Dienstag, 22. Oktober 2019
Marburg
Demo gegen Antisemitismus
Foto: Birgit
Heimrich, Stadt
Marburg
Rund 3000 Menschen haben am Samstag in Marburg für Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde und gegen Antisemitismus, Rechtsextremismus, Hetze, Gewalt und Ausgrenzung demonstriert. Zu dem Trauermarsch anlässlich des Anschlags in Halle hatte der Magistrat der Stadt aufgerufen.
"Dieser Anschlag ist ein Anschlag auf uns alle. Euer Schmerz ist unser Schmerz, Eure Angst ist unsere Angst, Eure Verzweiflung ist unsere Verzweiflung. Denn dieser Angriff galt nicht nur der jüdischen Gemeinde in Halle, er galt uns allen und er betrifft uns alle", sagte Oberbürgermeister Thomas Spies bei der Kundgebung an der mittelalterlichen Synagoge am oberen Markt. Und: "Wir sind erschüttert und verletzt. Unser Mitgefühl gilt den Opfern und allen, die bedroht sind oder sich bedroht fühlen. Sie sollen, Ihr sollt alle wissen: Wir stehen immer an Eurer Seite."
Losgegangen war die Demonstration am neuen Gotteshaus der Jüdischen Gemeinde Marburg im Südviertel. Dort versammelten sich rund 1200 Teilnehmer zu Beginn hinter dem Transparent "#wirstehenzusammen" – jener Formel, die binnen weniger Stunden nach dem rechtsextremistischen Anschlag in Halle zum Motto der millionenfachen Solidaritätsbekundungen wurde.
Auf dem Weg von der neuen Synagoge in der Liebigstraße vorbei am Garten des Gedenkens bis zum Zentrum des Marburger jüdischen Lebens im Mittelalter schlossen sich immer mehr Demonstranten an. So nahmen insgesamt rund 3000 Menschen am Zug teil. Am oberen Markt und vor dem Glaskubus der alten Synagoge drängten sich bei der Kundgebung noch rund 2000 Teilnehmende.
Monika Bunk von der Jüdischen Gemeinde Marburg dankte bei der Kundgebung allen und berichtete von den vielfachen Solidaritätsbekundungen aus Politik, Religionsgemeinschaften und Bürgerschaft, die sie in den vergangenen Tagen erhalten hätten. Sie forderte gleichzeitig: "Lasst das keine einmalige Sache sein! Seid bitte immer aufmerksam, in eurem Alltag, in der Schule, an der Uni, im Verein, am Arbeitsplatz, auf dem Fußballplatz. Nehmt die alltäglichen Diskriminierungen, Antisemitismen und Hassworte wahr, die an eure Mitmenschen gerichtet werden", rief sie den Menschen zu, "schweigt nicht, handelt, zeigt Gesicht!"
 
Marburg
Studis sammeln Müll
Foto: Stefanie Profus,
Stadt Marburg
Rund 120 Studierende haben mitgeholfen, den Müll nach der Ersti-Woche aufzuräumen. Als Zeichen der respektvollen Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Stadtverwaltung beteiligten sich in diesem Jahr sieben Fachschaften der Philipps-Universität an der Müllsammelaktion während der Orientierungseinheit der Erstsemester.
Bis 13 Uhr räumten die Studierenden am Freitag vergangener Woche, unterstützt durch Mitarbeiter des Dienstleistungsbetriebs Marburg (DBM), einen Abschnitt an der Lahn mit Hilfe von Müllsäcken, Greifzangen und Handschuhen auf. Für diese Aktion wurde ein Wiesenabschnitt unweit der Mensa absichtlich nicht gereinigt, sodass die beteiligten Studierenden zum Nachdenken über die eigene Müllproduktion während dieser Einführungswoche angeregt wurden.
"Die Orientierungswoche ist für die Erstsemester sehr wichtig, um sich in ihrer neuen Umgebung zurecht zu finden und sich wohl zu fühlen. Mit der Müllsammelaktion zeigen die Studierenden, dass ihnen aber ebenso wichtig ist, dass weder die Umwelt noch die Anwohnerinnen und Anwohner unter den beliebten Stadtrallyes leiden sollten", sagte "Ich bin froh, dass heute so viele Studierende bei der Aktion geholfen haben", sagte Univizepräsidentin Prof. Evelyn Korn. Für das Engagement verlosten Bürgermeister Wieland Stötzel und Uni-Vizepräsidentin Korn mehrere Preise unter den Studierenden.
 
Marburg
Tansanias Botschafter zu Gast
Foto: Patricia
Grähling, Stadt
Marburg
Zwischen dem Fachbereich Medizin der Philipps-Universität, dem Universitätsklinikum in Marburg und der Kilimanjaro-Region in Tansania gibt es eine medizinische Partnerschaft, die nun weiter ausgebaut wird. Aus diesem Anlass reiste der tansanische Botschafter Abdallah Saleh Possi mit einer Delegation in die Universitätsstadt. OB Thomas Spies empfing den Botschafter zusammen mit Gästen im historischen Rathaussaal.
Der Hintergrund: Anfang 2018 reist erstmals eine medizinisch-wissenschaftliche Delegation aus Marburg zum Kilimanjaro, um an gesunden Probanden die Entwicklung der Höhenkrankheit unter der ärztlichen Leitung von Prof. Harald Renz zu untersuchen. Organisator und Initiator des Projekts war Christian Kreisel, der als Medizinstudent sein Engagement seit 2014 in verschiedene Partnerschaftsprojekte in der Region investiert hat. Im Rahmen dieses Besuchs fand der erste Kontakt zum Kilimanjaro Christian Medical College (KCMC) statt, einziges Universitätskrankenhaus mit Medizinerausbildung in Nordtansania.
2018 wurde eine Vereinbarung zum Aufbau und Ausbau der Kooperation in Forschung, Lehre und Krankenhausversorgung zwischen dem KCMC, dem Fajara-Distrikt Krankenhaus und dem Fachbereich Medizin der Marburger Universität unterzeichnet. Die Zusammenarbeit mit der Laboratoriumsmedizin wurde gestartet. Der Ausbau der Partnerschaft gemeinsam mit den weiteren Fachdisziplinen des Universitätsklinikums ist geplant. Inzwischen wurden weitere Förderprojekte für Forschung und Lehre bewilligt.
Marburg
Wohnquartier am Hasenkopf
Bei vier Workshops zum neuen Wohnquartier am Hasenkopf im Stadtteil Ockershausen/Stadtwald haben sich zahlreiche Bürger beteiligt und mit ihren Ideen eingebracht – etwa für Wohnformen, für Mobilität und Infrastruktur und mit ihren Vorstellungen und Wünschen für die Gestaltung der Grünflächen. Das Ziel: gemeinsam mit den Bürgern die Rahmenbedingungen für den städtebaulichen Wettbewerb für das neue Quartier zu erarbeiten. Die ausgewerteten Anregungen möchte die Stadt nun am Montag, 21. Oktober, um 17.30 Uhr, in den Räumen der Initiative für Kinder, Jugend- und Gemeinwesenarbeit (IKJG),
Dietrich-Bonhoeffer-Straße 16, vorstellen.
Mehr Informationen zum Wohnquartier sowie zu den bisherigen Veranstaltungen auf der städtischen Internetseite unter: www.marburg.de/wohnenimwesten
 
Marburg
Lahn-Renaturierung & Besichtigung
Foto: Patricia
Grähling, Stadt
Marburg
Als ein Beitrag zum Natur- und Klimaschutz wird bis voraussichtlich November die Lahn zwischen Gisselberg, Cappel und Ronhausen renaturiert. Dort wird dem Fluss auf einer Länge von 1,5 Kilometern ein neues Bett gegeben – verbunden mit Gestaltungsmaßnahmen, die zahlreichen Tieren weitere Lebensräume bieten. Außerdem sollen die entstehenden Rinnen und Senken zum Hochwasserschutz beitragen. Die Baumaßnahme ist Teil eines Projekts der Europäischen Union "Living Lahn – ein Fluss, viele Ansprüche".
Zum "Tag der offenen Baustelle" am Freitag, 18.10., werden zwischen 14 und 17 Uhr Baustellenführungen angeboten. Ortrud Simon von der Unteren Naturschutzbehörde steht für Fragen und Informationen bereit. Bei drei Rundgängen führen Experten durch die neu geschaffenen Lebensräume und erläutern Hintergründe: Herbert Diehl vom Regierungspräsidium Gießen sowie Geschäftsführer Thomas Schmidt und Planer Daniel Floride von der Gesellschaft für Wasserwirtschaft, Gewässerökologie und Umweltplanung in Kassel. Die Führungen starten um 14, 15 und 16 Uhr. Treffpunkt: Ab dem Kreisel in der Ortsmitte von Gisselberg der Straße "Große Wiese" in Richtung Solarpark folgen (möglichst zu Fuß, per Rad oder Bus). Nach der Unterquerung der B3A rechts halten und dem Fahrradweg etwa 100 Meter folgen.
 
Marburg
Gesundheitstag
Das KreisJobCenter (KJC) des Landkreises lädt seine Kunden für Donnerstag, 31. Oktober, zu einem Gesundheitstag ein. Ab 9 Uhr können sich Interessierte in der Kreisverwaltung in Marburg an Informationsständen Tipps holen, Gesundheits-Checks absolvieren oder bei Mitmach-Angeboten selbst aktiv werden.
Die Veranstaltung bietet ein abwechslungsreiches Programm: Informationsstände und Beratung sowie Gesundheits-Checks, darunter Hör- und Sehtests, Blutdruckmessung und Blutzuckermessung, sind Teile des Gesundheitstages. Wer sich gerne Vorträge rund um das Thema Gesundheit anhört, kommt ebenfalls auf seine Kosten: Gesunde Fuß- und Zahnpflege, der Umgang mit offenen Wunden und Entzündungen, Tipps für pflegende Angehörige oder auch Informationen zu Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen – das Angebot ist vielfältig. Alle Vorträge finden über den Tag verteilt in Raum 135 im 1.Stock statt. Wer selber mitmachen möchte, ist bei den Mitmach-Angeboten richtig: Yoga zum Kennenlernen, Bewegung mit Alltagsgegenständen und die Bewegung der Wirbelsäule stehen auf dem Programm. Und auch eine Tombola gibt es: Mit etwas Glück lassen sich praktische Gegenstände wie Wanderstöcke und Funktionskleidung gewinnen, die beim Bewegen nützlich sind.
Infos unter www.kreisjobcenter.marburg-biedenkopf.de