Mittwoch, 22. Januar 2020
Thema der Woche | 1. Oktober 2015

Reparieren statt wegwerfen

Neues Repair Café – Foto: Repair Café Cölbe

Weltweit gibt es bereits über 750 solcher "Repair Cafés". Auch in Marburg-Cölbe und in Gießen sind sie bereits ansässig. Seit Samstag gibt es auch ein Repair Café im ehemaligen Rathaussaal in Marburg-Cappel. Das Konzept ist ganz einfach: Man bringt seine kaputten Gegenstände in das Repair Café und repariert diese selbst – unter Anleitung von ehrenamtlichen und fachkundigen Kräften. Und das kostenlos – freiwillige Spenden werden gerne angenommen.Ansprechpartnerin des Repair Cafés in Cappel, Anja Döringer-Zährl, sah sich das Repair Café in Cölbe an und dachte sich, dass es doch schön wäre, das Konzept nach Cappel zu bringen. In enger Kooperation mit dem Verein ABC (Aktive BürgerInnen Cappel) wurde die Idee schließlich umgesetzt. "Das Repair Café in Cappel stellt aber keinesfalls eine Konkurrenz zu dem in Cölbe dar", berichtet Döringer-Zährl, im Gegenteil, sie arbeiten zusammen und es sollen auch noch weitere entstehen, "Ich komme aus der Umweltbildung und es liegt mir am Herzen, der Wegwerfgesellschaft entgegenzuwirken. Das Ziel ist die Hilfe zur Selbsthilfe." Wer gerade nichts zu tun hat, kann sich bei Kaffee und Kuchen, der von den Frauen des Verein ABC gebacken wird, mit anderen unterhalten, denn auch das gemeinschaftliche Miteinander ist Teil des Konzepts.

Die fachkundigen Kräfte im Repair Café Cappel sind Rentner, die z.B. als Elektriker oder Elektroingenieur gearbeitet haben, "Also Spezialisten auf ihrem Gebiet", so die Ansprechpartnerin. "Was repariert werden kann und was nicht, lässt sich schwer sagen", erklärt sie, als Richtlinie kann man sich danach orientieren, was man noch mit den Händen tragen könne, "Am besten aber vorher telefonisch fragen und abklären." Per Telefon kann dann auch schon vorher geklärt werden, ob Ersatzteile benötigt und bestellt werden müssen. Die Kosten dafür müssen die Menschen selbst tragen. Kleinere Sachen, beispielsweise Schrauben, stehen kostenlos zur Verfügung. Für die Eröffnung benötigte Anschaffungen wurden vom Verein ABC gestiftet oder durch Sachspenden zusammengetragen. Die Räumlichkeiten werden ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt, "Sonst wäre dies nicht möglich", so Döringer-Zährl.

Auch in Gießen gibt es ein Repair Café. Sie arbeiten mit der Arbeits­losen­initiative Gießen e.V. zusammen und haben sich auf Textilien spezialisiert. Seit Juni 2014 kommen zweimal im Monat Menschen mit ihren zu reparierenden Textilien, "Wir sind immer gut beschäftigt", so Anja Sandter, Gründerin und Ansprechpartnerin des Repair Cafés in Gießen. "Manchmal kommt es auch zu Missverständnissen, wenn die Leute das zu Reparierende abgeben und es später abholen wollen. Das ist nicht Sinn der Sache", erklärt sie, "Sinn der Sache ist, dass die Leute das mehr oder weniger selbst machen unter Anleitung der Fachkräfte. Außer bei schwierigen Sachen."

Die zur Arbeit benötigten Werkzeuge, also Nähmaschinen, Nadeln, Scheren, Garn, etc. werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Erstausstattung wurde von der Stiftung Anstoss finanziert, durch die Spenden wird für Ersatz gesorgt, "Das funktioniert auch gut", erklärt Sandter, "Die Menschen spenden gerne etwas." Stoffe, Reisverschlüsse oder einen besonderen Garn – was für die Reparatur gebraucht wird, bringen die Leute meist schon selbst mit.

Die Idee der Repair Cafés stammt aus den Niederlanden, dort eröffnete 2010 das erste in Amsterdam. Heute sind die Repair Cafés in 18 Ländern vertreten, u.a. in den USA, Japan undChina. Die Idee dahinter ist simpel: Reparieren statt wegwerfen. Damit tut man der Umwelt und seinem Portemonnaie etwas Gutes.

Info
Das Repair Café in Marburg-Cappel (ehem. Rathaussaal, August-Bebel-Platz) ist immer am letzten Samstag im Monat geöffnet. Kontakt: Anja Döringer-Zährl 01745221084.
Das Repair Café in Marburg-Cölbe ist wieder geöffnet am Samstag, 10. Oktober, von 13:00-18:00 Uhr (in der Gemeindehalle Cölbe). Kontakt: 0151-57437338.
Seit September 2014 findet das Repair Café Textil in Gießen (Waltorstr. 17) regelmäßig immer am 1. und 3. Dienstag im Monat von 16:00–18:00 Uhr statt. Kontakt: info[at]ali-giessen.de

Tashina Osorio

Thema der Woche | 1. Oktober 2015

Markt der Möglichkeiten

Studieneinführung und Begrüßung der Uni-Erstsemester am 7. Oktober

Die Vorlesungszeit an der Justus-Liebig-Universität (JLU) beginnt zwar erst am 12. Oktober. Doch schon vorher füllt sich die Universität mit Studierenden, die im Wintersemester ihr Studium aufnehmen wollen, denn am 28. September hat für die Lehramtsstudiengänge, die Wirtschaftswissenschaften und einige Bachelorstudiengänge die Studieneinführungswoche (StEW) begonnen. In der zweiten Woche vor Studienbeginn (5. bis 9. Oktober) folgen die verbleibenden Bachelorstudiengänge des vielfältigen Studienangebots sowie Medizin, Zahnmedizin und Tiermedizin.

Was heißt Studieren? Was ist ein Seminar? Wie erstelle ich einen Stundenplan? Antworten auf diese und weitere Fragen erarbeiten die Erstsemester in der StEW in Kleingruppen, die von Studierenden höherer Semester betreut werden. Die frischgebackenen Studierenden erhalten eine Woche lang alle Informationen, die für einen guten Studienstart wichtig sind. Alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger sollten an der StEW teilnehmen; in einigen Studiengängen ist die Teilnahme sogar verpflichtender Teil des Studiums.

Auch der soziale Aspekt der StEW darf nicht unterschätzt werden. Damit die Erstsemester ihre neue Heimat und die Kommilitoninnen und Kommilitonen besser kennenlernen, gehören die Erkundung der Stadt durch Stadtrallyes, Feten und Kneipenbesuche zum Programm. "In der StEW treffen sich die neuen Studierenden zum ersten Mal. Hier entstehen oft Freundschaften, die das ganze Studium und sogar darüber hinaus andauern. Diese Chance sollte man sich nicht entgehen lassen", betont Prof. Adriaan Dorresteijn, Vizepräsident für Studium und Lehre an der JLU.

Ihren offiziellen Höhepunkt erreicht die StEW am Mittwoch, 7. Oktober, um 16 Uhr bei der Begrüßung der Erstsemester durch den Univizepräsidenten Adriaan Dorresteijn, die Oberbürgermeisterin der Stadt Gießen Dietlind Grabe-Bolz sowie Felix Döring vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der JLU im Audimax. Anschließend haben die Studierenden auf dem "Markt der Möglichkeiten" im Foyer die Gelegenheit, sich bei Einrichtungen der Universität, gemeinnützigen Initiativen aus der Region sowie anderen Ausstellern über die vielfältigen Angebote zu informieren. Für musikalische Unterhaltung sorgt die Band Turbo Sapienowa. Zudem wird Meike Röhl aus dem Akademischen Auslandsamt den Erstsemestern mit einem Vortrag die Möglichkeiten zum Studium und Praktikum im Ausland erläutern.

Einen Begrüßungs- und Informationsnachmittag für internationale Erstsemester der JLU gibt es am Donnerstag, 8. Oktober, ab 17 Uhr im Lokal International (Eichendorffring 111). Unipräsident Joybrato Mukherjee begrüßt die neuen Studierenden aus dem Ausland. Sie können an diesem Nachmittag erste Kontakte knüpfen sowie für sie wichtige Personen und Einrichtungen an der JLU und weitere Institutionen aus Gießen kennenlernen.

pe/kro

Tipp des Tages

GlasBlasSing

Foto: Yves
Suckdorff
Flaschen. Kennt jeder. Öffnen, austrinken, wegbringen. Immer schnell zur Hand, wenn der Gaumen staubt. Flaschen lassen sich zu vielem upcyclen: Behausungen für Modellschiffe, Handduschen für Formel-1-Sieger, Briefumschläge für Gestrandete und in den Händen von GlasBlasSing zu faszinierenden Musik­instrumenten. Mit dem Blick für das Besondere im Alltäglichen verwandeln sie den Getränkemarkt zum Konzertsaal, wird die Pulle zur magischen Klangschatulle, mit der sich so einige dahinhinwelkende Melodien leichthändig generalüberholen lassen. Immer nach dem Motto: Bitte ein Hit. Bei "Flaschmob", dem neuen Programm von GlasBlasSing kann man die Cokecaster-Flaschengitarre ebenso bestaunen wie das Flachmanninoff-Xylophon, die Jelzin-Orgel oder die Wasser­spender-Floor-Toms, die so schön Bumm machen, wenn man mit der grünen Perrier-Keule draufhaut.
Mi 22.1. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
Tipp der Woche

Tadpole Development

Foto: Tadpole
Development
Die junge Band aus Lissabon, Köln, Mannheim und Stuttgart, erzählt Geschichten aus aller Welt. Vier verschiedene musikalische Einflüsse treffen aufeinander, um einen eigenen und besonderen Sound zu schaffen, der niemals langweilig wird. Im Mittelpunkt stehen dabei stets Spielfreude, Spontani­tät und die Kommunikation in der Band. Gespielt werden Eigenkompositionen des in Lissabon wohnenden Pianisten Samuel Gapp und diverse andere Stücke, die die vier Musiker inspirieren und begeistern.
Do 30.1. | 20.30 Uhr | Marburg | Cavete
 
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