Dienstag, 11. Mai 2021
Thema der Woche | 6. Februar 2014

Gespür für Timing

3. Regiearbeit "Vaterfreuden": Matthias Schweighöfer kommt am Samstag nach Gießen und Marburg – Foto: Warner Bros.

Er ist ein Teenager-Schwarm, als Schauspieler der absolute Publikumsliebling, aber Matthias Schweighöfer will mehr. Sein neuer Film "Vaterfreuden" ist bereits seine dritte Regiearbeit. Ein immer noch neues Terrain für den 1981 geborenen Schauspieler, der 2003 seinen Durchbruch mit der Verfilmung von Benjamin von Stuckrad-Barres Roman "Soloalbum" hatte.

"Ich lerne noch dazu. Für das Timing habe ich durchaus ein Gespür, aber bei der Entwicklung der Figuren bin ich noch nicht so sicher und erfahren", sagt Schweighöfer über seine Arbeit hinter der Kamera: "Inzwischen experimentiere ich mit der Auflösung der Szenen, mit der graphisch weniger streng gestalteten Anordnung der Kamerabilder. Dann habe ich Rückblenden ausprobiert, bei denen es nicht zuletzt auf einen guten, sorgfältigen Score ankommt, in den wir viel Zeit investieren. Auch das Verhältnis von Komik und Ernst, das Neben­ein­ander von Trauer und Slapstick ist etwas, was ich durch Erfahrung begreifen lerne."

Die Komödie hat es dem Jung-Regisseur, den der Spiegel schon als die "deutsche Ein-Mann-Komödien-Fabrik" bezeichnete, angetan.

"Er entwickelt sich nicht weg vom Schauspieler, sondern findet seine Berufung in dieser Kombination mit der Verantwortung als Regisseur. Darin geht er auf – das ist schlichtweg sein Element", sagt Dan Maag, neben Schweighöfer einer der Produzenten von Vaterfreuden. Schweighöfer habe sich schon recht früh in seiner Karriere – aber nicht zu früh – vorgenommen, seine Geschichten selbst zu erzählen. Maag: "So kann er die Welten errichten, in denen er sich als Schauspieler bewegen mag und die er als Zuschauer sehen möchte. In diesem Sinne erlaubt ihm seine Popularität, selbst zu bestimmen, in welcher Art Filme er auftritt. Dass man nicht gleich mit einem 100-Millionen-Projekt anfängt, ist dabei selbstverständlich. 'What a Man' war ein recht linear erzählter Film, 'Schlussmacher' war dann schon deutlich vielschichtiger, und 'Vaterfreuden' packt andere Themen an – wir tasten uns an diese Geschichten heran und steigern sie von Film zu Film. Und all das dient nur dazu, dass Matthias seine eigenen Geschichten erzählen kann."

Über die Arbeit mit Schweighöfer meint Katharina Schüttler, die Darstellerin der Betti: "Matthias' unbändige Energie teilt sich uns mit und startet einen Dominoeffekt – alle werden davon angesteckt."

Und Mitproduzent Max Wiedemann ergänzt: "Ich glaube, Matthias wird in seinem ganzen Leben nie wirklich reif werden – aber das ist auch seine ganz große Qualität. Trotz seiner Verantwortung als Vater, Regisseur und Firmenchef hat er sich seine Kindlichkeit bewahrt - er kann sich infantil freuen über gelungene Szenen, über eine gute Besetzung, über lustige Figuren. Dieser Enthusiasmus reißt das gesamte Team mit."

Schweighöfers Freund und Darstellerkollege Friedrich Mücke berichtet: "Der Film ist ein Buddy-Movie, ein Liebesfilm, eine klassische Komödie mit absurden Situationen, aber auch ein Familienfilm. Matthias gelingt es, die Komik und die Tragik zusam- menzubringen – das ist quasi seine Handschrift. Denn eine gute Komödie lässt sich ohne Tragik gar nicht erzählen."

Der Regisseur Schweighöfer arbeitet sehr bewusst immer wieder mit persönlichen Freunden: "Ich lege Wert darauf, regelmäßig mit demselben Team zu drehen, das mich bestens kennt – der Gewöhnungsprozess am Set entfällt also." Viele Beteiligte an Vaterfreuden seien seine persönlichen Freunde, Friedrich Mücke, Alex Khuon, Katharina Schüttler, Milan Peschel, seine Mutter. Schweighöfer: "Ich suche mir zwar immer auch neue Kollegen aus, besetze aber gleichzeitig viele Freunde, weil ich weiß, dass sie schnell und verlässlich funktionieren – sonst könnte ich den Drehplan nicht einhalten."

Matthias Schweighöfer & Friends zu Gast
In Marburg & Gießen stellt Matthias Schweighöfer zusammen mit seinen Schauspielkollegen Friedrich Mücke und Sänger Ricky Dean Howard (Titelsong "Tears Will Fall") am Samstag, 8. Februar, seinen Film vor.
Schweighöfer & Kollegen kommen zunächst nach Gießen und werden ab ca. 16:25 Uhr im Rahmen einer Autogrammaktion die Fans im Kinopolis begrüßen. Bei der anschließenden Filmvorführung (17.00 Uhr) begrüßen Regisseur und Schauspieler die Gäste im Kinosaal.
In Marburg startet die Autogrammaktion im Cineplex um ca. 19.00 Uhr. Nach den Vorführungen um 20.00 und 20.15 sowie vor den Vorführungen um 22.30 und 22.45 Uhr kommt das Film-Team in den Kinosälen auf die Bühnen.
Verlosung
Wir verlosen auf der Express-Facebook-Seite in Zusammenarbeit mit dem Cineplex Marburg 5 x 2 Karten für die Vorstellung am Samstag, 8. Februar, um 22.45 Uhr im Cineplex. Wie es funktioniert, steht auf unserer Facebook-Seite.

kro/pe

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