500 Gäste beim Neujahrsempfang des Landkreises Marburg-Biedenkopf.
Beim Neujahrsempfang des Landkreises Marburg-Biedenkopf gab es Suppe von der kreiseigenen Gesellschaft Integral und einen bewusst gewählten Veranstaltungsort. Rund 500 Gäste waren am vergangenen Samstag der Einladung ins Marburger Landratsamt gefolgt. Zum einen konnte der Kreis dort die Räumlichkeiten im neuen Anbau sowie das neue Bistro „Auszeit“ präsentieren. Zum anderen wollte er damit einen Beitrag zur sparsamen Haushaltsführung leisten. „Ein angemessener, aber kostengünstiger Rahmen – innovativ und sparsam, so wie die Kreisverwaltung grundsätzlich arbeitet“, sagte Landrat Jens Womelsdorf.
Der Sozialdemokrat stellte seiner Neujahrsrede ein Zitat der Philosophin und Totalitarismus-Forscherin Hannah Arendt voran: „Wo Sprechen aufhört, hört Politik auf.“ Dem folgend betonte er: „Wir müssen sprechen. Am besten mit- statt übereinander. Wir müssen immer wieder denjenigen entgegentreten, die kein Interesse an Lösungen haben, und eben gemeinsam anpacken.“
Der Landrat betonte in seiner Rede, dass es zwar viele internationale Krisen gebe, die sich auch immer wieder auf das Handeln hier vor Ort auswirkten. Zugleich würden im Landkreis aber viele Zukunftsprojekte gemeinsamt gestaltet. „Vor unseren eigenen Haustüren gibt es viele Dinge und Projekte, die gelingen, weil wir als Gesellschaft zusammenarbeiten, zusammen gestalten und gemeinsam anpacken“, sagte Womelsdorf. Dieser Gemeinsinn zeichne den Landkreis aus und das dürfe sich die Kreisgesellschaft nicht von Populistinnen und Populisten nehmen lassen. „Ebenso dürfen wir uns unsere Zuversicht und Zukunftsprojekte nicht durch diejenigen nehmen lassen, die immer nur über das reden, was schlecht ist und nicht gelingt“, unterstrich der Landrat.
Er sprach über das Archäologische Freilichtmuseum Zeiteninsel, das im Sommer eingeweiht werden soll, den Gedenkort Münchmühle und die Hinterlandklinik, deren Fortbestand nun gesichert sei. Als eine der wirklich großen Herausforderungen nannte Womelsdorf den Klimaschutz, wenngleich dieser in der öffentlichen Debatte derzeit überlagert werde.
Im Anschluss an die Ansprache des Landrats nutzten die rund 500 Gäste des Neujahrsempfangs die Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken. Zu ihnen gehörten wieder Menschen, die sich an unterschiedlichen Stellen für die Gesellschaft im Landkreis Marburg-Biedenkopf einsetzen: im Ehrenamt, in der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik, in Gewerkschaften, bei den Feuerwehren und Hilfsorganisationen, in der Landwirtschaft oder in den Unternehmen in der Region.
Ein Video-Mitschnitt der Rede steht online unter www.marburg-biedenkopf.de/NJE zu Verfügung. Dort ist die Rede auch zum Nachlesen zu finden.
red

