Eine kleine Sensation: Die Uhus im Südturm der Elisabethkirche haben einen zweiten Brutversuch gestartet.

Uhu-Weibchen „Lisbeth“ hat sich offensichtlich nach dem Verschwinden des ersten Männchens einen neuen Partner gesucht – und vergangene Woche zwei neue Eier gelegt. „Mit einem weiteren Brutversuch hatten viele Fachleute nicht mehr gerechnet, da ein sogenanntes Nachgelege beim Uhu nur selten beobachtet wird“, erklärt Hartmut Möller vom NABU Marburg.

Einige Tage zuvor seien das Uhu-Weibchen und ein Männchen bei Paarungen an der Elisabethkirche beobachtet worden. Dass es tatsächlich zu einer erneuten Eiablage gekommen sei, sei jedoch eine „bemerkenswerte Überraschung“, so der NABU.

Die Eier müssen nun über mehrere Wochen bebrütet werden. Die Brutdauer beträgt etwa 35 Tage. „Bei weiterhin positivem Verlauf könnte der Nachwuchs somit Mitte Mai im Südturm der Elisabethkirche schlüpfen“, sagt Sebastian Anhäuser vom Marburger NABU.

Parallel dazu entwickeln sich die drei Jungvögel aus der ersten Brut in der Wildvogelstation laut NABU gut. Die drei Uhu-Küken waren Ende März aus dem Nistkasten im Südturm der Elisabethkirche vor dem Verhungern gerettet worden, nachdem Lisbeths erster Partner nicht mehr aufgetaucht war. Die männlichen Uhus sind in der Brutzeit für die Versorgung mit Futter zuständig.

Bild mit freundlicher Genehmigung von NABU Marburg