Mittwoch, 12. Dezember 2018
Marburg
Seyran Ates ausgezeichnet
Foto: Dorothee
Deiss
Der Bund der Lutherstädte in Deutschland vergibt den Luther­preis "Das unerschrockene Wort" 2019 an die Rechts­anwältin, Autorin und Frauenrechtlerin Seyran Ates. Die 55-jährige Berlinerin mit türkisch-kurdischen Wurzeln kämpft für die Rechte muslimischer Frauen, für einen liberalen Islam und gegen politisch-religiösen Extremismus in Deutschland und Europa. Die Entscheidung für Seyran Ates als Preisträgerin fiel bei der Jurysitzung der 16 Mitgliedstädte in Marburg.
Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird am 27. April 2019 in Marburg verliehen. Die Jury begründet ihre Wahl für Seyran Ates mit ihrem unerschrockenen Einsatz für Frauenrechte und gegen kulturell und religiös begründete Gewalt und Extremismus. "Die Frage der Integration ist eines der bedeutenden Themen der Gegenwart und eine enorme Heraus­forderung für die Zukunft unserer Gesellschaft. Mit Seyran Ates würdigen wir eine Pionierin der Integrationsarbeit. Trotz Morddrohungen und tätlichen Über­griffen verfolgt sie diesen Weg seit Jahrzehnten mit "enormer Zivilcourage". Seyran Ates bezeichnet sich selbst als gläubige Muslimin, die ihre Religion von innen heraus reformieren will, statt sich gegen sie zu wenden. Das ist im bestens Sinne Luthers."
Mit dem Preis "Das unerschrocken Wort" honorieren die Lutherstädte dieses Engagement sowie Ates' Mut, ihre Entschlossenheit und ihre Hartnäckigkeit, weiterzumachen.
Seyran Ates, 1963 in Istanbul geboren, befasst sich als Anwältin in Berlin haupt­sächlich mit Straf- und Familienrecht und engagiert sich in der deutschen Ausländerpolitik.
Wegen gewalttätiger Angriffe und Bedrohungen gab sie 2006 vorübergehend ihre Kanzlei auf, 2009 zog sie sich ganz aus der Öffentlichkeit zurück – nach neuen Morddrohungen, als ihr Buch "Der Islam braucht eine sexuelle Revo­lu­tion" erschien. Seit 2011 ist sie wieder öffentlich und als Anwältin aktiv – vor allem für hilfesuchende Frauen.
 
Marburg
Tibet unvergessen
Zum Tag der Menschenrechte wird am Montag, 10.12., um 18:30 Uhr in der Buchhandlung Jakobi am Steinweg 42 das Buch "Tibet on Fire" von Tsering Woeser vorgestellt. Je nach Perspektive ist die 1966 in Lhasa geborene Autorin, Dissidentin und Bloggerin Chinesin tibetischer Nationalität oder Tibeterin mit beantragtem, aber bislang verweigertem chinesischen Pass. Wegen Ein- und Ausreiseverboten sowie einer massiven Internetzensur ist der Informationsfluss aus Tibet an die Weltöffentlichkeit eingeschränkt. In einem Diavortrag werden tibetisch-buddhistische Klöster gezeigt sowie über die Selbstverbrennungen protestierender tibetischer Mönche und Nonnen berichtet. Tsering Woeser zeichnet besonderer Mut aus, wenn sie durch Blogs und Printmedien die Nachrichtensperre zum chinesisch besetzten Tibet unterläuft. Ob sie in Peking aktuell unter Hausarrest steht, ist nach Angaben der Tibet-Unter­stützungs­gruppe Marburg, die die Veranstaltung organisiert, nicht bekannt.
 
Marburg
Neuer Ortsvorsteher
Foto: Stadt
Marburg, Heiko
Krause
Der Ortsbeirat von Cyriaxweimar hat Achim Zimmermann einstimmig zum neuen Orts­vor­steher des Marburger Stadtteils gewählt. Aus den Händen von Oberbürgermeister Thomas Spies erhielt er im Marburger Rathaus seine Ernennungs­urkunde und leistete den Amtseid.
Zimmermann tritt die Nachfolge des langjährigen Orts­vor­stehers Heinrich Löwer an. "Ich danke Ihnen, dass Sie sich für diese Aufgabe zur Verfügung stellen und das Amt antreten", sagte Spies. Als Ortsvorsteher sei Zimmermann das Ver­bin­dungs­glied zwischen den Bürgerinnen und Bürgern seines Stadtteils und der Universitätsstadt Marburg. "Das bedeutet viel Arbeit und Zeitaufwand – und das alles ehrenamtlich", betonte der Oberbürgermeister, "und das verdient Respekt".
Zugleich bedeute das Amt des Ortsvorstehers aber auch, an erster Stelle aktiv an der Gestaltung des Stadtteils mitwirken zu können, strich das Stadt­ober­haupt heraus. "Ich bin zwar in große Fußstapfen getreten, aber es fängt auch schon an, richtig Spaß zu machen", sagte Zimmermann selbst. Er versprach, sich immer mit vollem Einsatz für die Belange der Einwohner von Cyriaxweimar zu engagieren.
 
Marburg
Musical-Darsteller gesucht
Wer will bei einem Musical mitmachen? Die Stadt Biedenkopf sucht Teilnehmer für zwei Musical-Workshops mit dem Komponisten Paul Graham Brown.
Brown ist einer der führenden und meistgespielten Musical-Komponisten und Autoren im deutschsprachigen Raum. In Biedenkopf ist er bestens bekannt durch die Kompositionen, musikalischen Leitungen und Arrangements von "Eingefädelt", "Der Postraub" und "Die Hatzfeld" im Rahmen der Schloss­fest­spiele.
Die Workshops sind für alle die Interesse haben, bei den nächsten Schloss­fest­spielen mit auf der Bühne zu stehen. Wer bereits bei einer Produktion mit­ge­wirkt hat, kann ebenfalls teilnehmen.
Jeder Teilnehmer sollte für den Workshop einen kurzen Sprechtext und ein Lied (dazu Playback auf Stick/CD oder Klavier-Noten) vorbereiten. Lieder sind er­wünscht, aber keine Bedingung.
Die dreistündigen Workshops finden am Samstag, 8.12., zwischen 10 und 13 Uhr sowie nachmittags zwischen 14 und 17 Uhr statt. Die Teilnahme ist kosten­frei.
Anmeldungen für die Workshops unter kultur[at]biedenkopf.de.
Marburg
Jahrbuch bietet vielseitige Einblicke
Foto: Landkreis
Marburg-
Biedenkopf
Von Breitband, Bildung, Blitz und Donner: Zeitgeschehen, Geschichte und Kultur auf über 270 Seiten behandelt das Jahrbuch des Landkreises Marburg-Biedenkopf für 2019.
Die Anzahl der Autoren, mit 73 ein Rekord in diesem Jahr, steht auch für die Vielfalt der Beiträge. "Das Jahrbuch bietet wieder Information und Unterhaltung. Es lenkt den Blick auf wichtige und interessante Dinge im Landkreis Marburg-Biedenkopf aus den Bereichen Zeitgeschehen, Heimatgeschichte sowie Kunst und Kultur – es bietet sich also auch als Weihnachtsgeschenk an", sagt der Erste Kreis­bei­ge­ordnete Marian Zachow. Mit den Gemeinden Münchhausen und Weimar stellten sich auch wieder zwei interessante Kommunen vor.
Das Themenspektrum reicht von Open Government, über Wirtschaftsförderung, Unwetter, Denkmalagentur, Preisverleihungen und von aktiver Hilfe in den Slums von Nairobi über Natur- und Gewässerschutz, Leader-Programme sowie vielfältige Beiträge aus dem Bereich Heimatgeschichte bis hin zu Ubbelohdes Illustrationen als national wertvolles Kulturgut, die Kulturpolitischen Leitlinien und vieles andere mehr.
Markus Morr hatte die Redaktion inne und Gesa Coordes war für das Lektorat verantwortlich. Das Jahrbuch ist seit 4. Dezember im Buchhandel erhältlich.
 
Marburg
12.000 Euro für Bedürftige
Der am 28. November 1894 in Marburg geborene Friedrich Max Theodor Schubert hat seine soziale Herkunft und seine Heimatstadt nie vergessen. Er begründete die Theodor-Schubert-Stiftung, die seit seinem Tod ältere und notleidende Bürger in Marburg unterstützt. Traditionell wird die Aus­schüt­tungs­summe an seinem Geburtstag bekanntgegeben. Stadträtin Kirsten Dinne­bier lud im Andenken an den Stifter zur traditionellen Feier bei Kaffee und Kuchen ins Rathaus.
In diesem Jahr werden 12.000 Euro ausgeschüttet. 45 Einzelpersonen be­kom­men jeweils 200 Euro, zehn Ehepaare erhalten 300 Euro.
Schubert habe nur wenige Jahre in Marburg gelebt, berichtete Dinnebier, "aber die müssen ihm besonders in Erinnerung geblieben sein". An seinem Lebens­ende sei Theodor Schubert ein vermögender Mann gewesen, sagte Schmidt. Er hatte keine Kinder und hat fast sein ganzes Vermögen in die von ihm initiierte Stiftung "Theodor-Schubert – ein Marburger Kind" eingebracht, um damit älteren, Not leidenden Bürgerinnen und Bürgern in Marburg zu helfen.
 
Marburg
Ausgezeichnete Balkone und Gärten
Seit Jahren zeichnet die Stadt Marburg besonders schön bepflanzte Balkone, Mietergärten und Vorgärten aus. Mit einer kleinen Feier im Stadtteilzentrum Stadtwald in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße würdigte Oberbürgermeister Thomas Spies jetzt wieder das Engagement der Bewohner der Quartiere Stadtwald und "In der Gemoll" für einen blühenden und grünen Stadtteil.
Um das Engagement der Bürger für einen blühenden und grünen Stadtteil zu würdigen, werden jedes Jahr auch kleine Preise vergeben. Neben einer blühenden Pflanze erhielten diesmal 94 Preisträgerinnen und Preisträger einen Pflanzgutschein im Wert von je zehn Euro. Eine Hausgemeinschaft wurde mit 50 Euro belohnt, die Gärtnerinnen und Gärtner des Interkulturellen Gartens Stadt­wald konnten sich über einen Gutschein in Höhe von 100 Euro freuen.