Dienstag, 18. Mai 2021
Express Online: Thema der Woche | 16. Juni 2011

Ausgangspunkt Afrika

"Terra Tech" feiert 25 Geburtstag: Afrika-Festival am 25. Juni in der Waggonhalle

Was hat Entwicklungshilfe im afrikanischen Sierra Leone, in Asien oder Südamerika mit der Zahl der Arbeitslosen in Mittelhessen zu tun? Ziemlich viel, davon überzeugt einen Klaus-Eberhard Völzing schnell:Bereits früh in den 1980er Jahren richtete der inzwischen in den Ruhestand verabschiedete operative Geschäftsführer der Marburger Arbeitsagentur Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ein, damit in Deutschland nicht mehr benötigte Medizintechnik in Dritte-Welt-Länder transferiert werden kann. Die etwa nach Afrika gelieferten Röntgengeräte, Rollstühle oder Laboreinrichtungen verbesserten dort nachhaltig die medizinische Versorgung und brachten hierzulande Jobs und Qualifizierungsmöglichkeiten für Arbeitslose.

Aus dieser Initiative ist die von Bürgern aus Wetzlar und Marburg gegründete Hilfsorganisation Terra Tech entstanden. Mit der Beschaffung eines neuen Röntgengerätes für ein Krankenhaus in Zimbabwe oder einer tragbaren Dentalausrüstung für eine kolumbianische Ärztin unternahm der gemeinnützige Verein ab 1986 erste Schritte in der humanitären Hilfe.

Was vor 25 Jahren mit Lieferungen von medizintechnischem Equipment nach Afrika begann, hat sich längst zu einer erfolgreichen weltweiten Projektzusammenarbeit entwickelt. Anfang waren Hilfslieferungen wie OP-Ausstattungen für Krankenhäuser in Mali, Liberia und dem ehemaligen Zaire der Schwerpunkt der Arbeit der Marburger Hilfsorganisation Terra Tech. "Daraus haben sich nach und nach sehr enge Kooperationen zu einheimischen Partnerorganisationen in nahezu allen Erdteilen ergeben, mit deren Hilfe wir nachhaltig und getreu dem Motto "Hilfe braucht Ideen" immer größere Projekte realisieren können", berichtet Immanuel Jacobs, bei Terra Tech für die Geschäftsführung zuständig.

Rund 400 Projekte habe die Hilfsorganisation bislang realisiert. Jacobs: "Auch wenn sich im Laufe der Jahre sowohl unsere Arbeitsweise als auch der Umfang der betreuten Projekte verändert haben, ist eins geblieben: Afrika und seine Bewohner bilden weiterhin einen Schwerpunkt unserer Arbeit."

Vor allem Sierra Leone und Eritrea: So hat Sierra Leone seit den Terra Tech-Anfängen vor 25 Jahren eine große Rolle gespielt. Es habe damit begonnen, dass Ärzte aus Sierra Leone in Marburg studierten, erinnert sich Jacobs. In der mittelhessischen Lahnstadt hätten sie schnell viele Freunde gewonnen. Ärzte aus Marburg arbeiteten dann in Sierra Leone und legten so ebenfalls Grundlagen für die Hilfsprojekte.

Diese guten Kontakte, durch die unbürokratisch Hilfs-Netzwerke aufgebaut werden konnten, gehören zu den Erfolgsgeheimnissen von Terra Tech.Denn die Arbeit von Terra Tech basiert vor allem auf der Zuverlässigkeit und dem Engagement erfahrener Menschen vor Ort, die mit Sprache, Kultur und den politischen Rahmenbedingungen des jeweiligen Landes vertraut sind.

Jacobs: "Wegen dieser engen Kontakte war es uns im Laufe der Jahre beständig möglich, sowohl einzelne Ärzte und Hebammen zu unterstützen als auch größere Projekte im Gesundheits- und Nahrungsmittelbereich durchzuführen und das anhaltende Vertrauen gerade auch von Regierungsseite zu gewinnen."

In der extrem trockenen Debub Zone in Eritrea realisiert Terra Tech beispielsweise derzeit gemeinsam mit dem einheimischen Partner Vision Eritrea ein landwirtschaftliches Aufbauprojekt. Das Projekt zielt auf die Verbesserung der Nahrungsmittel- und Trinkwasserversorgung. Die Hilfestellung umfasst den Bau eines Mikrodammes und eines Wasserversorgungssystems zum Bewässern von Feldern und zur Versorgung mit sauberem Trinkwasser sowie landwirtschaftliche Schulungen für einen effizienten Anbau. Durch den bereits angelegten Damm und den Stausee wird der Regen am schnellen Abfließen gehindert. Das Wasser, das sich hier während der Regenphasen im Sommer seeartig sammelt, versickert nach und nach im Boden und speist die umliegenden Brunnen der Dörfer Abi Adi und Adi Itay jetzt ganzjährig mit Wasser. Voraussichtlich im Sommer 2011 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Weitere Projekte und Infos: www.terratech-ngo.de

Afrika im Mittelpunkt

Mit einem großen Afrika-Festival feiert die Hilfsorganisation Terra Tech am Samstag, 25. Jui, ab 15 Uhr in der Marburger Waggonhalle ihren 25 Geburtstag. Im Musik-Programm (ab 17 Uhr) sind das Kimba Djembé Orchestra, dass ein fester Bestandteil im Marburger Kulturleben. Die Band No Tears aus Cölbe mit ihrem Mix aus Reggae, funky Grooves und traditionellen afrikanischen Klängen. Die Gießener Gruppe Jokko um Bandleader Amadabo Diallo unterhält ihr Publikum mit Trommelrhythmen aus Westafrika, die zum Tanzen einladen. Sidikie Coker, in Sierra Leone geboren, lebt als freischaffender Musiker in Berlin. Gemeinsam mit seinen Bandmitgliedern spielt er African Folklore.

Der Name für die Festival-Party ab 23 Uhr ist Programm: "Dubs Till Dawn" – bis in die Morgenstunden mixt die Frankfurter Crew Dancehall, Reggae und Dubplates.

Am Samstagnachmittag findet ein Trommelworkshop mit Amadabo Diallo aus dem Senegal statt. Es gibt einen afrikanischen Markt mit rund einem Dutzend Ständen.

Die Künstler Anke Koch-Röttering, Norman Völker und Yasemin Skrezka stellen Gemälde aus, Ein paar der ausgestellten Kunstwerke zum Thema Afrika werden von den KünstlerInnen an Terra Tech gespendet und stehen zugunsten der Hilfsprojekte zum Verkauf.

Georg Kronenberg

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