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Express Online: Thema der Woche
Express Online: Thema der Woche | 14. Januar 2010

Zusammen Wachsen

Über MitteHessen:
"Mittelhessen – wir wachsen zusammen!" – dies ist das Motto von MitteHessen e.V., dem Regionalmanagement für Mittelhessen. Das Profil der Region wird durch Projekte in den Bereichen Innovation, Bildung und Infrastruktur geschärft. Der Verein bildet einen Schulterschluss aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und besteht seit dem Jahr 2003. Zurzeit gehören dem Regionalmanagement-Verein 90 Städte, Landkreise, Kammern, Hochschulen und Unternehmen unter dem Vorsitz des Regierungspräsidenten a. D. Wilfried Schmied an.
red
Wie kann die Region Mittelhessen enger zusammenwachsen und sich gegenüber dem Rhein-Main-Gebiet und Nordhessen besser vermarkten? Mittelhessischer Ausblick auf 2010

Vier Fragen an den Vorsitzenden des Regionalmanagementverein MitteHessen, Regierungspräsident a.D. Wilfried Schmied.

Express: Herr Schmied, Deutschland sieht sich auf dem Weg von der Informations- zur Wissensgesellschaft. Wo steht die Region Mittelhessen in diesem Prozess?
Wilfried Schmied: Mittelhessen kann sich mit Fug und Recht als Bildungsregion bezeichnen. Mit den drei Hochschulen, dem dualen Studienangebot StudiumPlus in Wetzlar sowie einer leistungsfähigen Infrastruktur von Schulen und weiterführenden Bildungsangeboten haben wir ideale Voraussetzungen, um den aktuellen Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft gerecht werden zu können. Wir im Regionalmanagement bringen Wirtschaft und Bildungseinrichtungen in verschiedenen Gremien wie im jetzt gerade neu gegründeten Netzwerk Wirtschaft zusammen. In den Arbeitskreisen und in unserer täglichen Arbeit sorgen wir dafür, dass die Wissenschaft weiß, was die Unternehmen benötigen und diese über das breite Forschungs- und Ausbildungsangebot der Hochschulen und Berufsakademien Bescheid wissen. Informationsfluss und enge Verzahnung sind Schlüsselbegriffe, die in den nächsten Jahren noch an Bedeutung gewinnen werden.

Express: Mit den Universitäten Gießen und Marburg sowie der FH Gießen-Friedberg gibt es drei Hochschulen in der Region – Wie steht es um den Wissenstransfer in die Wirtschaft?
Wilfried Schmied: Die Strategie hierfür heißt Clusterbildung. Mit der Gründung des Medizinwirtschaftsclusters "timm" haben wir vor zwei Jahren die formelle Voraussetzung für eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft in der Region geschaffen. timm bietet die Plattform für Kooperationen und Wissenstransfer innerhalb der Medizinwirtschaft in Mittelhessen. Neue Technologien, Verfahren und Werkstoffe stehen dabei im Vordergrund. Auch das Entrepreneurship Cluster Mittelhessen (ECM) weist in diese Richtung. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Projekt zielt darauf ab, eine Kultur der unternehmerischen Selbstständigkeit dauerhaft an Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu verankern und somit das Gründungsgeschehen zu stärken. Das Entrepreneurship Cluster Mittelhessen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Qualität und Quantität der Unternehmensgründungen aus den Hochschulen heraus zu erhöhen. Diese Idee unterstützen wir als regionales Netzwerk. Denn Mittelhessisches Wissen soll künftig noch stärker zu mittelhessischer Wertschöpfung führen.

Express: Wie unterstützt das Regionalmanagement den Prozess des Zusammenwachsens und die gemeinsamen Interessen der Region?
Wilfried Schmied: Daran arbeiten wir seit unserer Gründung im Jahr 2003 auf mehreren Ebenen. Zum einen durch konkrete Projekte wie etwa die regelmäßige Teilnahme an der größten europäischen Messe für Gewerbeimmobilien Expo Real, die vom Verein MitteHessen federführend organisiert wird. Daneben haben wir zahlreiche Arbeitskreise ins Leben gerufen, in denen Vertreter von Unternehmen, Landkreisen und Hochschulen etwa die Themenfelder Weiterbildung, Kraft-Wärme-Kopplung oder Weiterbau der A49 und andere aus regionaler Sicht betrachten und sich aktiv für eine bessere Vernetzung der Region einsetzen. Derzeit bündeln wir diese Aktivitäten und wollen sie in einem Leitbild für die Region Mittelhessen und den Verein MitteHessen e.V. zusammenführen. Dieser Prozess soll 2010 abgeschlossen sein.

Express: Wo liegen 2010 die Arbeitsschwerpunkte des Regionalmanagements?
Wilfried Schmied: Wir wollen im kommenden Jahr die Netzwerkbildung in der Region weiter vorantreiben und gleichzeitig die vielfältigen Stärken Mittelhessens noch stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken. Der Standort Mittelhessen braucht sich nicht verstecken – im Gegenteil. Aber im sich abzeichenden Verteilungskampf um Investoren, Unternehmen und Fachkräfte muss die Region noch stärker auf sich aufmerksam machen. Konkret wollen wir von MitteHessen 2010 ein Logistik-Cluster gründen. Außerdem arbeiten wir an einer Strategie zur Gewinnung von Fachkräften für die Region. Auch der Weiterbau der A49 wird uns in diesem Jahr weiter beschäftigen. Wenn wie angekündigt in der zweiten Jahreshälfte die Baugenehmigungen vorliegen sollten, werden wir uns mit unseren Mitteln für einen möglichst raschen Baubeginn dieses wichtigen Infrastrukturprojekts einsetzen.

Interview: Georg Kronenberg

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