Zentrum für Konfliktforschung bietet Vorträge und Diskussionen.
Kriege, Gewalt und Zerstörung prägen derzeit die Schlagzeilen. Über die Wege zum Frieden wird dagegen viel seltener gesprochen. Daher stellt das Zentrum für Konfliktforschung das Thema im Rahmen der Vortragsreihe „Konflikte in Gegenwart und Zukunft“ in den Mittelpunkt. Was ist Frieden? Auf welchen Vorstellungen beruht er? Wer setzt sich für ihn ein und wie kann er herbeigeführt werden? In Vorträgen, Lesungen und Diskussionen widmen sich die Forschenden vielfältigen Perspektiven und Herangehensweisen an das Thema Frieden. Die Reihe richtet sich sowohl an Studierende als auch an Interessierte aus der gesamten Region. Die von der Marburger Konfliktforscherin Susanne Buckley-Zistel organisierten und moderierten Veranstaltungen finden jeweils montags ab 18.30 Uhr im historischen Rathaussaal statt. Das Programm:
13. April: Frieden durch Verbinden
Die Ärztin, Buchautorin und Journalistin Gilda Sahebi spricht über die Frage, warum mehr Verbindung ein Weg aus der Krise sein kann. „Verbinden statt spalten. Eine Antwort auf die Politik der Polarisierung“ lautet der Titel ihres aktuellen Buches. Zudem hat sie über die feministische Revolte im Iran geschrieben und unter dem Titel „Wie wir uns Rassismus beibringen“ deutsche Debatten analysiert.
20. April: Podiumsdiskussion über Frieden als Diskurs
Die Friedensforscherin Melanie Hussak (Evangelische Hochschule Freiburg), die Journalistin Sigrun Rottmann und der Leiter des Kompetenzcenters für Krisenbewältigung und Friedensförderung bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) diskutieren über Friedensdiskurse im Journalismus, in der Pädagogik und in der internationalen Friedensarbeit. Sie sprechen über die aktuellen Herausforderungen, denen sie begegnen und wie dies die Wahrnehmung von Friedensoptionen beeinflusst. Hussak ist Leiterin des Friedensinstituts Freiburg und war Projektmitarbeiterin an der Universität Haifa. Sie forscht über Friedensbildung. Rottmann war FR-Korrespondentin für Mexiko und Mittelamerika und ist seit 2019 auch Friedens- und Konfliktberaterin. Mayer unterstützt weltweite Programme zum Katastrophenrisikomanagement, zu Flucht und Migration sowie zur Friedensförderung in fragilen Kontexten.
27. April: Friedensethik im Islam
Die Juniorprofessorin Asmaa El Maaroufi (Universität Münster) spricht über Frieden aus islamischer Perspektive. Welche Ressourcen bieten religiöse Traditionen für das Nachdenken über Frieden? Welche Rolle spielt die Imagination friedlicher Zukunft für globale Friedensarbeit?
11. Mai: Friedensvorstellungen in unterschiedlichen Kontexten von Gewalt
Die Politikwissenschaftlerin Sabine Kurtenbach (Leibniz-Institut für regionale und globale Studien Hamburg) geht den Definitionen von Frieden auf der Basis von Umfragen in sechs Ländern des globalen Südens nach. Geht es um die Abwesenheit von Krieg, Gewaltfreiheit, Einhaltung grundlegender Menschenrechte oder zivile Konfliktbearbeitung?
1. Juni: Friedensbewegungen in Deutschland
Der Kulturwissenschaftler Alexander Leistner (Leuphana Universität Lüneburg) beschreibt die Entwicklungen der Friedensbewegungen in Ost und West sowie die aktuelle Krise der Bewegung.
22. Juni: Podiumsgespräch über Friedensverhandlungen in Kriegsgebieten
Die internationalen Verhandler Hans-Joachim Gießmann und Pascal da Rocha schildern Friedensverhandlungen als zentrale und zugleich hochkomplexe Instrumente, um Kriege und Konflikte zu beenden. Sie berichten darüber, welche Herausforderungen und Dynamiken sie prägen, wo ihre Grenzen liegen und unter welchen Bedingungen sie gelingen können. Ziel ist es, eine realistische Perspektive auf Friedensverhandlungen zu eröffnen und ihre Bedeutung im aktuellen Weltgeschehen zu beleuchten. Gießmann und da Rocha sind erfahrene Mediatoren, die seit vielen Jahren zwischen Konfliktparteien in bewaffneten Auseinandersetzungen vermitteln. Pascal da Rocha hat als internationaler Experte die Vereinten Nationen und Afrikanische Union beraten. Hans-Joachim Gießmann war Mitglied des Beirats für zivile Krisenprävention und Friedensförderung der Bundesregierung sowie der Enquete-Kommission für Lehren aus Afghanistan.
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