Mittwoch, 19. Mai 2021
Thema der Woche | 27. Juni 2013

Alles auf Start

Plötzlich Kandidatin: Kirsten Fründt über ihre kurzfristige Kandidatur für die SPD bei der Landratswahl

Express: Das kam ja alles sehr kurzfristig ... Warum haben Sie sich entschlossen, bei der Landratswahl im September anzutreten?

Kirsten Fründt: Weil ich nach vielen Jahren Ehrenamt und 13 Jahren in der Verwaltung gemerkt habe, dass es mich reizt, Politik selbst zu entwickeln und zu gestalten, und nicht mehr nur zu begleiten. Weil das Angebot zum richtigen Zeitpunkt von den richtigen Leuten kam. Und weil ich die notwendigen Voraussetzungen mitbringe. Ich kann Landrätin.

Express: Der Wahlkampf hat für Sie bereits begonnen, obwohl die Nominierung noch aussteht. Wie ist das Feedback im Landkreis – und in ihrer so plötzlich durcheinandergewirbelten Partei?

Kirsten Fründt: In der SPD habe ich bisher eine sehr große Unterstützung erfahren. Nicht nur die Empfehlung des Unterbezirksvorstands der SPD war ja sehr eindeutig. Auch die Marburger SPD hat auf ihrem Parteitag am 21. Juni zum Ausdruck gebracht, dass sie mich unterstützt. Die Angebote zur Mitarbeit in meinem Wahlkampfteam, die Einladungen zu Veranstaltungen und viele weitere Unterstützungsangebote kamen sehr rasch. Auf der Straße werde ich auf meine Kandidatur hin angesprochen. Immer mit dem Tenor, dass man gut findet, dass mit mir jemand kandidiert, der Politik versteht, aber nicht selber schon 30 Jahre im Politikbetrieb unterwegs ist. Da tauchen auf einmal Menschen auf, die ich vor 20 Jahren zuletzt gesehen habe, die ihre Hilfe anbieten und aktiv mitarbeiten.

Express: Welch Erfahrungen bringen Sie mit?

Kirsten Fründt: Zunächst die als Mensch. Ich bin in einem Drei-Generationen-Haushalt in einem "Dorf in der Stadt", in Marburg-Ockershausen, aufgewachsen. Meine Eltern wurden als Polizist und Krankenschwester täglich mit den realen Problemen der Menschen konfrontiert. Und natürlich nimmt man solche Erfahrungen auch mit nach Hause, berichtet seinen Kindern. Ich selbst habe während des BAFÖG-finanzierten Studiums zwei Töchter bekommen, sie als berufstätige Mutter gemeinsam mit meinem Mann groß gezogen. Oft unterstützt durch meine Eltern. Ich habe mich in all meinen Lebenslagen engagiert, als Elterbeirätin etc. Ich muss mir den Alltag der Menschen also nicht erklären lassen, denn ich habe ihn genauso gelebt und lebe ihn nach wie vor. Und schließlich sind es meine Kompetenzen aus Job und Ehrenamt.

Express: Was unterscheidet Sie am deutlichsten von den beiden anderen aussichtsreichen Kandidaten?

Kirsten Fründt: Na ja: Ich bin eine Frau. Und da sind andererseits zwei Männer, die mit "Erfolgreich weiter" oder "Erfolgreiche Arbeit fortsetzen" beide das Erbe von Robert Fischbach für sich beanspruchen.
Mir geht es eher darum, gemeinsam mit allen, die bereit zur Mitarbeit sind, neue Ideen zu entwickeln, zu formulieren und umzusetzen. Die Fähigkeit und Bereitschaft, kommunikativ, kooperativ und trotzdem Ziel führend mit anderen zusammenzuarbeiten, ist, was mich auszeichnet. Denn das habe ich in Job und Ehrenamt gelernt.
Auf der anderen Seite bin ich nicht naiv. Landrätin ist eine Führungsfunktion. Ich werde diese gerne und engagiert wahrnehmen. Aber trotzdem ist das Miteinander eben doch die Basis eines jeden Erfolgs. Das weiß ich als Sportlerin sehr genau.

Express: Welches sind Ihre wichtigsten Themen?

Kirsten Fründt: Unabhängig von einzelnen Themen geht es erst einmal darum, vernetzt zu denken. Viele Probleme hängen doch auch miteinander zusammen. Wenn ich über ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben im Alter rede, dann diskutiere ich doch ebenso das Thema Mobilität. Mobilität ist auch für Familien mit Kindern wichtig. Wie ja auch viele andere Fragen und Probleme in der Familie zusammenlaufen.
Deshalb werde ich mich als Landrätin für die Einrichtung von Familienbüros einsetzen, die für Familien mit unterschiedlichsten Problemen erste Anlaufstelle sein können – Die Zusammenarbeit von Universitätsstadt Marburg und Landkreis ist für mich als (gebürtige) Marburgerin ein großes Thema mit deutlichem Entwicklungspotential. Wie überhaupt das Thema Kommunalfreundlichkeit inkl. der Rückverlagerung von Kompetenzen vom Kreis hin zu den Kommunen, die Senkung der Kreisumlage und die bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen Ziele sind. Darüber hinaus sind mir als Agraringenieurin die Themen Natur und Entwicklung ländlicher Raum besonders wichtig.

Interview: Georg Kronenberg

Thema der Woche | 27. Juni 2013

Beim Denken live dabei

2,4 Millionen-Euro-Investition / Gießener Psychologie zählt zur "nationalen Spitze"

Welche grundlegenden Mechanismen des menschlichen Gehirns unterliegen Prozessen wie Lernen, Wahrnehmung, Denken und emotionalem Erleben? Welche Gehirnregionen sind beteiligt, welche sind wann besonders und welche weniger aktiv – bei gesunden und bei psychisch kranken Menschen? Was passiert im Gehirn bei Angststörungen? Am Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft der Justus-Liebig-Universität (JLU) gehen engagierte Wissenschaftlerteams diesen Fragestellungen nach und erforschen am BION die neuronalen Grundlagen psychologischer Prozesse.

Ein neuer, 2,4 Millionen Euro teurer Magnetresonztomograph soll helfen, die Messungen noch präziser zu machen. "Mit dieser Technologie können wir deutlich schneller und mit deutlich erhöhter räumlicher Auflösung die neuronale Aktivität des Gehirns messen", sagte der Geschäftsführende Direktor des BION, Prof. Rudolf Stark bei der Inbetriebnahme des Geräts.

"Die Gießener Psychologie ist seit Jahren einer der im bundesweiten Vergleich forschungs- und drittmittelstärksten Bereiche dieser Disziplin und zählt damit zur nationalen Spitze", hob Hessens Wissenschaftsstatssekretär Ingmar Jung hervor: "Der neue 3-Tesla-Magnetresonanztomograph für die neuro­wissen­schaftliche Forschung hat deshalb entscheidende Bedeutung für die Fort­setzung dieser erfolgreichen Arbeit. Das Gerät kommt nicht zuletzt auch der Lehre zu Gute, indem neueste Erkenntnisse dort ohne Zeitverzug einfließen und so auch die Attraktivität des Studienstandorts mit seinem lebenswissenschaftlichen Schwerpunkt steigern."

Die Anlage löst ein zwölf Jahre altes Vorgängermodell ab. Nutzer sind die Allgemeine Psychologie im Hinblick auf die Erforschung der neurobiologischen Grundlagen von Wahrnehmung, Handlung und Emotion über die Bewegungs­wissenschaft und Sportpsychologie bis hin zur Persönlichkeitsforschung und Psychotherapie.

Das neue Gerätder Firma Siemens ist nach angaben der Universität mit seiner 64-Kanalkopfspule und seinem High-End-Gradienten-System das modernste Gerät auf dem Markt. In Gießen sei die weltweit zweite Installation eines solchen MRT vorgenommen worden. Mit dieser Technologie könne schneller und mit deutlich erhöhter räumlicher Auflösung die neuronale Aktivität des Gehirns gemessen werden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fachbereichs freuen sich sehr, dass sie ihre Forschungsfragen auf höchstem technischem Niveau fortsetzen können und damit international konkurrenzfähig bleiben.

"Der neue 3T-Magnetresonztomograph trägt zur weiteren Stärkung des experimentellen und neurowissenschaftlichen Profils des Fachbereichs bei. Das neue Gerät wird uns helfen, spannenden psychologischen Fragen noch tiefer auf den Grund zu gehen, als dies bisher möglich war", sagt Dekan Prof. Markus Knauff.

Die Kosten für den hochmodernen Forschungsscanner vorn rund 2,4 Millionen Euro werden zum Großteil (1,1 Millionen Euro) von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Aus dem Innovations- und Strukturentwicklungsbudget des hessischen Wissenschaftsministeriums kommen 500.000 Euro, den Rest trägt die JLU.

Forschungsprojekte
Das BION ist ein Forschungsinstitut am Fachbereich 06 – Psychologie und Sportwissenschaften der JLU, das im Jahr 2000 von Prof. em. Dr. Dieter Vaitl gegründet wurde. Hier wurden seither die neuronalen Grundlagen psychologischer Prozesse mit Hilfe der Kernspintomographie untersucht. Diese hierdurch gewonnen Erkenntnisse dienen jedoch nicht nur der Grundlagenforschung, sondern auch der Anwendung: Zum Beispiel führen Einsichten in die Dynamik emotionalen Lernens zu einem besseren Verständnis von Angststörungen und damit zu verbesserten therapeutischen Maßnahmen. Konkret wird zum Beispiel in diesem Forschungskontext in Kürze eine Studie durchgeführt, in der überprüft wird, ob sich hirnphysiologische Hinweisreize dafür finden lassen, dass eine Konfrontationsbehandlung mit verschiedenen Spinnen erfolgreicher das Wiederauftreten einer Spinnenangst verhindern kann als wenn nur eine Spinne bei der Konfrontationsbehandlung verwendet wird.
In einer anderen Arbeitsgruppe wird untersucht, welche Hirnareale an der Planung und Ausführung von Hand- und Augenbewegungen beteiligt sind und wie diese kortikalen Netzwerke durch kognitive Prozesse wie zum Beispiel Aufmerksamkeit oder Arbeitsgedächtnis beeinflusst werden. In verschiedenen Forschungsprojekten werden insbesondere auch genetische Einflüsse auf neuronale Prozesse wie zum Beispiel der Furchtkonditionierung untersucht.
pe

kro/pe

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