Mittwoch, 19. Mai 2021
Thema der Woche | 30. Mai 2013

Entscheidende Station

Neue Perspektiven im Band "Die Brüder Grimm in Marburg"

Die Studienzeit in Marburg war eine entscheidende Station im Leben der Brüder Grimm: Zwischen 1802/03 und 1805/06 lebten Wilhelm und Jacob Grimm in der Stadt an der Lahn. Als 17-Jährige kamen sie nach Mittelhessen, "studierten und reiften intellektuell hier", weiß Andreas Hedwig, leitenden Archivdirektor des Hessischen Staatsarchivs in Marburg: Hier in Marburg wurde ihr wissenschaftlicher Forschergeist geweckt, hier knüpften sie ihre Netzwerke, hier formte sich der Gedanke, die nur mündlich überlieferten Kinder- und Hausmärchen zu sammeln und zu publizieren. Das Buch "Die Brüder Grimm in Marburg", herausgegeben von Hedwig, konzentriert sich denn auch auf diese Lebensphase und widmet sich zudem den bis heute wahrnehmbaren Spuren der Brüder in Marburg.

Das Buch geht zurück auf eine Tagung im März vergangenen Jahres sowie auf das in dem Buch dokumentierte Ausstellungsprojekt "Die Brüder Grimm in Hessen" des Staatarchivs Marburg, das viele Autographen der Brüder und weitere Dokumente ihres persönlichen Umfeldes im Original zeigte – aus ihrer Kindheit und Jugend in Hanau, aus der Marburger Studienzeit und den beruflichen Stationen in Kassel und Göttingen bis zu ihrem Wechsel nach Berlin im Alter von 54 bzw. 55 Jahren. Es bietet neue Perspektiven und Erkenntnisse: über die intellektuelle Entwicklung der Brüder während ihres Studiums, über ihren wahren Wohnort in Marburg, über Marburger Beiträger zu den Kinder- und Hausmärchen, zum Marburger Familiennachlass sowie zu den berühmten Illustrationen Otto Ubbelohdes.

Der von Andreas Hedwig herausgegebene Band umfasst 313 Druckseiten, er enthält 141 zumeist farbige Abb. und ist im Buchhandel oder direkt beim Hessischen Staatsarchiv Marburg für Euro 29,00 zu erwerben (ISBN 978-3-88964-210-3).

red

Thema der Woche | 30. Mai 2013

Marienkäfer nutzt Bio-Waffen

Gießener Wissenschaftler: Asiatischer Marienkäfer verdrängt heimische Käfer – Foto: Christin Vilcinskas

Als die Europäer die Neue Welt eroberten, hatten sie nicht nur Schwerter und Schusswaffen im Gepäck, sondern auch Krankheitserreger wie die Pocken. Letztere haben bei der indianischen Bevölkerung weit mehr Opfer gefordert und zur Ausrottung ganzer Stämme beigetragen als das überlegene Waffenarsenal. Auch bei invasiven Tieren, die sich weltweit ausbreiten, gibt es Parasiten, die wie biologische Waffen eingesetzt werden. Wie sich der Asiatische Marienkäfer erfolgreich gegen heimische Arten durchsetzt, berichten der Gießener Zoologe Prof. Andreas Vilcinskas und sein Team in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift "Science".

Das Forschungsobjekt der Gießener Wissenschaftler ist der in Asien beheimatete Marienkäfer Harmonia axyridis. Er wird zur biologischen Bekämpfung von Blattläusen in zahlreichen Ländern eingesetzt breitet sich unter anderem in Nordamerika und Europa als invasive Art aus. Dabei verdrängt er erfolgreich einheimische Marienkäfer. Prof. Vilcinskas entdeckte im Blut des Asiatischen Marienkäfers einzellige Parasiten (Mikrosporidien), gegen die der Träger offenbar resistent ist. Für heimische Marienkäfer endet eine Infektion mit diesen pilzähnlichen Parasiten jedoch tödlich. Sie können sich damit infizieren, wenn sie die Eier oder Larven des Asiatischen Marienkäfers fressen. Das kommt häufig vor, denn Marienkäfern dienen neben Blattläusen auch Larven und Eier von Artgenossen und Verwandten als Nahrung.

Im Asiatischen Marienkäfer haben die Gießener Forscher neben den Mikrosporidien eine Vielzahl von Abwehrmolekülen entdeckt, mit denen sich diese invasive Art gegen Krankheitserreger wehren kann. Diese Moleküle werden zurzeit im Hinblick auf die Entwicklung neuer Medikamente untersucht. So wurde aus dem "Blut" des Marienkäfers, der sogenannten Hämolymphe, eine Substanz mit dem Namen Harmonin isoliert. Das Harmonin ist sowohl gegen Tuberkulose- als auch gegen Malariaerreger wirksam.

Der Asiatische Marienkäfer verfügt über die höchste Anzahl antimikrobieller Peptide, die bisher bei Tieren nachgewiesen wurden. Das hat das Gießener Team gemeinsam mit Dr. Heiko Vogel vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena herausgefunden. Inwieweit dieses riesige Arsenal an antimikrobiellen Peptiden oder das Harmonin dafür verantwortlich sind, dass der Asiatische Marienkäfer gegen seine Mikrosporidien offenbar resistent ist, wird noch erforscht.

red

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