Freitag, 7. Mai 2021
Thema der Woche | 6. September 2012

Tastentänze

Drittes Akkordeon-Festival Marburg von Freitag 7. bis Sonntag 9.9.

Kulturen verbinden, Begegnungen und Austausch ermöglichen – Unter dieses Motto haben die Veranstalter das diesjährige Akkordeon-Festival Marburg gestellt. "Aus allen Regionen der Welt herkommend, leben Menschen bei uns, die die Musik ihrer Heimatländer mitgebracht haben. Das Akkordeon trägt oft zu ihrem unverwechselbaren Charakter bei", sagt Helga Pukall, Leiterin des Projekts Kultur & Kulturen. So seien seine Klänge weder aus der Folklore des Balkans oder Russlands noch aus der Musik Südamerikas oder Südeuropas wegzudenken. Und Musikschulleiter Knut Kramer ergänzt: "Von Anfang an war es Ziel des Festivals, stilistische Vielfalt und Grenzgänge zwischen Pop, Jazz, Folklore undKlassik zu ermöglichen. Wir möchten natürlich noch mehr Menschen für dieses wunderbare Instrument begeistern. Unsere Lehrenden Irina Resch und Viktor Gräfenstein geben während der Festivaltage Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene in den Räumen der Musikschule. Darüber hinaus hält Bajan-Virtuose Viktor Romanko einen Meisterkurs für Fortgeschrittene und ein Seminar in Balgtechnik."

Schon beim ersten Festival 2008 war die Grundidee, Workshops eng mit Gastkonzerten zu verschränken. Viktor Romanko, der mit seinen wilden Improvisationen bereits in den vergangenen Jahren das Marburger Publikum begeistert hat, eröffnet das Festival mit seinem Konzert im Saal der Musikschule.

Zwei weitere Konzerte finden an historischen Orten statt: Unter den Gewölben der gotischen Pfarrkirche entführen Larissa und Vassily Dück, Balalajkabass und Bajan, die Zuhörenden auf eine musikalische Weltreise. Ihr neues Programm beginnt in Frankreich, führt nach Argentinien und endet in ihrer russischen Heimat.

In einer Matinée am Kaiser-Wilhelm-Turm auf Spiegelslust präsentiert das Duo Accordeon Melancolique aus Holland seine Lieder. Jean-Pierre Guiran und Cherie de Boer texten holländisch, französisch sowie indonesisch, und ebenso vielfältig ist ihre Musik: Blues, Tango, Chanson und Klassik.

Balkan-, Brass-, Dub-, Chanson-, Gipsy- und Rock-Elemente: Alles dies macht Jaune Toujours zu einem musikalischen Schmelztiegel mit Hitzegarantie für eine lange Nacht. Die Multikulti-Formation aus Brüssel sorgt im Kulturladen KFZ am Samstagabend für tanzverdächtige Stimmung.

Wir freuen uns besonders in diesem Jahr auch den Kulturladen KFZ sowie den Folkclub Marburg als Veranstalter mit im Boot zu haben", betont der Ideengeber des Festivals Viktor Gräfenstein, "dadurch können wir das Konzertangebot erweitern."

Auch in die Marburger Altstadt trägt das Akkordeon-Festival seine Klänge. Auf der Bühne vor dem Marktbrunnen zeigen Spielerinnen und Spieler aus der Region ihr Können.

Am Sonntagnachmittag haben Workshopteilnehmende und Lehrende nochmals Gelegenheit, auf der offenen Bühne beim Akkordeon-Café aufzutreten. In lockerer Atmosphäre können alle Akkordeonbegeisterten die Festivaltage gemeinsam ausklingen lassen.

PE/MiA

 
Thema der Woche | 6. September 2012

Sattelfester Antritt

Urbaner Trendsport Bikepolo / Turnier vom 7.-9. September am Schwanenteich

Konzentriert, den Lenker in der einen, den selbstgebauten Poloschläger in der anderen Hand blicken die sechs Radler mit den buntbemalten Helmen auf einen kleinen, roten Ball in der Mitte des Rollhockey-Platzes am Schwanenteich. Dann gibt der Schiedsrichter das Startsignal und los geht's: Die Bikepolo-Spieler am Spielfeldrand treten kräftig in die Pedale, Josef Stoll ist am schnellsten in der Mitte, lehnt sich athletisch über sein Rad und drischt den kleinen Ball in Richtung des gegnerischen Tores. Dort kann ein Spieler des anderen Teams gerade noch retten: Kurz, bevor der rote Hockeyball hinter der Torlinie ist, blockt er ihn mit seinem Vorderrad ab. Der Ball saust zur Ecke, die Meute ihm nach und plötzlich sind alle dicht ineinander verkeilt, verrenken sich artistisch und stochern mit ihren Schlägern nach dem kleinen Ball. Einer kommt auf seinem Drahtesel ins Straucheln, knallt mit seinen Schienbeinschonern voran samt Rad scheppernd auf dem harten Boden. Sofort sitzt er wieder im Sattel, flitzt zum Tab-Out an der Mittellinie, wo er seinen Schläger anschlagen muss, weil er unerlaubten Bodenkontakt hatte. Sekunden später geht die rasante Jagd weiter zum anderen Tor.

Die komplexe Koordination: mit dem Fahrrad klarzukommen, wendig zu sein und gleichzeitig den Ball zu beherrschen, aber auch die Taktik, wie man den Gegner mit unkonventionellen Spielzügen überlisten kann, – das macht für mich den Reiz vom Bikepolo aus", berichtet Josef Stoll nach der Partie.

Der sportliche 33-jährige Physik-Doktorand an der Marburger Uni hat 2009 bei einem Besuch in München erstmalig Bikepolo-Spieler in Aktion gesehen und war sofort von dem anspruchsvollen, jungen Trendsport eingenommen: "Ich habe in München gleich ein Wochenende dran gehängt, weil mich das so fasziniert hat."

Im heimatlichen Gießen hat er mit dafür gesorgt, dass auf dem Rollhockey-Platz am Schwanenteich inzwischen zwei mal die Woche Bikepolo gespielt wird. "Wir haben in Gießen rund ein Dutzend Spieler", sagt Stoll.

Noch ist die Bikepolo-Szene familiär. 400 bis 600 Spieler gibt es nach der Schätzung von Stoll in Deutschland. Aber es werden stetig mehr. Das Spiel, dessen Vorläufer vor über 100 Jahren in Irland erfunden und 1908 in London bei den Olympischen Spielen getestet wurde, dann aber schnell in Vergessenheit geraten war, boomt. Um die Jahrtausendwende haben Fahrradkuriere auf einem Parkplatz in Seattle Bikepolo als Pausenfüller wiederbelebt. Besonders in Großstädten gewinnt das Spiel seitdem schnell Anhänger. Bei den großen Turnieren, etwa in Paris oder London, trifft sich dann die Community.

Mag Gießen auch keine Großstadt sein, mit dem für Bikepolo ideal geeigneten Rollhockey-Feld am Schwanenteich, hat die Unistadt inzwischen einen festen Platz in der Bikepolo-Szene.

Hat doch hier erst im Juni die deutsche Ausscheidung für die Bikepolo-Europameisterschaft stattgefunden. Als nächstes steht am Wochenende das "Single Shuffle Tournament" an. Bei dem speziellen Turnier treten 66 Bikepolo-Spieler aus ganz Europa gegeneinander an. Die Besonderheit: Feste Mannschaften gibt es nicht. "Bei diesem speziellen Format werden die Einzelspieler in immer neue Teams gelost, um rauszufinden wer der Beste ist", erläutert Josef Stoll.

Infos/Fotos
Infos über Bikepolo in Gießen beim Roll- und Eissportclub Gießen e.V.
www.rec-giessen.de
Bikepolo-Fotogalerie unter www.georgkronenberg.com/bikepolo

Georg Kronenberg

 
Thema der Woche | 6. September 2012

Zwischen den Welten

6. Festival SommerMusikWelten / 13.-16. September 

Der Sommer war dieses Jahr ziemlich kurz? Macht nix, – jetzt geht es – zumindest für Liebhaber von Weltmusik – in die Verlängerung mit den "SommerMusikWelten": Zu dem kleinen, feinen Festival in Lich werden alljährlich Ensembles und Künstler eingeladen, die entweder authentische, traditionelle Musik ihrer jeweiligen Kultur spielen oder in denen Musiker unterschiedlicher Kulturen zusammenwirken und so neue, eigenständige Musikformen entstehen lassen.

Veranstaltungsort ist das Licher Kino Traumstern sowie das Kulturzentrum Bezalel-Synagoge mit seinem einzigartigen Saal und seiner besonderen Akustik. Das Programm:

Adria – neue Weltmusik / Jazz vom adriatischen Meer

Das südliche adriatische Meer, zwei Küsten: im Westen die Provinz Lecce und im Osten die albanische Küste nur gute 70 Kilometer gegenüber. Zwei Kulturen, die sich einmal kannten, sich in der jüngeren Geschichte aus der Ferne beäugten und sich nun subtil, ganz vorsichtig zu einem Dialog der Kulturen mitten im adriatischen Meer treffen.

Es gibt einige Gemeinsamkeiten: Das Akkordeon und das Cello sind sowohl Hauptinstrumente der salentinischen als auch der albanischen Musiktradition.

Der Gesang der beiden völlig unterschiedlichen Sprachen, liegt in den Harmonien nah beieinander und hat den gleichen Atem. Adria schöpft aus dem traditionellen Repertoire der beiden Ufer und verbindet mit neuen Arrangements die beiden Kulturen. So entstehen wunderschöne Songs mit einfachen und lyrischen Texten, die wohl erst durch die außergewöhnliche Stimme von Maria Mazzotta voll zur Geltung kommen.

Do 13.9. 20.00 Uhr, Kino Traumstern

I Liguriani – Klänge und Geschichten aus Ligurien

Ligurien, seine Sprache, seine Tänze, Melodien und Klänge bilden der Kern des anregenden musikalischen Programms der Liguriani. Die Band präsentiert Tanzmusik aus Ligurien, die oft mit Melodien aus anderen nahen Kulturen assoziiert wird: mazurcas, sbrandi und monferrine aus Ligurien und dem Piemont, ebenso wie französische und schottische Walzer.

Alle Mitglieder der Liguriani sind bekannte Musiker der italienischen Folkszene, die über einen reichen musikalischen Erfahrungsschatz verfügen – von Studio und Radioaufnahmen zu internationalen Tourneen nach Italien, Frankreich, Spanien, Deutschland, England, Irland, Finnland, Dänemark, Canada und USA.

Fr 14.9. 20.00 Uhr, Kulturzentrum Bezalel-Synagoge

Adjiri Odametey – Afrikanische Weltmusik

Mit unverwechselbarer, warmer und erdiger Stimme singt der Westafrikaner Adjiri Odametey seine Songs. Alle sind sie melodiös, zuweilen auch melancholisch, aber immer von positiver Grundstimmung geprägt. Die Presse vergleicht ihn oft mit Geoffrey Oryema, aber attestiert ihm den Weg zu einer eigenständigen Musik. Mit seinem Song "Mala" von seinem gleichnamigen Debütalbum ist Adjiri Odametey ein Hit gelungen. Mit seinen Konzerten im In- und Ausland und seinen CDs konnte er sich als Singer & Songwriter in der Weltmusikszene profilieren. Er instrumentiert viele seiner Songs nicht nur mit traditionellen Melodieinstrumenten aus Afrika, sondern auch mit der Gitarre. So gelassen wie der Musiker selbst, gelingt ihm auch der selbstverständliche Crossover zwischen Afrika und Europa. So wird er zum authentischen Vermittler zwischen diesen Welten.

Sa 15.9. 20.00 Uhr, Kulturzentrum Bezalel-Synagoge

Escarmouche – Tango, Klezmer & Balkan Music

Wiedersehen mit alten Bekannten: Die Formation Escarmouche, gegründet 1997, hat sich mit zahlreichen Auftritte vor allem im mittelhessischen Raum sowie mit mehreren CD-Veröffentlichungen einen Namen als hervorragendes Weltmusik-Ensemble gemacht.

Die klassisch ausgebildeten Musiker präsentieren die Verbindung verschiedener Volksmusiken, welche sich sich auch aus dem vorhandenen Instrumentarium ergibt. So bietet das Akkordeon als Basis ein breites Spektrum an Möglichkeiten, denn vom Balkan bis in die "Neue Welt" hat es sich als Volksmusikinstrument durchgesetzt. Virtuoses Spiel auf Geige und Klarinette geben der Musik ihre landestypische Sprache, und dennoch kommt es durch die eigenwilligen Arrangements auch zu einer ungemeinen Sprachenvielfalt. Das Repertoire umfasst einen sentimentaler Tango genauso wie melancholische Lieder der Klezmermusik oder eine temperamentvolle bulgarische Horo. Escarmouche sind: Peter Ehm (Akkordeon, Klarinette), Georgi Kalaidjiev (Geige), Stefan Schneider (Kontrabass, Oud – arabische Laute), Alfred Schadeberg (Gitarre), Burkhard Wissemann (Percussion)

So 16.9. 12.00 Uhr, Kino Traumstern

kro/pe

Tipp des Tages

Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein

Foto: Arte
"Werde nicht wie alle, die du nicht sein willst" ist das Lebensmotto des zwölfjährigen Paul Silberstein, der mit seiner wohlständigen Familie im Wien der späten 50er Jahre lebt. Doch Paul will so gar nicht in das steife Bild eines Jungen aus besserem Hause passen.
Fr 5.2. | 20.15 Uhr | TV | Arte
 
Tipp der Woche

Guardians of the Galaxy

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Peter "Star-Lord" Quill ist ein Weltraumbandit. Er tut sich mit den Kopfgeldjägern Rocket und Groot sowie der rätselhaften Gamora und dem rachgierigen Drax zusammen, um das Universum zu beschützen.
Do 11.2. | 20.15 Uhr | TV | Vox
 
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