NABU Hessen bittet um Aufschub von Heckenschnitt bis mindestes Ende Juli.

In den letzten Wochen haben viele Hecken und Gebüschen in Gärten und Parks durch die Wuchskraft der Pflanzen eine beachtliche Größe erreicht. Trotzdem bittet der NABU Hessen darum, mit dem Pflegeschnitt noch einige Wochen zu warten. Denn die Fortpflanzungszeit ist für viele Vogelarten noch nicht vorbei. Noch bis mindestens Ende Juli brüten viele Singvögel wie Amsel, Rotkehlchen und Zaunkönig im Schutz des dichten Blattwerks in Gärten, Friedhöfen und Parkanlagen. Durch Schnittmaßnahmen können sie so stark gestört werden, dass sie ihre Brut aufgeben. „Einige Vögel haben inzwischen bereits die erste Brut durch und sitzen schon auf dem zweiten Gelege. Wer jetzt seine Sträucher schneidet, riskiert das Leben der kleinen Nestlinge“, erläutert Maik Sommerhage, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Beutegreifer finden die Nester mit den Jungvögeln viel leichter, wenn schützende Zweige weggeschnitten werden. Und bei der aktuellen Hitze geht den durch den Schnitt Nestern auch die Beschattung verloren. Die Nestlinge bekommen dann im Zweifelsfall die pralle Sonne ab und überhitzen.

„In der Zeit von März bis Ende September darf mit einem schonenden Schnitt der Jahreszuwachs von Hecken und Gebüschen entfernt werden, doch die Störung der Vogelbrut ist ein Verstoß gegen den Artenschutz. Das Entfernen oder Auf-den-Stock-Setzen von Hecken ist in dieser Zeit ganz verboten“, erläutert Sommerhage. 

kro

Bild mit freundlicher Genehmigung von Stephen Noulton | Pexels