Kreisjobcenter registriert besten Wert seit drei Jahren.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Marburg-Biedenkopf bleibt trotz der Hiobsbotschaften von den Marburger Pharmaunternehmen bislang erstaunlich stabil. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember sogar um rund 300 Männer und Frauen gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt damit Ende 2025 bei 4,4 Prozent. Vor einem Jahr verzeichnete die Agentur für Arbeit 4,8 Prozent, im Februar 2025 waren es sogar fünf Prozent.

Insgesamt sind damit derzeit 6070 Menschen im Bezirk als arbeitslos registriert. Dem stehen 2500 offene Stellen gegenüber. Allerdings suchen die Unternehmen derzeit mehr Mitarbeitende. 411 freie Arbeitsstellen wurden im Dezember neu gemeldet – mehr als im Vorjahr und mehr als im Vormonat. Die meisten Stellen gibt es aktuell bei den Dienstleistungen, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, der Instandhaltung sowie bei der Reparatur von Autos. Weitgehend unverändert blieb die Zahl der Kurzarbeiter, die aktuell bei rund 350 Menschen in 19 Betrieben liegt.

Regional betrachtet hat der Bezirk Marburg die höchste Arbeitslosenquote (4,8 Prozent), gefolgt von Biedenkopf (4,2 Prozent) und Stadtallendorf (3,8 Prozent). Von den Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt profitieren vor allem Frauen und Ausländer. Das zeigt sich sowohl beim Arbeitslosengeld als auch beim Bürgergeld.
Das zeigt sich auch im Kreisjobcenter. Nach der aktuellen Statistik ist die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Kreis Marburg-Biedenkopf auf knapp 3800 Menschen gesunken (1,5 Prozent weniger als im Vormonat): „Das ist der beste Wert seit drei Jahren und eine schöne Bestätigung unserer Arbeit“, betont der Erste Kreisbeigeordnete, Peter Neidel. Für 2026 will das Kreisjobcenter den Schwerpunkt vor allem auf die Jugendarbeitslosigkeit legen.

Wie die Agentur für Arbeit berichtet, hat sie im vergangenen Jahr insgesamt 91 Millionen Euro in den Landkreis Marburg-Biedenkopf investiert. Zwei Drittel davon sicherten als Arbeitslosengeld den Lebensunterhalt der Menschen, die ihren Job verloren hatten. 18 Millionen an Fördermitteln flossen in Beratung, Eingliederung, Qualifizierung und Beschäftigungsförderung. Sechs Millionen Euro wurden in Weiterbildungen gesteckt, um den Betroffenen neue berufliche Chancen zu eröffnen. Zudem wurden die Unternehmen durch Kurzarbeitergeld (2,5 Millionen Euro) und Erstattungen für sozialversicherungspflichtige Beiträge (2,6 Millionen Euro) entlastet.

gec

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