Samstag, 22. September 2018
Marburg
Stahl und Beton für die Weidenhäuser Brücke
Foto: Evermania
Auf der Weidenhäuser Brücke sind derzeit drei wichtige und spannende Arbeitsschritte für die Wiederherstellung der Fahrbahn gleichzeitig zu sehen: Am ersten Bogen haben die Arbeiter bereits die erste Lage Beton eingebracht. Am zweiten und dritten Bogen der Sandsteinbrücke liefen parallel dazu noch die Stahlarbeiten: Stahlstreben wurden miteinander längs und quer zu einer Art Korb verbunden, der dann ebenso mit Beton gefüllt wird. So entsteht der Stahlbeton, der der Brücke ihre neue Stabilität verleiht. Die Statik für diesen Stahlbeton musste in den vergangenen Wochen neu berechnet werden, da die Sandsteinbögen eine andere Höhe hatten, als in den ursprünglichen Bauplänen verzeichnet war.
Die Betonarbeiten dauern noch einige Wochen an, denn eine große Menge Betonmasse und tonnenweise Stahl werden hier eingebaut. Alleine am ersten Bogen der Brücke wurden rund 24 Tonnen Stahl und mehrere hundert Kubikmeter Beton verarbeitet. Die Wetterverhältnisse sind derzeit gut für die Arbeiten an der Weidenhäuser Brücke – nachdem das Wetter der Baustelle in diesem Jahr schon einige Probleme bereitet hatte: Die Bauarbeiten begannen bei minus 15 Grad, hinzu kamen mehrere Unwetterereignisse und darauffolgendes Hochwasser im Frühjahr und Hitzewellen von bis zu fast 40 Grad im Sommer.
Parallel zu den Betonarbeiten laufen auch die umfangreichen Arbeiten an den Sandsteinen weiter, aus denen die Brücke 1891/92 errichtet wurde. Steinmetze entsalzen die Steine mit Hilfe von Wasser und Kompressen, restaurieren viele Steine mit Liebe zum Detail und ersetzen auch einzelne, zerbrochene Sandsteine oder solche, die bei früheren Sanierungsarbeiten entfernt wurden.
 
Marburg
Land unterstützt Fleckenbühl
Nachdem durch ein Urteil des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg Unsicherheit bezüglich der Finanzierung der Selbsthilfeeinrichtung "die Fleckenbühler" aus Cölbe im Landkreis Marburg-Biedenkopf entstanden ist, springt das Land ein und unterstützt die Einrichtung mit rund 650.000 Euro bis Ende kommenden Jahres. Sozialminister Stefan Grüttner sagte hierzu: "Durch eine Landesförderung können wir der Einrichtung zunächst Sicherheit geben. Der Landeswohlfahrtsverband, der Landkreis und die Einrichtung müssen jetzt an einer Lösung arbeiten. Die Hessische Landesregierung begleitet diesen Prozess, damit ein tragfähiges Finanzierungskonzept bis Ende 2019 erarbeitet werden kann. Dieses muss dem Gedanken der Selbsthilfe Rechnung tragen." Finanzminister Thomas Schäfer betonte: "Die Einrichtung in Fleckenbühl hat ein Alleinstellungsmerkmal. Sie stellt eine unverzichtbare Ergänzung zu anderen hessischen Hilfsangeboten dar, weil eine Aufnahme rund um die Uhr ohne Vorbedingungen und ohne Kostenübernahmezusage gewährleistet wird. Die Fleckenbühler blicken auf 33 Jahre Erfahrung bei der Bewältigung von Drogen- und Alkoholabhängigkeit." Die Aufenthaltsdauer bei den Fleckenbühlern sei nicht begrenzt, da sie sich nicht nur als Sucht-Selbsthilfeorganisation sondern auch als konsequent nüchtern lebende Gemeinschaft verstehe.
In Berlin-Brandenburg wurde entschieden, dass Bewohner einer vergleichbaren Einrichtung keinen Anspruch mehr auf SGBII Bezüge (Grundsicherung) haben. Eine Herausforderung ist hierbei, dass die wenigsten Fleckenbühl-Bewohner aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf kommen. Mögliche Bezüge aus dem SGBXII (Sozialhilfe) sind nur sehr schwer und gegebennfalls über den Klageweg geltend zu machen, eine Anerkennung als Stationäre Einrichtung ist aufgrund des Charakters einer Selbsthilfegemeinschaft nicht gangbar.
 
Marburg
Ranzen für Rumänien
Foto: Stadt
Marburg
Wie jedes Jahr sammelt das Kinder- und Jugendparlament Marburg (KiJuPa) noch bis Ende September gebrauchte und noch funktionstüchtige Schulranzen und Rucksäcke für Kinder aus Marburgs Partnerstadt Sibiu/Hermannstadt in Rumänien. Das KiJuPa unterstützt mit dieser Aktion seit 2010 Kinder in Sibiu/Hermannstadt, die sich keine Schulranzen oder Taschen leisten können. Während in Deutschland im Laufe eines Schullebens etwa drei bis vier Schulranzen, Rucksäcke oder Taschen pro Schüler zum Einsatz kommen, können sich das viele Familien in Rumänien nicht leisten.
Ausrangierte Schulranzen werden in Deutschland oftmals einfach in den Müll geworfen oder auf Dachböden vergessen. Die Aktion des KiJuPa soll nicht nur als eine reine Spendenaktion verstanden werden, sondern auch zum Umdenken anregen. "Es wäre toll, wenn auch in diesem Jahr wieder viele Menschen diese Aktion unterstützen und zahlreiche Schulranzen zusammenkommen", sagt der Vorsitzende des KiJuPa, Manuel Greim. "Es freut mich jedes Mal, wenn ich zum Ende der Sammelaktion ins Haus der Jugend komme und den riesigen Berg Schulranzen vorfinde. Das ist ein eindrucksvolles Bild für die Marburger Hilfs­bereitschaft und für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen." Die Reaktionen aus Rumänien seien jedes Mal überwältigend.
Die gesammelten Schulranzen werden gegen Ende des Jahres in Zusammen­arbeit mit dem Verein "Hilfe für Sibiu/Hermannstadt" transportiert und dort verteilt. Für das eine oder andere Kind wird der Ranzen dann ein Weih­nachts­geschenk sein.
Die Schulranzen können bis Freitag, 28. September, immer montags bis don­ners­tags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr im Haus der Jugend abgegeben werden. Nähere Informationen gibt es bei Jugendbildungsreferentin Friederike Könitz unter 06421/201-1453 oder per E-Mail an Friederike.Koenitz[at]marburg-stadt.de.
Marburg
"Nussjagd" nach der Haselmaus
Foto: Dieter Bark
Zum Beginn des Herbstes ruft der NABU Hessen Schulklassen, Kindergruppen und Familien zum Mitmachen bei der "Großen Nussjagd" auf. Bis zum Januar des kommenden Jahres gilt es, in Wald und Flur auf die Suche nach angeknabberten Hasel­nüssen zu gehen und dabei der scheuen und gefährdeten Haselmaus auf die Spur kommen. "Ohne die Hilfe der Kinder geht es nicht. Wir brauchen viele fleißige Nussjäger, um einen besseren Überblick über das Vorkommen der Haselmaus in Hessen zu erhalten", erklärt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Mit dem originellen Projekt tragen die jungen Forscherinnen und Forscher dazu bei, mehr über die Verbreitung des seltenen Nagers aus der Familie der Bilche in Hessen herauszubekommen. Da die Haselmaus immer weniger geeignete Lebensräume findet, ist die europaweit geschützte Art in Hessen mittlerweile selten geworden. Ihre heimliche Lebensweise führt dazu, dass es nur unvollständige Daten über ihr Verbreitungsgebiet gibt. Aber das kann sich mit Hilfe der jungen Naturforscher ändern. "In den letzten zehn Jahren konnten mit der Nussjagd schon einige neue Nachweise des scheuen Bilchs erbracht werden", so der Biologe Eppler.
Mit einer Bestimmungshilfe für Fraßspuren, die auf der Webseite www.nussjagd-hessen.de zum Herunterladen bereit steht oder beim NABU kostenfrei zu bestellen ist, können Kinder und ihre Betreuer entscheiden, ob aufgefundene Nüsse von Eichhörnchen, Maus, Nussbohrer oder Haselmaus geöffnet wurden. Wenn die jungen Forscher von der Haselmaus benagte Nüsse finden, können sie maximal zehn davon zur fachmännischen Nachbestimmung an den NABU Hessen schicken. Jeder Einsender erhält eine Rückmeldung, ob die eingeschickten Nüsse tatsächlich von der Haselmaus angefressen wurden. Die Große Nussjagd endet am 31.1.2019.
 
Marburg
Marburgs erster Tablet-Jahrgang
Foto: Patricia
Grähling, Stadt
Marburg
App statt Schulbuch und digital verschickte Hausaufgaben: In Marburg startet der erste Tablet-Jahrgang. An der Richtsberg-Gesamtschule arbeiten alle Schülerinnen und Schüler der Jahr­gangs­stufe 8 mit Tablets. "Für Marburg ist das ein spannendes Pilot-Projekt", sagte Bildungsdezernentin Stadträtin Kirsten Dinnebier bei der Vorstellung des Unterrichtskonzeptes.
"Insgesamt sind an der Richtsberg-Gesamtschule nun 140 Tablets im Einsatz", so die Stadträtin. Rund 90 Schülerinnen und Schüler seien mit eigenen Tablets ausgestattet. Hinzu kommen die Geräte der Lehrerinnen und Lehrer und der Sprachintensivklassen. Dinnebier: "In gesamter Jahrgangsbreite werden die achten Klassen nun im neuen Schuljahr mit ihren eigenen Tablet-Computern arbeiten." Diese können sie sowohl im Unterricht als auch zu Hause nutzen.
Die Richtsberg-Gesamtschule hatte sich im vergangenen Jahr mit dem Wunsch an die Stadt Marburg gewandt, die Digitalisierung der Schule zu fördern – und so zu ermöglichen, dass der erste Jahrgang mit schülereigenen Tablets zum Beginn des Schuljahres 2018/19 starten kann. Das Medienzentrum und der Fachbeirat des Medienzentrums haben sich für die Unterstützung des Vor­habens ausgesprochen und das Projekt bewilligt.