Mittwoch, 19. Mai 2021
Thema der Woche | 28. Mai 2015

Wissenschaft zum Anfassen

Uni-Sommerfest am Landgrafenschloss am 30. Mai – Foto: Reinhold Eckstein

Zum zweiten Mal findet das Uni-Sommerfest am Landgrafenschloss statt. Wissenschaftler, Beschäftigte, Studierende und viele Bekannte aus der Kulturszene Marburgs und Umgebung gestalten ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm, bieten Wissenschaft zum Anfassen, Mitmachaktionen, ein Kinderprogramm sowie thematische Schlossführungen – bei freiem Eintritt.

Das Programm auf der Hauptbühne auf dem Platz vor dem Collegium Philippinum startet ab 14 Uhr mit A-Capella-Chormusik des Unichors. Im Anschluss treten unter anderem der Marburger Bachchor, die Studierenden Big Band und Turbo Sapienowa auf. Ab 20.15 Uhr moderiert Lars Ruppel einen Poetry Slam. Von 22 Uhr bis Mitternacht kann noch einmal richtig gefeiert werden, wenn Yana Gercke mit ihrer Gruppe Oh Alaska auftritt.

Marburger Wissenschaftler geben Einblick in ihre Forschung. So nehmen Neurowissenschaftler die Besucher mit auf eine Reise durch das Gehirn. Themen sind unter anderem neue Erkenntnisse aus der Stressforschung und wie das Gehirn Emotionen verarbeitet und Gesichter erkennt. Ein Vortrag über Wahrnehmung zeigt den Besuchern, dass man nicht davon ausgehen kann, dass etwas wahr ist, bloß weil man es mit den eigenen Augen sieht. Das Mitmachlabor Chemikum bietet verblüffende Chemie-Experimente für jedes Alter, die Grüne Schule des Botanischen Gartens lädt Kinder dazu ein, Postkarten aus Pflanzenfarben zu gestalten. In der Camera Obscura können Besucher die Umgebung mit "versteckter Kamera" beobachten.

Auf die Besucher wartet ein umfangreiches Angebot an Schloss-Führungen. Für Kinder gibt es eine Schatzsuche und eine Erkundung der Kasematten. Weitere thematische Führungen befassen sich beispielsweise mit dem wieder freigelegten Schlossbrunnen, den Resten der alten Burganlage im Schloss oder dem Wirken der Heiligen Elisabeth in Marburg.

In Bewegung kommen die Gäste bei verschiedenen Mitmachaktionen des Zentrums für Hochschulsport und des Lehrstuhls für Motologie der Philipps-Universität. Um 15.45 Uhr wird im Schlosspark ein riesiges Schwungtuch in Bewegung gebracht.

Rund um das Schloss gibt es Aktionen und Informationen rund um das Service- und Studienangebot der Universität. Unter anderem sind das International Office, der Familienservice, das Mütterzentrum und die Zentrale Allgemeine Studienberatung vor Ort. Das Zentrum für Lehrerbildung und das Institut für Schulpädagogik veranstalten ein PISA-Quiz und einen Luftballon-Weitflugwettbewerb. Die Kampagne "Kunst braucht Raum" nimmt mit der Spendenaktion "faceroom", die zugunsten der Innensanierung des Kunstmuseums Marburg gestartet wurde, am Sommerfest teil. Auch studentische Initiativen wie Phlink, die Zugvögel und das Magazin "Philipp" präsentieren ihre Aktivitäten.

Vom Parkplatz des Uni-Hauptgebäudes in der Biegenstraße fährt ab 13 Uhr bis 20 Uhr im Halbstundentakt ein kostenfreier Pendelbus zum Schloss. Rück­fahr­ten gibt es ab 13.30 Uhr alle halbe Stunde.

Das vollständige Programm zum Uni-Sommerfest 2015 im Internet: www.uni-marburg.de/aktuelles/events/2015/unisommerfest2015

red

Thema der Woche | 28. Mai 2015

"Mit einem roten Kleid wäre das nicht passiert"

Psychologen aus Gießen und Bradford erklären die Farbverwirrung um #TheDress

Ein Schnappschuss, auf dem ein spitzenbesetztes Kleid zu sehen ist, hat vor einigen Wochen weltweit in den sozialen Netzwerken für Kopfzerbrechen gesorgt. Warum sehen die einen ein blau-schwarzes, die anderen dagegen ein weiß-goldenes Kleid? Wahrnehmungspsychologen und -psychologinnen der Universitäten Gießen und Bradford sind der Frage in einem Experiment nachgegangen. Ein Ergebnis: "Mit einem roten Kleid wäre das nicht passiert", sagt Prof. Karl Gegenfurtner, Abteilung Allgemeine Psychologie der Justus-Liebig-Universität (JLU). Der Grund für die Farbverwirrung liegt in der insgesamt bläulichen und gelblichen Färbung des Bildes. Die Forschungsergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift "Current Biology" veröffentlicht.

Das Team, zu dem auch Prof. Marina Bloj von der Universität Bradford gehörte, fand heraus, dass alle Versuchspersonen im Grunde ähnliche Farbtöne sehen, die sich nur in der Helligkeit unterscheiden. Die wahrgenommen Farben reichen von einem sehr hellen (fast weißen) Hellblau bis zu leuchtendem Mittelblau, von Gelb und Gold bis zu einem sehr dunklen (fast schwarzen) Braun. Dabei sind die Übergänge fließend: Weder die Weiß-Gold- noch die Blau-Schwarz-Seher sind homogene Gruppen. Die wahrgenommen Farben haben dabei etwas gemeinsam: Sie befinden sich im Farbkreis auf der sogenannten Tageslichtachse. Je nach Stand der Sonne tendiert das Tageslicht eher ins Bläuliche (mittags) oder ins Gelbliche (morgens und abends).

Menschen sind normalerweise in der Lage, den Einfluss von bläulichem oder gelblichem Licht unbewusst herauszufiltern, so dass alle dieselben Farben wahrnehmen. Dazu benötigen sie aber Anhaltspunkte, also Farben, die abseits der Tageslichtachse liegen. Grüne oder rötliche Akzente fehlen bei #TheDress, wie das Kleid in den sozialen Netzwerken genannt wurde, aber völlig. Das Foto liefert damit keine Informationen über die Beleuchtungsverhältnisse. "Der Farbton hängt in der Wahrnehmung der einen Fraktion damit zusammen, dass ein weißes Kleid kühlem bläulichem Licht ausgesetzt wurde", erklärt Prof. Gegenfurtner. "Genauso gut könnte es aber ein blaues Kleid sein, das mit warmem Licht überbelichtet wurde." Dass es sich, wie mittlerweile hinlänglich bekannt ist, tatsächlich um ein blau-schwarzes Kleid handelte, ist dabei Nebensache. Die Entscheidung für die eine oder andere Variante treffen die Betrachter nicht bewusst.

Dass Menschen Schwierigkeiten haben, Farben entlang der Tageslichtachse korrekt wahrzunehmen, wurde bereits in Studien belegt. So können Versuchspersonen selten ein komplett neutrales Grau am Bildschirm einstellen, das nicht entweder ins Bläuliche oder ins Gelbliche tendiert. Abweichungen in die grüne oder rote Richtung gibt es dagegen fast nie. So ist auch zu erklären, dass eine von dem Autorenteam vorgenommene rot-grüne Einfärbung des Kleides am Bildschirm zu keinerlei Wahrnehmungsunterschieden bei den Versuchspersonen führte.

pe/kro

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