Donnerstag, 18. Juli 2019
Thema der Woche | 1. Oktober 2015

Reparieren statt wegwerfen

Neues Repair Café – Foto: Repair Café Cölbe

Weltweit gibt es bereits über 750 solcher "Repair Cafés". Auch in Marburg-Cölbe und in Gießen sind sie bereits ansässig. Seit Samstag gibt es auch ein Repair Café im ehemaligen Rathaussaal in Marburg-Cappel. Das Konzept ist ganz einfach: Man bringt seine kaputten Gegenstände in das Repair Café und repariert diese selbst – unter Anleitung von ehrenamtlichen und fachkundigen Kräften. Und das kostenlos – freiwillige Spenden werden gerne angenommen.Ansprechpartnerin des Repair Cafés in Cappel, Anja Döringer-Zährl, sah sich das Repair Café in Cölbe an und dachte sich, dass es doch schön wäre, das Konzept nach Cappel zu bringen. In enger Kooperation mit dem Verein ABC (Aktive BürgerInnen Cappel) wurde die Idee schließlich umgesetzt. "Das Repair Café in Cappel stellt aber keinesfalls eine Konkurrenz zu dem in Cölbe dar", berichtet Döringer-Zährl, im Gegenteil, sie arbeiten zusammen und es sollen auch noch weitere entstehen, "Ich komme aus der Umweltbildung und es liegt mir am Herzen, der Wegwerfgesellschaft entgegenzuwirken. Das Ziel ist die Hilfe zur Selbsthilfe." Wer gerade nichts zu tun hat, kann sich bei Kaffee und Kuchen, der von den Frauen des Verein ABC gebacken wird, mit anderen unterhalten, denn auch das gemeinschaftliche Miteinander ist Teil des Konzepts.

Die fachkundigen Kräfte im Repair Café Cappel sind Rentner, die z.B. als Elektriker oder Elektroingenieur gearbeitet haben, "Also Spezialisten auf ihrem Gebiet", so die Ansprechpartnerin. "Was repariert werden kann und was nicht, lässt sich schwer sagen", erklärt sie, als Richtlinie kann man sich danach orientieren, was man noch mit den Händen tragen könne, "Am besten aber vorher telefonisch fragen und abklären." Per Telefon kann dann auch schon vorher geklärt werden, ob Ersatzteile benötigt und bestellt werden müssen. Die Kosten dafür müssen die Menschen selbst tragen. Kleinere Sachen, beispielsweise Schrauben, stehen kostenlos zur Verfügung. Für die Eröffnung benötigte Anschaffungen wurden vom Verein ABC gestiftet oder durch Sachspenden zusammengetragen. Die Räumlichkeiten werden ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt, "Sonst wäre dies nicht möglich", so Döringer-Zährl.

Auch in Gießen gibt es ein Repair Café. Sie arbeiten mit der Arbeits­losen­initiative Gießen e.V. zusammen und haben sich auf Textilien spezialisiert. Seit Juni 2014 kommen zweimal im Monat Menschen mit ihren zu reparierenden Textilien, "Wir sind immer gut beschäftigt", so Anja Sandter, Gründerin und Ansprechpartnerin des Repair Cafés in Gießen. "Manchmal kommt es auch zu Missverständnissen, wenn die Leute das zu Reparierende abgeben und es später abholen wollen. Das ist nicht Sinn der Sache", erklärt sie, "Sinn der Sache ist, dass die Leute das mehr oder weniger selbst machen unter Anleitung der Fachkräfte. Außer bei schwierigen Sachen."

Die zur Arbeit benötigten Werkzeuge, also Nähmaschinen, Nadeln, Scheren, Garn, etc. werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Erstausstattung wurde von der Stiftung Anstoss finanziert, durch die Spenden wird für Ersatz gesorgt, "Das funktioniert auch gut", erklärt Sandter, "Die Menschen spenden gerne etwas." Stoffe, Reisverschlüsse oder einen besonderen Garn – was für die Reparatur gebraucht wird, bringen die Leute meist schon selbst mit.

Die Idee der Repair Cafés stammt aus den Niederlanden, dort eröffnete 2010 das erste in Amsterdam. Heute sind die Repair Cafés in 18 Ländern vertreten, u.a. in den USA, Japan undChina. Die Idee dahinter ist simpel: Reparieren statt wegwerfen. Damit tut man der Umwelt und seinem Portemonnaie etwas Gutes.

Info
Das Repair Café in Marburg-Cappel (ehem. Rathaussaal, August-Bebel-Platz) ist immer am letzten Samstag im Monat geöffnet. Kontakt: Anja Döringer-Zährl 01745221084.
Das Repair Café in Marburg-Cölbe ist wieder geöffnet am Samstag, 10. Oktober, von 13:00-18:00 Uhr (in der Gemeindehalle Cölbe). Kontakt: 0151-57437338.
Seit September 2014 findet das Repair Café Textil in Gießen (Waltorstr. 17) regelmäßig immer am 1. und 3. Dienstag im Monat von 16:00–18:00 Uhr statt. Kontakt: info[at]ali-giessen.de

Tashina Osorio

Thema der Woche | 1. Oktober 2015

Markt der Möglichkeiten

Studieneinführung und Begrüßung der Uni-Erstsemester am 7. Oktober

Die Vorlesungszeit an der Justus-Liebig-Universität (JLU) beginnt zwar erst am 12. Oktober. Doch schon vorher füllt sich die Universität mit Studierenden, die im Wintersemester ihr Studium aufnehmen wollen, denn am 28. September hat für die Lehramtsstudiengänge, die Wirtschaftswissenschaften und einige Bachelorstudiengänge die Studieneinführungswoche (StEW) begonnen. In der zweiten Woche vor Studienbeginn (5. bis 9. Oktober) folgen die verbleibenden Bachelorstudiengänge des vielfältigen Studienangebots sowie Medizin, Zahnmedizin und Tiermedizin.

Was heißt Studieren? Was ist ein Seminar? Wie erstelle ich einen Stundenplan? Antworten auf diese und weitere Fragen erarbeiten die Erstsemester in der StEW in Kleingruppen, die von Studierenden höherer Semester betreut werden. Die frischgebackenen Studierenden erhalten eine Woche lang alle Informationen, die für einen guten Studienstart wichtig sind. Alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger sollten an der StEW teilnehmen; in einigen Studiengängen ist die Teilnahme sogar verpflichtender Teil des Studiums.

Auch der soziale Aspekt der StEW darf nicht unterschätzt werden. Damit die Erstsemester ihre neue Heimat und die Kommilitoninnen und Kommilitonen besser kennenlernen, gehören die Erkundung der Stadt durch Stadtrallyes, Feten und Kneipenbesuche zum Programm. "In der StEW treffen sich die neuen Studierenden zum ersten Mal. Hier entstehen oft Freundschaften, die das ganze Studium und sogar darüber hinaus andauern. Diese Chance sollte man sich nicht entgehen lassen", betont Prof. Adriaan Dorresteijn, Vizepräsident für Studium und Lehre an der JLU.

Ihren offiziellen Höhepunkt erreicht die StEW am Mittwoch, 7. Oktober, um 16 Uhr bei der Begrüßung der Erstsemester durch den Univizepräsidenten Adriaan Dorresteijn, die Oberbürgermeisterin der Stadt Gießen Dietlind Grabe-Bolz sowie Felix Döring vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der JLU im Audimax. Anschließend haben die Studierenden auf dem "Markt der Möglichkeiten" im Foyer die Gelegenheit, sich bei Einrichtungen der Universität, gemeinnützigen Initiativen aus der Region sowie anderen Ausstellern über die vielfältigen Angebote zu informieren. Für musikalische Unterhaltung sorgt die Band Turbo Sapienowa. Zudem wird Meike Röhl aus dem Akademischen Auslandsamt den Erstsemestern mit einem Vortrag die Möglichkeiten zum Studium und Praktikum im Ausland erläutern.

Einen Begrüßungs- und Informationsnachmittag für internationale Erstsemester der JLU gibt es am Donnerstag, 8. Oktober, ab 17 Uhr im Lokal International (Eichendorffring 111). Unipräsident Joybrato Mukherjee begrüßt die neuen Studierenden aus dem Ausland. Sie können an diesem Nachmittag erste Kontakte knüpfen sowie für sie wichtige Personen und Einrichtungen an der JLU und weitere Institutionen aus Gießen kennenlernen.

pe/kro

Tipp des Tages

7 Zimmer, Küche, Bad

Grafik: Drama-
rasmus
Das Stück beginnt dort, wo dier meisten Geschichten enden, beim Ankommen. Acht Schauspielerinnen und Schauspieler mit insgesamt sieben Nationalitäten stellen sich in 7 Zimmer, Küche, Bad der Frage "Was nun?". Was tut man, nachdem alle Kartons und Koffer entpackt wurden und das Jetlag über­wunden ist. Wie lebt man sich ein? Und wie lebt man zu­sam­men? Komödiantisch und tragisch zeigt das Stück der Theater­gruppe Dramarasmus der Philipps-Universität die Facetten der Konfrontation mit dem Fremden und dem Eigenen. Seit 2011 kommen internationale Freunde und Freundinnen des Theaters in der Theater­gruppe Dramarasmus der Philipps-Universität-Marburg zusammen. Weiterführende Informationen zum Projekt finden sich auf der Website www.dramarasmusmarburg.eu. Die neueste Produktion der multinationalen Schaupieltruppe ist zu sehen
Do 18.7. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
Tipp der Woche

Carolin Forten­bacher

Foto: Arnd Geise
Eine Hommage an Barbra Streisand? Das muss sich erstmal jemand trauen. Und eine traut sich: Carolin Fortenbacher ... An diesem Abend treffen zwei einmalige Künstlerinnen zu einer ganz besonderen Symbiose aufeinander: Zwei Sängerinnen, deren Stärke besonders in den großen Balladen liegt, die aber ebenso den Rhythmus im Blut haben. Zwei Charakterschauspielerinnen mit Hang zur Selbstironie und dem ultimativen Glamour-Faktor. Die Fortenbacher nähert sich der Streisand und ihrer Musik mit höchstem Respekt und unbedingter Hingabe. Begleitet wird sie dabei von einem Trio musikalischer Hochkaräter. Pianist Lutz Krajenski, einer der profiliertesten Musiker der deutschen Pop- und Jazz-Szene (Roger Cicero u.a.) arrangiert die Musik so, wie's der Fortenbacher gefällt, Songs wie "Woman in Love", "The Way we were" oder "Papa can you hear me" bekommen ihre ganz eigene Note. Um das rhythmische Fundament kümmern sich Achim Rafain (Bass) und Paul Kaiser (Schlagzeug). Man darf gespannt sein auf ein einzigartiges Konzert, elegant, humorvoll und ultracool, wenn es heißt Fortenbacher singt Streisand:
Do 25.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Rosengärtchen
 
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