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Express Online: Thema der Woche
Express Online: Thema der Woche | 17. Juni 2010

Anstöße geben

"Bildung in Zeiten des Klimawandels" – Das 3. Marburger Bildungsfest schlägt vom 17. bis 20. Juni seine Zelte an der Lahn auf. Der Express sprach mit Inga Paula Hölzel und Ann-Marie Weber vom Organisationsteam.

Express: Was ist das Marburger Bildungsfest?
Inga Paula Hölzel: Das Marburger Bildungsfest – BF – ist Plattform für Ideen und Austausch rund um die Themen Umwelt, Bildung und Gesellschaft. Über das Leben philosophieren, Utopien spinnen, gemeinsam Zeit und Raum haben, und Wege suchen, diese Utopien in konkrete Schritte zu verwandeln und ihnen einen umsetzbaren Rahmen in unserem Alltag zu geben. Außerdem ist es der versuchte Transfer von Wissen aus der Uni in den Alltag. Das BF ist ein Wochenende Workshops, gemeinsam essen, tratschen und faulenzen, spielen und quatschen. Es ist nachdenken, diskutieren, weiter denken, ausprobieren, Austausch, Musik und Kultur.
Ann-Marie Weber: In meinen Augen eine Insel in meinem Studium, auf der ich mich abseits von äußeren Zwängen selbst verwirklichen kann.

Express: Wer organisiert die Veranstaltungund wie wird sie finanziert?
Inga Paula Hölzel: Das BF wird organisiert von einer Gruppe junger Studierender aus dem interdisziplinären Projekt "Bildung für eine nachhaltige Entwicklung" und dem "dazugehörigen" Dozent Hartmut Bölts. Finanziert wird das Bildungsfest über die Sponsoren und Spnsorinnen: ASTA, Stadt Marburg, Stadtwerke, Sparkasse Marburg-Biedenkopf, Wagner und Co., Druckhaus Marburg, Buchhandlung Roter Stern. Noch weitere "Lokale", wie die Bäckerei Siebenkorn, Harry Knull und viele andere unterstützen uns mit Sachspenden.

Express: An wen richtet sich das Fest?
Inga Paula Hölzel: Im Grunde an alle, die sich eingeladen fühlen! Sicherlich sprechen wir ein bestimmtes Klientel an, welches sich für die Thema Nachhaltigkeit und Alternativen sowieso interessiert. Unser Ziel ist es aber, das Konzept und die Bewerbung so zu gestalten, dass auch neue Interessierte gewonnen werden. Das ist aber ein langer Lernprozess für uns, bei dem wir jedes Jahr neue Erfahrungen mitnehmen. Wir haben verschiedene Tagesschwerpunkte: Freitag ist der Tag der Schulen, Samstag ist Tag der Bildung. Am Sonntag ist mit dem Markt der Möglichkeiten, an dem sich verschiedene lokale Initiativen vorstellen, der Familientag.

Express: Welches sind die Zielsetzungen?
Inga Paula Hölzel: Das Ziel des BF ist, eine Plattform für die Erprobung anderer Lehr- und Lernkonzepte zu schaffen. Und natürlich wollen wir auch einfach ein schönes Wochenende haben, zum Feiern, Tanzen und Quatschen. Das hat mindestens genausoviel Wert und Ertrag.
Ann-Marie Weber: Zum einen den Mitwirkenden zu ermöglichen, ihre Ideen zu einer Bildung zur nachhaltigen Entwicklung in einem geschützten Rahmen auszuprobieren, zum anderen den Besuchern durch den Kontakt mit diesen Ideen neue Perspektiven zu eröffnen.

Express: Können Workshops die Welt verändern und Foren Nachhaltigkeit erzeugen?
Inga Paula Hölzel: (lacht) Einen Anfang können sie machen. Und diese spielerischen, positiven Anfänge brauchen wir. Wir hoffen mit dem BF außerdem anzustoßen, dass diese Anfänge weiter umgesetzt werden. Im Kopf und Herz der Menschen – Werte –, im Alltag – Alltagsökologie – und in größeren gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen – System –, in denen wir ja alle drin stecken. Alle drei Ebenen können nur von jeder und jedem selbst geändert werden. Wir hoffen mit dem BF Anstöße dazu zu geben, durch intensive, schöne Erfahrungen.

Express: Konkrete Beispiele dafür aus den letzten beiden Bildungsfesten?
Inga Paula Hölzel: Ein Wohnhausprojekt ist aus der Auseinandersetzung mit den Inhalten des interdisziplinären Projektes und des BF entstanden. Die "Radikate Werkstatt": ganz pragmatisch, Hilfe zur Selbsthilfe.
Ann-Marie Weber: Permakultur – das Abschauen bei der Natur, einmal anders Gärtnern, essbare Ökosysteme – einmal den Nutzgarten aus einer ganz anderen Perspektive betrachten.

Express: Warum diesmal das Leitthema "Bildung in Zeiten des Klimawandels"?
Ann-Marie Weber: Weil der Klimawandel die am meisten prägende Veränderung unser Zeit darstellt und die Bildung sich daher auch mit ihm beschäftigen muss, als das Problem, das es jetzt zu bearbeiten gilt.
Inga Paula Hölzel: Ich finde, der Klimawandel ist das deutlichste Zeichen unserer globalen Vernetzung. Es betrifft einfach alle Menschen und unsere Lebensgrundlage Natur. Für mich ist der Klimawandel Indikator für die Verantwortung, die wir als Menschen haben. Und dieses Thema braucht nicht Restriktionen, sondern vor allem Aufklärung. Und zwar auf möglichst vielen Ebenen. Nur das persönliche "Verstehen" wirkt nachhaltig. Für uns heißt das Bildung zur Eigenständigkeit und Verantwortung.

Express: Stichwort Energieversorgung:Wie klimaneutral ist eigentlich das Marburger Bildungsfest?
Ann-Marie Weber: Das werden wir dieses Jahr herausfinden. Phlink wird in einem Workshop für uns eine Klimabilanz erstellen. Wir sind zuversichtlich, dass wir ganz gut dastehen. Natürlich wird auch auf dem Bildungsfest Strom verbraucht, aber es wäre ja auch vermessen zu glauben, dass es ohne ginge.

3. Marburger Bildungsfest
Vom 17. bis 20. Juni 2010 baut das 3. Marburger Bildungsfest wieder seine Zeltstadt auf den Lahnwiesen gegenüber der Mensa auf und bietet ein vielfältiges Programm aus Workshops und Kultur rund um das Leitthema "Bildung in Zeiten des Klimawandels". Ausfürliche Informationen unter www.bildungsfest-marburg.de.

Interview: Michael Arlt


Express Online: Thema der Woche | 17. Juni 2010

Von Betonknackern und Ingenieuren ohne Grenzen

"Wissen was geht"
... findet am 26. Juni, 12.00–18.00 Uhr, auf dem FH-Campus in der Wiesenstraße in Gießen statt.
Verlosung
Der Express verlost zusammen mit der Fachhochschule fünf trendige FH-Freizeitjacken – samt den dazu passenden Baseballkappen.
Wer eines von den begehrten, limitierten Fachhochschul-Accessoires ergattern will, sendet bis einschließlich 23.6.2010 eine Mail an redaktion2[at]marbuch-verlag.de mit der Betreffzeile "Verlosung applied science" und seinen Kontaktdaten. Viel Glück!
"Wissen was geht" ist das Motto beim ersten "Tag der Hochschule" der FH am 26. Juni

Hier wird buchstäblich aus Abfall Öl gewonnen und nach künstlichen Zellen für Patienten mit schwerwiegenden Bandscheibenschäden geforscht. Hier sind Solarkocher für die Dritte Welt erfunden – und ein völlig neuer Weg entdeckt worden, wie man am Computer Gesichter rekonstruiert. Und das ist nur ein ganz kleiner Einblick ins Forschungsspektrum von Gießens Fachhochschule.

Mit einem "Tag der Hochschule" will die FH Gießen-Friedberg jetzt erstmalig ihr gesamtes Spektrum in Studium, Lehre und Weiterbildung präsentieren.

Bei dem FH-Wissenschaftsfestival präsentieren Wissenschaftler auf einem Forschungsmarkt anschaulich ihre aktuellen Projekte. Bei Laborrundgängen können die Besucher zum Beispiel mit dem Rasterelektronenmikroskop Nanostrukturen betrachten, einen sechsachsigen Industrieroboter in Aktion sehen, im Werkstoff-Labor eigene Versuche anstellen oder bei praktischen Prüfungen zur Betonfestigkeit dabei sein. Ebenfalls geöffnet ist Deutschlands einziges Reinraum-Forschungslabor, das mit einem kompletten Operationstisch ausgestattet ist.

Die Moderation auf der Open-Air-Bühne übernimmt hr-Reporterin Eva Deppe. Vorführungen orientalischer und lateinamerikanischer Tänze gehören ebenso zum Repertoire wie Konzerte von vier Musikgruppen, deren Spektrum von der Weltmusik des FH-Orchesters applied sounds über Rock und Pop bis zu Gesangsdarbietungen im Stil der dreißiger Jahre reicht. In einer Versteigerung, deren Erlös dem Verein "Ingenieure ohne Grenzen" zugute kommt, können die Gäste zum Beispiel für eine 18-Loch-Golfrunde mit FH-Präsident Günther Grabatin oder ein Cabrio-Wochenende bieten.

Wer am Studienangebot der FH interessiert ist, kann sich in halbstündigen Vorträgen informieren. Von Architektur bis Wirtschaftsingenieurwesen reicht das Spektrum der Fächer, über die Professorinnen und Professoren informieren. Wer sich individuell beraten lassen möchte, findet Informationsstände der Fachbereiche und der Zentralen Studienberatung. Insgesamt über zwanzig Stände, auf denen sich vom Asta bis zum Weiterbildungszentrum Einrichtungen der Hochschule vorstellen, sollen dafür sorgen, dass wenige Fragen offen bleiben.

Für Kinder gibt es ein eigenes Programm. Sie können sich schminken lassen, eine Vorlesung zum Thema Geld hören und sich anschließend im Spielparcours austoben. Für alle Altersklassen sind Mitmach-Aktionen geeignet, bei denen zum Beispiel ein digitales Whiteboard gebaut, ein Fahrsimulator ausprobiert oder Messungen zur biomechanischen Beweglichkeit angeboten werden. Wer sportlich aktiv werden will, kann sich im Gras-Ski-Rennen versuchen oder bei einem Kickerturnier mitmachen.

Die Broschüre mit über 130 Programmpunkten kann telefonisch (0641-309-1360) oder per E-Mail (tdh[at]fh-giessen-friedberg.de) angefordert werden. Im Internet ist das Programm unter www.tagderhochschule.de abrufbar.

Interview: pe/kro

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