Samstag, 7. Dezember 2019
Marburg
Frühchenprozess: Lebenslange Haft
Das Marburger Landgericht hat eine 30-jährige Kranken­schwester wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körper­verletzung und der Misshandlung von Schutzbefohlenen zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter sahen es in dem aufwändigen Indizienprozess als erwiesen an, dass die Krankenschwester drei Säuglingen auf der Frühchenstation in der Uniklinik Ende 2015 und Anfang 2016 nicht verordnete Narkosemittel verabreicht hatte. Die 30-Jährige habe aus narzisstischer Geltungssucht gehandelt und die Frühchen in Lebensgefahr gebracht, um sich als versierte Kinderkrankenschwester und tragisch gescheiterte Lebensretterin darstellen zu können, so das Gericht.
Zwei Säuglinge überlebten die Vergiftungen. Ein Frühchen starb, laut einem Gutachten aber nicht an der Vergiftung, sondern an den Folgen von Lungen­hochdruck.
Mit 76 Verh­andlungstagen und über 70 geladenen Zeugen gehört die Ver­hand­lung zu den aufwändigsten Prozessen am Marburger Landgericht. Die Taten waren ans Licht gekommen, weil einem Oberarzt in der Klinik Parallelen bei den drei Fällen aufgefallen waren. Die Angeklagte schwieg vor Gericht zu den Vor­würfen.
 
Marburg
Marburg im Pokal-Viertelfinale
Der BC Pharmaserv Marburg hat zum dritten Mal in Folge das Viertelfinale um den Deutschen Pokal erreicht. Der BC gewann gegen die SNP Bascats USC Hei­del­berg 82:72.
Das Heimspiel gegen den Erstliga-Konkurrenten stand bis zweieinhalb Minuten vor Schluss auf des Messers Schneide. Doch mit großer Leidenschaft sicherte sich der Tabellenachte der Bundesliga den Sieg. Für Marburg war Steffi Wagner erfolgreichste Punktesammlerin (19), Joey Klug erzielte ein Double-Double (16 Punkte / 10 Rebounds).
Mit dem Sieg ist der vom Verletzungspech geplagte BC nach den verlorenen Liga-Partien wieder in der Spur.
Das Pokal-Viertelfinale wird am 7. Dezember während einer Versammlung der Arbeitsgemeischaft 1. DBBL in Frankfurt ausgelost und Sonntag, 5. Januar, aus­getragen.
Marburg
Schweres Gerät
Foto: Thomas
Steinforth, Stadt
Marburg
An der frisch sanierten Weidenhäuser Brücke ist eine Haupt­prüfung durchgeführt worden. Mit einem Brücken­unter­sicht­gerät wurde die Brücke "hautnah" betrachtet. Normalerweise werden bei dieser Prüfung mögliche Schäden von Brücken untersucht und das Ergebnis mit dem der letzten Inspektion verglichen. Im Falle der frisch sanierten Weidenhäuser Brücke dient die Überprüfung der endgültigen Abnahme der Bau­leistung. Sie war zuletzt im Jahr 2017 geprüft worden.
Den Prüfbericht des externen Büros erhält die Stadt vor­aus­sichtlich bis Jahresende. "Wir gehen davon aus, dass alles in Ordnung ist", sagt Bürgermeister und Baudezernent Wieland Stötzel. Im Früh­jahr werde abschließend die Erneuerung des barrierefreien Zugangs von der Brücke in Richtung Cineplex angegangen, so Stötzel.
Eine Hauptprüfung ist Vorschrift und wird alle sechs Jahre vorgenommen; alle drei Jahre wird eine einfache Prüfung durchgeführt.
 
Marburg
Spatenstich für Altenzentrum
Foto: Patricia
Grähling, Stadt
Marburg
Mit dem Spatenstich begann vergangene Woche der Neubau des Altenzentrums St. Jakob am Richtsberg. Die ersten Arbeiten in der Sudetenstraße 24 laufen bereits seit Oktober: Das Gebäude, in dem der Kinderhort bislang untergebracht war, ist schon weg, der Küchentrakt ist bereits entkernt und wird in den nächsten Tagen abgerissen. Dann folgt der schonende Abbau des achtstöckigen Gebäudes – es bildet ein Drittel des Altenzentrums – von oben herab. Mit dem Spatenstich haben alle am Projekt Beteiligten die beginnenden Bauarbeiten nun offiziell gestartet. Gemeinsam mit der GeWoBau und der Altenhilfe St. Jakob setzt die Stadt Marburg das Projekt um, in die Planungen in den vergangenen elf Jahren waren viele weitere Personen involviert.
"Die Marburger Altenhilfe setzt bereits jetzt Maßstäbe mit dem Niveau ihrer Arbeit. Wir wollen das weiter ausbauen, indem wir auch Räume auf höchstem Niveau bauen", sagte Oberbürgermeister Thomas Spies beim Spatenstich. Die Stadt Marburg möchte differenzierte Unterstützungsangebote für verschiedene Bedarfe älterer Menschen anbieten – dazu gehört das Wohnen in den eigenen vier Wänden mit individuell abgestimmten Betreuungs- und Unter­stützungs­an­ge­boten ebenso, wie das geplante Altenhilfezentrum. "Der Neubau wird den Richtsberg bereichern und wir erfüllen damit den Bedarf an altersgerechten Wohnangeboten", sagte Jürgen Rausch, Geschäftsführer der GeWoBau. Rund 14 Millionen Euro werde die städtische Wohnungsbaugesellschaft investieren. An die Stelle des alten Gebäudes auf sieben Stockwerken mit Sanierungsstau tritt der Neubau mit zwei Stockwerken. Die GeWoBau rechnet mit einer Eröffnung im zweiten Quartal 2021.