die Wiederannäherung an seine Geburtsstadt mit einem Besuch des damaligen Oberbürgermeisters Gießen und späteren Hessischen Ministerpräsidenten Albert Osswald in Netanya 1960 und einem ersten Besuch Bar Menachems in Gießen 1964. Bis die Städtepartnerschaft im Jahre 1978 gegründet wurde, lagen lange Jahre der Vertrauensarbeit auf beiden Seiten.
Bar-Menachem wurde aufgrund seines Lebenswerkes 1987 das Ehren­bürger­recht der Universitätsstadt Gießen verliehen. Zuvor war er 1982 mit der Hedwig-Burgheim-Medaille und 1983 mit dem Verdienstkreuz 1.Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.
 
Biedenkopf
Beton kreativ
Der Landkreis Marburg-Biedenkopf bietet in Zusammenarbeit mit der Jugendherberge Biedenkopf eine Ferienfreizeit für Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 14 Jahren an. Im Rahmen dieser viertägigen Ferienfreizeit können Teilnehmende eine Betonfläche in der Jugendherberge Biedenkopf kreativ neu gestalten. Die Freizeit findet von Montag, 10. April, bis Donnerstag, 13. April, in der Jugendherberge Biedenkopf statt.
In der Jugendherberge steht den Teilnehmenden eine farblose Betonfläche zur kreativen Gestaltung zur Verfügung. Mit viel Farbe, unterschiedlichen Werkstoffen und Kreativität können sie die Betonfläche neu gestalten. Thema und künstlerische Umsetzung sind noch offen und werden gemeinsam in der Gruppe geplant und umgesetzt. Dazwischen ist auch genügend Zeit für Spiele und Freizeitaktivitäten.
Die Teilnahme kostet 28 Euro. Informationen und Anmeldeformular sind online unter www./marburg-biedenkopf.de/jugendportal/seminare/seminare-und-workshops.html oder beim Fachdienst Jugendförderung (Telefon: 06421/405-1477) erhältlich.