Erfreuliche Nachrichten aus der Wildvogelstation, in der die drei jungen Uhus aus Marburg aufwachsen.

Die Jungtiere, die Ende März aus dem Nistkasten an der Elisabethkirche geborgen wurden, entwickeln sich nach Auskunft des Marburger Naturschutzbundes prächtig. Die jungen Eulen haben ihre hellen Dunenfedern abgelegt und sind derzeit in der sogenannten „Ästlingsphase“. In dieser Zeit verlassen sie bereits den Horst, obgleich sie noch nicht flugfähig sind. Sie können aber schon klettern und hüpfen – etwa auf Felsen, Böschungen und Baumstämme. Die ersten Flugversuche starten sie in der Regel nach acht Wochen, wenn ihre Schwungfedern weiter gewachsen sind. Das Video, das den Nabu erreicht hat, zeigt die Jungvögel „vital, aufmerksam und bestens versorgt“, freuen sich die Naturschützer.

Der Nabu hatte die Kleinen Ende März aus dem Nistkasten an der Elisabethkirche gerettet, nachdem Uhu-Männchen „Hugo“ – möglicherweise nach einem Unfall – nicht mehr zurückkehrte, wodurch die Küken nicht mehr versorgt werden konnten. Deshalb kamen die drei in die Wildvogelstation, wo sie von einer Uhu-Amme betreut und gefüttert werden.

Unterdessen kündigt sich auch in Marburg neuer Nachwuchs an. Nachdem Uhu-Weibchen „Lisbeth“ ihre ersten drei Jungen verloren hatte, legte sie überraschend ein zweites Gelege mit zwei Eiern. Ob es sich bei dem Männchen um den möglicherweise zurückgekehrten Hugo oder einen anderen Uhu handelt, ist unklar. Eine zweite Brut ist jedenfalls etwas sehr Seltenes, das von Uhu-Begeisterten aus ganz Deutschland per Live-Stream verfolgt wird. Mit dem Schlüpfen der Küken rechnet der Nabu um den 19. Mai.

gec

Bild mit freundlicher Genehmigung von NABU Marburg