Sonntag, 23. Februar 2020
Marburg
Hilfe aus Marburg
Foto: Terra Tech
Bedrohliche, dunkle Wolken, kahle Felder und verzweifelte Kleinbauern – dies sind die Bilder der Heu­schrecken­plage in Ostafrika. Seit Monaten werden Teile Äthiopiens sowie der Nachbarländer Somalia und Kenia von einer Heus­chrecken­plage heimgesucht. "Für die Kleinbauern und ihre Familien ist dies eine Katastrophe. Sie wurden ihrer Lebensgrundlage beraubt," beschreibt Chris Schmetz, Sprecher der Marburger Hilfsorganisation Terra Tech, die dramatische Lage vor Ort.
In Ostafrika sind derzeit rund 12 Millionen Menschen von einer drohenden Nahrungsmittelknappheit betroffen, ein Anstieg dieser Zahl wird befürchtet. Für Äthiopien ist es die schlimmste Lage seit 25 Jahren. "Ich habe in meiner Arbeit schon Dinge wie kleine Erdbeben, starke Regenfälle und Überflutungen gesehen, aber nichts davon war wie diese Heuschreckeninvasion," sagt Nuru Mohammed Seid, Projektkoordinator der äthiopischen Hilfsorganisation Kelem.
Ein Ende ist nicht in Sicht. Starke Regenfälle und Überschwemmungen bieten den Heuschrecken gute Brutbedingungen. Schätzungen zufolge wird diese Lage aufgrund der anstehenden Regenzeiten bis in den Sommer 2020 anhalten. Gemeinsam mit Kelem bereitet Terra Tech daher die Verteilung von Saatgut und Notfallnahrung vor. Dazu hat die Hilfsorganisation 15.000 Euro Soforthilfe bereitgestellt. "Mit diesem Betrag können wir rund 600 Familien versorgen, insgesamt sind in unserem Projektgebiet aber rund 9.400 Familien auf Hilfe angewiesen," so Schmetz. "Weitere Spenden sind daher dringend nötig. Wir müssen die Kleinbauern bis zur nächsten Ernteperiode gezielt unterstützen."
 
Marburg
Bargeldloses Parken
Foto: Thomas
Steinforth, Stadt
Marburg
Kleingeldsuche adé: In Marburg können Autofahrer ihre Parkgebühren auch per Mobiltelefon zahlen. Dafür kooperieren die Stadtwerke Marburg und die Stadt Marburg bereits seit Dezember mit smartparking, einer Initiative für digitale Park­raumbewirtschaftung. Bei einem gemeinsamen Presse­termin wurde das Konzept jetzt vorgestellt. Autofahrer hätten mehr Flexibilität, weil sie die Parkuhr von unterwegs aus im Blick behalten und steuern könnten, unterstrich dabei Ober­bürger­meister Thomas Spies. "Wir möchten das Parken in Marburg so komfortabel und stressfrei wie möglich machen", sagte Stadt­werke-Geschäftsführer Holger Armbrüster.
Als Handyparken-Anbieter stehen zum Beispiel "EasyPark", "ParkNow", "moBiLET" und "Parkster" zur Auswahl. Den Parkvorgang starten Autofahrer – je nachdem welches Angebot genutzt wird – per App, Anruf oder auch per SMS. Die Parkzeit kann ganz nach Bedarf gestoppt oder verlängert werden. Dauert beispielsweise ein Einkauf oder Arztbesuch länger als geplant, kann das Parkticket einfach von unterwegs verlängert werden. Es wird nur die geparkte Zeit abgerechnet. Für diesen Komfort addieren die Anbieter unterschiedliche Zuschläge auf die kommunale Parkgebühr. Das Lösen des "Handytickets" ist überall möglich, wo mit einem Parkschein im öffentlichen Straßenraum geparkt werden kann. Ob ein Auto ein digitales Ticket hat, erkennen die Mitarbeitern des Ordnungsamts am Kennzeichen, das sie mit einem zentralen Online-System abgleichen.
Wer Parkgebühren lieber bar bezahlt, kann das weiterhin tun. Die Park­schein­automaten bleiben parallel in Betrieb.
 
Marburg
Über 400 tanzen
Foto: Stefanie
Profus, Stadt
Marburg
Tanzend demonstrieren: An der Aktion "One Billion Rising" (OBR, auf Deutsch: Eine Milliarde erhebt sich) haben sich rund 400 Schülerinnen, Schüler, Lehrerinnen, Lehrer und viele weitere Marburgerinnen und Marburger beteiligt und vor dem Gymnasium Philippinum tanzend gegen Gewalt protestiert. Die Tanzdemo, die weltweit stattfindet, macht darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, für Gleichberechtigung und gegen Gewalt an Frauen einzutreten. Christine Amend-Wegmann, Leiterin des Gleichberechtigungsreferats, erläuterte: "Jede dritte Frau erlebt laut Statistik der Vereinten Nationen in ihrem Leben Gewalt. Weltweit sind das eine Milliarde Opfer von Gewalt."
Die Universitätsstadt Marburg beteiligt sich seit mehreren Jahren an der Kampagne "One Billion Rising" (OBR). Im Rahmen dieser Kampagne setzen weltweite Aktionen jedes Jahr am 14. Februar ein klares "Nein" gegen jede Form von Gewalt an Frauen und Mädchen. Ins Leben gerufen wurde die Aktion von der US-amerikanischen Aktivistin Eve Ensler im Jahr 2012 als Reaktion auf die weltweit große Anzahl an von Gewalt betroffener Frauen und Mädchen. Mittlerweile finden OBR-Aktionen in etwa 190 Ländern statt.
Marburg
Medienzentrum in Unibibliothek
Foto: Susanne
Saker
Die Universitätsbibliothek hat ihr Serviceangebot um ein Medienzentrum erweitert. Es bietet moderne Medien­arbeits­plätze und hochwertige Multimedia-Ausstattung, auch zur Produktion von Videos oder Podcasts für Studium, Lehre und Forschung.
Prof. Dr. Thomas Nauss zitierte bei der Eröffnung den Star Wars-Regisseur George Lucas, der schon 1980 sagte: "Wenn Studenten nicht die Sprache von Ton und Bild vermittelt wird, verlassen sie dann das College nicht genauso als Analphabeten wie wenn sie nicht lesen und schreiben können?" Damit betonte der Vize­präsi­dent für Informationsmanagement die Bedeutung audiovisueller Medien und Technik für Studium und Lehre.
Das Medienzentrum befindet sich im ersten Obergeschoss der Universitäts­bibliothek und bietet einen großen PC-Pool mit 110 PC-Arbeitsplätzen, außer­dem Einzelarbeitsplätze und Gruppenräume zur Sichtung und Bearbeitung audiovisueller Medien sowie einen Film- und einen Ton-Raum für die Medien­produktion. Daneben stehen Geräte zum Arbeiten mit Mikro­film und Mikro­fiches zur Verfügung.
In einem mit Spezialsoftware ausgestatteten Seminarraum können Lehrenden Multimedia-gestützte Lehr- und Lernszenarien erproben und durchführen. Die technische Ausstattung wird flankiert von einem Beratungs- und Schu­lungs­an­gebot: Softwareschulungen, Einführungen in die Bearbeitung von AV-Material (zum Beispiel Bild- und Tonschnitt) aber auch Workshops in Produktion (etwa Kamera-, Ton- und Lichttechnik) stehen auf dem Programm.
 
Marburg
Virtueller Besuch
Seit gut 100 Jahren gilt das als "DEHIO-Handbuch der deutschen Kunst­denk­mäler" als das einschlägige Referenzwerk für Baudenkmäler, auch abseits des Fachpublikums. Im Projekt "DEHIO digital" soll es nun in eine für Forschung und Öffentlichkeit attraktive Online-Plattform überführt und um mindestens 150.000 Fotos ergänzt werden. Bei dem Vorhaben ist das Deutsche Doku­mentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg (DDK) der Philipps-Universität Marburg federführend. Die Beauftragte der Bundes­regierung für Kultur und Medien fördert das Projekt mit rund 750.000 Euro über drei Jahre.
Das DEHIO-Handbuch dient einem großen Kreis von Kulturinteressierten als Wissensträger und Orientierungshilfe. "Es findet sich eine große Leserschaft in der Tourismusbranche und bei den Reisenden selbst, in der Schule und im Hochschulwesen, bei Denkmaleigentümern, im Bereich der Heimat- und Regionalforschung, in der Stadtplanung oder auch im Bauwesen allgemein", sagt Dr. Christian Bracht, Direktor des DDK und Leiter des Projekts "DEHIO digital".
Das umfassende Denkmäler-Verzeichnis mit etwa 100.000 beschriebenen Bauwerken soll in eine frei zugängliche und bebilderte Online-Plattform überführt werden.
Kooperationspartner des DDK sind die Wissenschaftliche Vereinigung zur Fortführung des kunsttopographischen Werkes von Georg Dehio e.V., der Deutsche Kunstverlag in Berlin, der digiCULT-Verbund in Kiel sowie die Thüringische Universitäts- und Landesbibliothek.