Mittwoch, 19. Mai 2021
Thema der Woche | 28. Februar 2013

Auf die Bühnen, fertig, los!

18. MaNo-Musikfestival vom 7. bis 9. März – Bild: The Secluded (MR)

Das Programm

Los geht's am Donnerstagabend in der Waggonhalle mit sechs Gastbands aus Marburgs Partnerstädten Northampton (GB), Poitiers (F), Maribor (SLO) und Eisenach. Gegen 19.00 Uhr eröffnet der britische Singer-Songwriter Jon Martin mit seinem Projekt Italian Divorce das Festival, gefolgt vom französischen Duo Tzig n'roots, das Gypsy Pop mit Reggae- und Blueseinflüssen zu Gehör bringt. Mit Multi Talentfrei betritt im Anschluss zum ersten Mal eine Band aus Marburgs thüringischer Partnerstadt Eisenach die MaNo-Bühne – die fünfköpfige Gruppe spielt Poprock mit deutschen Texten. Danach erwartet das Publikum druckvoller Alternative Rock von Run2none aus dem slowenischen Maribor, bevor die Lautstärke mit Poitiers' Punkrockern Johk ihren Höhepunkt erreicht. Der stampfende Blues-Folk der Howlin Hootin Owls aus Northampton lädt zum Abschluss des Abends noch einmal zum Tanzen und Mitnicken ein. Drei weitere Special Guests aus den Partnerstädten – Venus Fly Trap (Northampton), Overland Inn und [yet] (beide aus Poitiers)- runden das Programm am.

Freitag- und Samstagabend sind gefüllt mit 67 heimischen Bands in insgesamt 14 Marburger Clubs. In jedem Club spielt zusätzlich eine der Gastbands. Das Publikum erwartet ein breites musikalisches Spektrum. Der Eröffnungsabend bietet die Möglichkeit, alle Künstler aus den Partnerstädten an einem Abend und auf einer Bühne zu erleben. Am Wochenende eröffnen sich dann viele Optionen: Anhänger der akustischen und leisen Klänge sollten ihre Schritte am Freitag in die Schlucke, am Samstag in die Baari Bar oder das Sudhaus lenken. Für Weltmusikfreunde empfiehlt sich das TTZ am Samstag und das Quodlibet an beiden Abenden, Folk und Blues wird vor allem in der Cavete und dem Molly Malone's zu Gehör gebracht. Laut, hart und heftig wird es dagegen im Clou, im Compass und im Szenario, jeweils an beiden Abenden.

Zur Orientierung finden sich auf dem Programmflyer, der an vielen Orten ausliegt und auf www.mano-festival.de zum Download bereit steht, neben den Namen der Bands und Solokünstler auch ihre selbstgewählten Stilbezeichnungen.

Howlin Hootin Owls (GB)

Das Festival

MaNo findet jedes Jahr im März in Marburg statt. Die dreitägige Veranstaltung ist in den achtzehn Jahren ihres Bestehens zu einem Klassiker der lokalen Musikszene avanciert und hat ihren festen Platz in der Kulturlandschaft der Universitätsstadt. Den Kontakt zu Marburgs Partnerstädten im Ausland zu pflegen und die Städtepartnerschaft ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, war und ist nach wie vor ein zentraler Punkt des Konzepts. Schließlich lässt sich bereits am Namen ablesen, dass das MaNo-Festival ursprünglich von Musikern aus Marburg und Northampton ins Leben gerufen wurde. Mittlerweile sind darüber hinaus auch Bands aus der französischen Partnerstadt Poitiers und der slowenischen Partnerstadt Maribor fester Bestandteil des Programms, die MaNo-Pendants "Les Expressifs" in Poitiers und "Twinfest" in Northampton vertiefen die Partnerschaft der Städte.

Das Festival wird ehrenamtlich von Musikern für Musiker organisiert. Frei nach dem Motto "Raus aus den Proberäumen, rauf auf die Bühne" haben Bands aus Marburg und der nächsten Umgebung die Möglichkeit, sich live zu präsentieren, dabei neue Zuhörer zu finden und Kontakte zu anderen Bands zu knüpfen. Dieser Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand ist gerade für Bands interessant, die im Rahmen des MaNo-Festivals zum ersten Mal auftreten, denn oft finden sich dort neue Spielgemeinschaften für die Zukunft zusammen.

Gleichzeitig sollen alle Bands zur eigenen Mitarbeit bei den Vorbereitungen des Festivals angeregt werden. So können sie nicht nur mitgestalten und -entscheiden, sondern auch zum Fortbestehen des MaNo beitragen. Die Idee des ehrenamtlichen und nicht-profitorientierten Engagements zeigt sich auch in der Tatsache, dass alle Bands und Organisatoren auf Gage verzichten.

MiA/pe

 
Thema der Woche | 28. Februar 2013

Weltweit bewegt

Theater aus Südafrika, Brasilien, Korea, Ukraine, etc. / Internationales Büchner-Festival im Juni – Bild: Performance "Stereo Franz" aus Brasilien – Foto: Bruna Carvalho

Nein, anfreunden konnte sich Georg Büchner mit seiner Studienstadt nicht: "Ich komme nach Gießen in die niedrigsten Verhältnisse, Kummer und Widerwillen machen mich krank", schrieb er. Und das Gefühl, eingeengt zu sein, "Knecht mit Knechten", trieb ihn über viele Grenzen, nicht nur diejenigen der hessischen Stadt.

Am 19. Februar 2012 jährte sich der Todestag des Dichters, Naturwissenschaftlers und Revolutionärs Georg Büchner zum 175. Mal; am 17. Oktober 2013 ist sein zweihundertster Geburtstag. Was das Stadttheater in Büchners Studienstadt zum Anlass nimmt, vom 22. bis zum 30. Juni in Gießen, direkt im Anschluss an die Hessischen Theatertage, ein Internationales Büchner-Theaterfestival zu feiern: "Georg Büchner – nahezu jeder kennt seinen Woyzeck, jeder den Schlachtruf nach Krieg den Palästen; seine Werke sind deutschlandweit auf allen Spielplänen zu Hause. Wie jedoch wird dieser Büchner, den wir so gut zu kennen meinen, in anderen Ländern, anderen Kulturen aufgenommen?", fragt Theaterintendantin Cathérine Miville, künstlerisch verantwortlich für "Büchner international": "Wie sieht ein Woyzeck in Japan aus, wie Danton in Griechenland? Wir sind stolz und neugierig, diesen Fragen im Rahmen unseres internationalen Theaterfestivals nachgehen zu können und freuen uns auf neun Tage intensiver Auseinandersetzung mit diesem berühmten hessischen Dichter, Wissenschaftler und Revolutionär."

Das Festivalkonzept: Vom 22.-30. Juni 2013 dreht sich in Gießen alles um die weltweite Büchner-Rezeption. Theatergruppen aus der ganzen Welt sind eingeladen, ihre Versionen einer Auseinandersetzung mit Büchners Werk in dessen Studienstadt zu bringen. Anderthalb Jahre wurde gesichtet, diskutiert, überlegt. Nun steht das Hauptprogramm fest und die Formen der Gastspiele sind so vielfältig wie ihre Herkunftsländer – von Performance bis Puppentheater über Tanz und Straßenkunst.

"NTGent" aus Belgien mit "Frans Woyzeck" – Foto: Tania Desmet

Auffallend ist die große Anzahl an Woyzeck-Produktionen im Festivalprogramm – nicht ohne Grund, wie Steffen Popp (Festivaldramaturgie) erläutert: "Dass dieser berühmte Soldat uns bei der Recherche weltweit so häufig begegnen würde, haben wir zwar erwartet, doch die Anzahl hat uns in dem Ausmaß überrascht. Doch anscheinend ist die Welt häufig nicht so, wie sie sein sollte und Woyzeck wirkt als Sprachrohr. Auf der Suche nach Büchners Wirken im Hier und Jetzt sehen wir uns selbst und der Geschichte verpflichtet, diesem Welt-Woyzeck im Festival den gebührenden Raum zu geben."

So präsentiert das eingeladene "Sadari Movement Laboratory" aus Korea seine Interpretation des Woyzeck als Tanz-Choreografie zu Astor Piazzolas Tangomusik. Einen ganz anderen Zugang wählt "NTGent" aus Belgien mit seinem "Frans Woyzeck": Das letzte Stück des Regisseurs Eric de Volder besinnt sich auf das Schicksal des Individuums – bildgewordene Alpträume aus Schminke, Phosphor und Schwarzlicht im Stil einer "Opera buffa". Die weltberühmte "Handspring Puppet Company" aus Südafrika verlegt Woyzeck inhaltlich ins Johannesburg der 50er Jahre. SeinLeidensweg wird in der Kombination aus Holzpuppenspiel und animierter Zeichnung gezeigt. Das "Svoboda Zholdak Theatre" präsentiert mit seinem "Woiceck" eine surreale, anarchische Zurschaustellung des Menschseins, eine wilde, assoziative Bühne, ein traumartiges Theater.

Aus Südafrika kommt die Handspring Puppet Company – Foto: Barney Simon

Doch nicht nur Woyzeck bewegt die Theatergruppen weltweit: Aus Ungarn ist etwa das in Osteuropa bereits äußerst erfolgreich getourte Schauspiel "Leonce és Lena" (Regie: Gábor Tompa) zu Gast und präsentiert ein optisch opulentes, alle Mittel des Theater furios beherrschendes Bühnenspektakel, das hochaktuell politische Idiotie und Ignoranz gegenüber der Wirklichkeit ausstellt, hinterfragt und dabei auch das Theater selbst nicht immer ernst nimmt.

Alle Gastspiele werden in Originalsprache präsentiert und via Simultanübersetzung oder Übertitelung dem Publikum nahe gebracht.

Zusätzlich zu diesem vielfältigen Hauptprogramm wird sich "Büchner international" in einem umfangreichen Rahmenprogramm auf verschiedenste Weise mit Werk und Wirken Georg Büchners auseinandersetzen. Unter dem Titel "Anatomie Büchner" fühlen in Deutschland entstandene Bühnenwerke und Performances, installative Projekte (u.a. der Hessischen Theaterakademie) und auch eine wissenschaftliche Vortragsreihe dem Phänomen des berühmten Hessen auf den Zahn. Details hierzu werden im März veröffentlicht.

Das Festival wird finanziell mit jeweils 250.000 Euro gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und dem hessischen Wissenschaftsministerium.

pe/kro

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