Dienstag, 11. Mai 2021
Thema der Woche | 25. Juni 2015

Von Wachstum und Grenzen

Naturerlebnis mit Aha-Effekt: Das Hanf-Labyrinth zwischen Marburg und Gießen

Was wächst eigentlich, wenn die Wirtschaft wächst? Ist unendliches Wachstum möglich? Und was hat das Ganze mit mir zu tun? Essentielle Fragen, die im Hanf-Labyrinth behandelt werden, das am Sonntag, 28. Juni, in Niederweimar eröffnet.

Die Besucher erwartet unter dem Motto "Irrwege ins gute Leben" neben einem Irrgarten eine Landschaft aus Informations- und Nachdenkstationen rund um das Thema Grenzen des Wachstums. Eine Debatte, die zunehmend auch in Deutschland Aufmerksamkeit erfährt und unter dem Begriff Postwachstum geführt wird. Abgerundet wird das Erlebnis Hanf-Labyrinth durch ein grünes Klassenzimmer, Führungen und ein buntes Kulturprogramm auf der grünen Bühne. Das vom Verein Motivés organisierte Hanf-Labyrinth soll bis Anfang Oktober ein offener Ort des Austausches, Nachdenkens und Erlebens sein und ist an den Wochenenden von Fr. bis Sa. geöffnet. Führungen von Jugend­gruppen und Schulklassen finden auf Anfrage auch unter der Woche statt.

Warum eigentlich Hanf?

Hanf ist eine alte und teils vergessene Kulturpflanze mit Tradition auch in Hessen. "Hanf wächst ähnlich hoch wie Mais, so dass es möglich ist, ein blick­dichtes Labyrinth darin anzulegen" erklärt Manuel Kästner vom Verein Motivés. "Im Gegensatz zu Mais hat Hanf aber den deutlichen Vorteil der 'Klima­neutra­lität', denn Hanf bindet während seines Wachstums mehr Kohlendioxid als jede andere landwirtschaftlich genutzte Pflanze und wird ohne Zugabe von Dünge­mitteln angebaut." Die Besucher können auf verschiedenen Tafeln noch einiges mehr zum Thema Nutzhanf und Hanfprodukte erfahren.

Was verbirgt sich aber nun hinter dem Begriff "Postwachstum"?

Postwachstum behandelt Fragen einer Gesellschaft, die auf einem stetigen Wirt­schafts­wachstum basiert und dabei an ihre natürlichen Grenzen stößt. Denn ein unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten ist einfach nicht möglich. Das Hanf-Labyrinth lädt dazu ein, fragend und auf verschlungenen Wegen vorwärts zu gehen und sich dabei dieser komplexen Thematik vielschichtig anzunehmen. Thematisch werden die Gäste des Hanf-Labyrinths spielerisch und ohne erhobenen Zeigefinger mit Themen aus der Ökonomie wie z.B. der Frage "Was wächst eigentlich, wenn die Wirtschaft wächst?" und den Grenzen des Wachstums konfrontiert. Es geht aber auch um die ökologischen und sozialen Konsequenzen der Wachstumsgesellschaft, sowie um Fragen nach Konsum und Beschleunigung. Stets wird der einzelne Mensch in diesem Spannungsfeld auf die Bühne der eigenen Gestaltungsmöglichkeiten gehoben und die konkreten Beispiele für alternative Ansätze nach dem Wachstum dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Mit Blick auf die politischen Konferenzen zum Klimawandel und den zivili­sa­torischen Herausforderungen in New York und Paris Ende des Jahres, gewinnt das Thema an Aktualität und wenn nun auch Papst Franziskus in seiner Enzyk­lika wachstumskritische Töne anschlägt, so scheint der Rahmen für eine um­fas­sende gesellschaftliche Debatte gegeben.

Das ehrenamtliche Team des Hanf-Labyrinths lädt dazu ein, an diesem besonderen Ort miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über mögliche Handlungsmöglichkeiten vor Ort auszutauschen.

Programm
Das Hanf-Labyrinth in Niederweimar wird am Sonntag, 28. Juni, eröffnet. Ab 11 Uhr kann der Erlebnis- und Bildungsparcours, der in einem 2,4 Hektar großen Nutzhanffeld angelegt wurde, erkundet werden. Für den Eröffnungstag sind alle Interessierten eingeladen, an einem regionalen "Mitbring-Eröffnungsbuffet" teilzunehmen. Beginn des Buffetsist Sonntag, der 28. Juni ab 15.00 Uhr.
Durchgeführt wird das Labyrinth vom Verein Motivés aus Lohra. Der Bildungsverein hat bereits 2011 ein Hanf-Labyrinth in Niederweimar durchgeführt und sich in der Region durch sein Bildungsangebot einen positiven Namen gemacht. Während der Laufzeit des Hanf-Labyrinths ist ein umfangreiches Kulturprogramm geplant, welches sich den Themen des Parcours auf sehr unterschiedliche Weisen nähert. Die nächsten Programmpunkte:
11. Juli, 18 Uhr: Transition Theater-ein interaktiver Theaterabend mit Dominik Werner
16. Juli, 18 Uhr: Filmvorführung mit "Fiesta Zapatista" ab 21 Uhr
18. Juli, 13-17 Uhr: Upcycling mit dem Kreativraum
19. Juli, 16 Uhr: Friedenstheater – ein interaktives Puppentheater mit Heike Kammer
24. Juli, 21 Uhr: Open Air Kino – "Weniger ist mehr – Die Grenzen des Wachstums und das bessere Leben"
25. Juli, 16 Uhr: Vortrag mit Gunter Kramp – "Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche"
Das komplette Programm unter: www.hanflabyrinth.org

kro/pe

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