Dienstag, 23. April 2019
Marburg
Das unerschrockene Wort
Foto: Julius
Matuschik
"Der Islam braucht eine sexuelle Revolution" – das sagt Seyran Ates. Und sie stellt klar: Eine Religion, die nur der Abgrenzung dient, stellt sich gegen die Demokratie. Die Rechtsanwältin, Autorin, Frauenrechtlerin und Moschee-Gründerin Seyran Ates erhält in Marburg am 27. April den diesjährigen Lutherpreis "Das unerschrockene Wort".
Der Bund der 16 Lutherstädte in Deutschland zeichnet die 55-jährige Berlinerin mit türkisch-kurdischen Wurzeln für ihren Kampf für die Rechte muslimischer Frauen, für Demokratie, Integration und für einen säkular-liberalen Islam, gegen Parallelgesellschaften und gegen politisch-religiösen Extremismus aus. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird am 27. April in einer großen öffentlichen Festveranstaltung in der Lutherischen Pfarrkirche verliehen.
Die Entscheidung für Seyran Ates fiel bei der Jurysitzung der 16 Mitgliedstädte im November in Marburg. Die Jury wählte Seyran Ates als Preisträgerin für "Das unerschrockene Wort" wegen ihres unerschrockenen Einsatzes für Frauenrechte und gegen kulturell und religiös begründete Gewalt und Extremismus. "Die Frage der Integration ist eines der bedeutenden Themen der Gegenwart und eine enorme Herausforderung für die Zukunft unserer Gesellschaft. Mit Seyran Ates würdigen wir eine Pionierin der Integrationsarbeit. Trotz Morddrohungen und tätlichen Übergriffen verfolgt sie diesen Weg seit Jahrzehnten mit enormer Zivilcourage. Seyran Ates bezeichnet sich selbst als gläubige Muslimin, die ihre Religion von innen heraus reformieren will, statt sich gegen sie zu wenden. Das ist im bestens Sinne Luthers," heißt es in der Begründung der Jury.
 
Marburg
16 Trinkwasserbrunnen
Foto: Steinforth
Der Frühling ist da. Und in Marburg sind die Trink­wasser­brunnen wieder eingeschaltet. Zu diesem Anlass hat die Stadt Marburg ihren neuen Flyer "Blue Community Marburg – Ge­nie­ßen Sie Leitungswasser überall!" vorgestellt.
"Mit diesem neuen Flyer möchte die Stadt Marburg ihre Bürger­innen und Bürger sowie Gäste für die vielen Vorteile von Lei­tungs­wasser sensibilisieren", sagte Bürgermeister Wieland Stötzel bei der Präsentation. "Wir als Stadtverwaltung gehen mit gutem Beispiel voran und haben Flaschenwasser aus unserem Alltag ge­strichen." Der Flyer zeigt nicht nur in einer Kartenübersicht die 16 Standorte der Trinkwasserbrunnen im Marburger Stadtgebiet; er bietet auch Informationen rund um die internationale Bewegung "Blue Community", der sich die Stadt Marburg im Jahr 2017 angeschlossen hat.
Die vier Hauptziele der Initiative, die wörtlich mit "Blaue Kommune" oder "Blaue Gemeinschaft" übersetzt werden kann, sind die Anerkennung von Wasser als Menschenrecht, die Zusicherung, dass Wasserdienstleistungen in öffentlicher Hand bleiben, die Pflege internationaler Partnerschaften sowie das Bestreben, den Genuss von Leitungswasser anstelle von teurem Flaschenwasser zu fördern.
In dem letztgenannten Punkt liegt ein riesiges Potential: Das Trinken von Leitungswasser ist nicht nur ein enormer Beitrag zum Umwelt- und Klima­schutz, es spart auch Geld. Gleichzeitig ist es das in Deutschland am besten kontrollierte Lebensmittel. "Das Leitungswasser in Marburg ist sehr kalkarm und von hervorragender Qualität", sagt Karin Brahms von den Stadtwerken Marburg an. "Und es kommt zu 50 Prozent aus Marburger Quellen".
 
Marburg
Sicherheit vernetzt
Mit mehr Prävention die Sicherheit in Marburg und dem Landkreis weiter verbessern, die Zusammenarbeit stärken, Strafverfolgung effektiver gestalten und Fachwissen bündeln – das sind die Ziele der neuen Lenkungsgruppe Sicherheit. Die Stadt Marburg, der Landkreis Marburg-Biedenkopf, das Landgericht, das Amtsgericht, die Staatsanwaltschaft und die Polizei arbeiten in der Gruppe zusammen.
"Der Landkreis und die Stadt Marburg sind eine sichere Region. Das zeigt auch die Kriminalstatistik. Darauf wollen wir uns aber nicht ausruhen, sondern unsere Zusammenarbeit intensivieren und präventiv arbeiten", sagt der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow.
"Mit der Lenkungsgruppe stärken wir die Zusammenarbeit zwischen den Behörden auf allen Ebenen – dadurch wird die Präventionsarbeit und Kriminalitätsbekämpfung weiter verbessert. Beispielsweise werden wir in der AG Kriminalität ganz konkrete Möglichkeiten zur Beschleunigung von Ermittlungsverfahren besprechen, damit für die Täter die 'Strafe auf den Fuß' folgen kann", berichtet Bodo Koch, Leiter der Polizeistation Marburg-Biedenkopf.
Die Lenkungsgruppe Sicherheit arbeitet als beratendes Organ der Stadt und des Landkreises, soll Impulse geben und der Vernetzung und engeren Zusammenarbeit aller beteiligten Behörden dienen.
Marburg
Gas & Strom
"Gaspreise ziehen wieder kräftig an". So und so ähnlich titelten die Zeitungen Ende März nach einer Pressemitteilung der dpa, deren Inhalt eine signifikante Erhöhung der jährlichen Gaspreise ankündigte, teilweise um bis zu 10 Prozent. Was aber bedeutet das für die Stadt Marburg? Die schlechte Nachricht zuerst. Wie die Stadtwerke bei einem Pressetermin mitteilten, werden auch diese in ihrer Funktion als Gasversorger die Preise anheben müssen, im Vergleich allerdings nur sehr moderat. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass Gas ab dem 1. Juni um 0,17 Ct/kWh teurer wird, dass entspricht einer Erhöhung um weniger als 3 Prozent. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 20.000 kWh im Jahr entstehen also Mehrkosten von rund 34 Euro. Grund für die vergleichsweise geringe Anhebung sei die Beschaffungsstrategie der Stadt­werke, die darauf abzielt, im voraus Teilmengen für die kommenden Jahre einzukaufen, um sich gute Preise zu sichern und signifikante Erhöhungen zu vermeiden. "Auch soll die finanzielle Belastung für den Kunden so gering wie möglich gehalten werden, deshalb erfolgt die Erhöhung auch erst nach der Heizperiode im Winter", teilte Holger Armbrüster, Geschäftsführer der Stadtwerke, mit.
Der Stadtwerke-Geschäftsführer und -Sprecher Norbert Schüren teilte zudem mit, dass seitens der Stadtwerke bis mindestens 31. Dezember keine Erhöhung des Strompreises vorgesehen sei.
Sowohl der Gas- als auch der Strompreis setzen sich zu knapp 50 Prozent aus nicht vom Anbieter beeinflussbaren Faktoren wie Steuern zusammen, zu denen auch die Beschaffungskosten gehören. Den Anstieg der Beschaffungskosten geben viele Gasanbieter als Hauptgrund für die Preiserhöhung an.
 
Marburg
Koreas Botschafter besucht Studienort
Foto: Patricia
Grähling, Stadt
Marburg
Von 1987 bis 1990 hat Koreas Botschafter Dr. Bum Goo Jon Politikwissenschaften an der Philipps-Universität studiert und im Anschluss daran auch in Marburg promoviert. Jetzt hat er seine Alma Mater wieder besucht.
An der Uni traf sich der Koreanische Botschafter mit Uni­prä­si­den­tin Prof. Katharina Krause und seinem Doktorvater Prof. Georg Fülberth, zu einem Austausch an seiner Alma Mater.
Die Philipps-Universität unterhält eine Vielzahl von Ko­ope­ra­tionen mit südkoreanischen Hochschulen. Seit 2018 besteht auch eine Erasmus+-Kooperation mit der Kim-Il-Sung Uni­ver­sity in Pjöngjang in der Demokratischen Volksrepublik Korea. Gesprächsthema war unter anderem die Verstärkung des Interesses deutscher Studierender aus Natur- und Technikwissenschaften an einem Austausch mit Universitäten in Korea, gerade auch im Hinblick auf die Arbeitsmöglichkeiten in den deutschen Niederlassungen führender koreanischer Unternehmen.
Im Rathaus wurde Bum Goo Jong von Oberbürgermeister Thomas Spies in Empfang genommen und trug sich in das Goldene Buch der Universitätsstadt Marburg ein.
"Marburg ist für mich eine zweite Heimat. Meine beiden Kinder sind hier ge­bo­ren und aufgewachsen", berichtete der Botschafter im Rathaus. Auch erinnere er sich gerne an die Vielfältigkeit und die regen Diskussionen während seiner Studien­zeit. "Es war ein wichtiger Teil des Lebens zu erfahren, wie verschiedene Meinungen durch Diskussionen besprochen werden und Gemeinsamkeiten dabei nicht verlorengehen", lobte er das Zusammenleben in Marburg.