Dienstag, 11. Mai 2021
Thema der Woche | 24. Juli 2014

In einer Reihe mit Amundsen und Hillary

Explorers Club zeichnet Marburger und internationale Forscher aus – Foto: Marc O'Shea

Der Zoologe Sven Mecke führt jährlich mit internationalen Kooperations­partnern und Studierenden aus Marburg Expeditionen nach Ost-Timor durch, um bislang unentdeckte Frosch-, Echsen- oder Schlangenarten zu identifizieren und zu dokumentieren. "In diesem Jahr ist uns die große Ehre zu Teil geworden, die 'Explorers Clubflagge' der gleichnamigen internationalen Gesellschaft in New York tragen zu dürfen", berichtet Mecke, der in der Arbeitsgruppe Spezielle Zoologie (Evolution und Systematik der Tiere) an der Philipps-Universität Marburg tätig ist. Seit den ersten Arktisexpeditionen der Gründer des Explorers Club tragen Forscher aus aller Welt die Clubflagge als Symbol für wissenschaftlichen Entdeckergeist in die entlegensten Winkel der Erde. Von Mitte Juli bis Mitte August bereist Mecke mit dem Team unter anderem die dem Osten Timors vorgelagerte, unbewohnte Insel Jaco und die Mount Paitxau Range, eine bis zu 925 Meter hohe Kalksteinformation. Der Zweck der Reise ist es, unbekannte Amphibien- und Reptilienarten aufzuspüren.

Zoologe Sven Mecke mit einer neu entdeckten Waranart. Er trägt die Flagge wenn er dieser Tage zusammen mit Studierenden die kaum bekannte Amphibien- und Reptilienfauna des schwer zugänglichen Landes erforscht – Foto: Caitlin Sanchez

Mecke und das Team haben bisher mehr als 25 neue Amphibien- und Reptilienarten entdeckt. Außerdem ist es den Forschern gelungen, erstmals Arten nachzuweisen, die schon von benachbarten Inseln bekannt waren. Das übergeordnete Ziel des Forschungsprojektes besteht in der Identifikation und Dokumentation der kaum bekannten Herpetofauna, also der Gesamtheit der Amphibien und Reptilien Ost-Timors. "Die flächendeckende Forschungsarbeit ermöglicht den Erhalt und Schutz der Arten, sobald deren Systematik und Lebensweise hinreichend bekannt sind", erläutert Mecke. Internationale Verständigung und interkulturelle Bildungsarbeit gehören zu den weiteren Zielen der Expedition. An der Sammelreise wirken neben den europäischen und amerikanischen Teilnehmern auch Studierende aus Ost-Timor mit. Das Team bindet außerdem die lokale Bevölkerung in die Sammelarbeiten ein.

Explorers Club
1904 wurde "The Explorers Club" in New York als exklusiver Privatclub gegründet. Ziel war stets die Unterstützung wissenschaftlicher Erforschung von Land, Meer, Atmosphäre und Weltall. Zu den bekanntesten Mitgliedern zählen: Roald Amundsen, der 1911 den Südpol erreichte; Sir Edmund Hillary, der als Erster 1953 den Mount Everest bestieg; Jacques Piccard, der 1960 einen Tiefenrekord aufstellte, als er in einer Titan-Tauchkugel sieben Meilen unter den Meeresspiegel tauchte, sowie Neil Armstrong, der 1969 als erster Mensch den Mond betrat. 3.000 Wissen­schaftler aus 60 Ländern – Astronomen, Raumfahrer, Ozeanografen – zählen heute zu den Mitgliedern.
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pe/kro

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