Sonntag, 16. Mai 2021
Thema der Woche | 4. August 2016

Weniger ist mehr

Experimentellen Studie: Geringere Boni für viele besser als höhere Boni für wenige – Foto: Gerd Altmann / Pixelio.de

Warum nutzt ein deutscher Versicherer einen Verkaufswettbewerb, bei dem am Ende über 96 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Belohnung erhalten, während andere Unternehmen Boni nur an einen kleinen Kreis ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zahlen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Prof. Arnt Wöhrmann, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Gemeinsam mit Prof. Thorsten Knauer (Universität Bochum) und PD Dr. Friedrich Sommer (Universität Münster) hat er eine Studie zur Gestaltung von Vergütungssystemen in Unternehmen in der Fachzeitschrift "European Accounting Review" veröffentlicht.

Im Fokus stehen Turniersysteme, bei denen Mitarbeiter aufgrund ihrer Leistung gerankt werden. Besser gerankte Mitarbeiter, die sogenannten Turniergewinner, erhalten einen höheren Bonus als der Rest. Für Unternehmen stellt sich die Frage, wie hoch der Anteil der durch einen solchen Bonus ausgezeichneten Turniergewinner sein sollte. In der Praxis finden sich diverse Ausgestaltungs­varianten, die von nur sehr wenigen oder gar nur einem Turniergewinner bis hin zu einem hohen Anteil von Turniergewinnern von in Einzelfällen sogar mehr als 90 Prozent reichen. Unterstellt man, dass Unternehmen über nur beschränkte Mittel für Boni verfügen, stellt sich die Frage, ob wenigen Mitarbeitern sehr hohe Boni gezahlt werden sollten oder besser viele Mitarbeiter in den Genuss dann entsprechend geringerer Boni kommen sollten.

Um diese Frage zu beantworten wurde von den Autoren ein Experiment mit 90 Studierenden durchgeführt. Die Studierenden wurden in Sechsergruppen eingeteilt und aufgefordert anspruchsvolle Mathematikaufgaben ohne Hilfs­mittel zu lösen. Anschließend wurden die sechs Gruppenmitglieder auf Basis der Anzahl richtig gelöster Aufgaben gerankt. Die Bonuszuteilung, für die im Rahmen des Experiments drei Varianten getestet wurden, knüpfte direkt an dieses Ranking an. Entweder war der Anteil der Turniergewinner gering, sodass nur ein Gruppenmitglied den Turniergewinner-Bonus erhielt, mittel (3 von 6 erhielten den Bonus) oder hoch (5 von 6).

Wurde in anderen Studien argumentiert, dass ein hoher Anteil von Bonus­gewinnern schädlich oder zumindest nicht förderlich für die Anstrengung der Mitarbeiter sei, belegt die neue Studie das Gegenteil: Erhielten zum Beispiel fünf der sechs Gruppenmitglieder statt nur einem den Bonus, stieg das An­streng­ungs­niveau um fast 50 Prozent. Begründen lässt sich dieses Verhalten damit, dass hohe Boni oft nur geringe Anreizwirkungen entfalten, wenn sie als unerreichbar wahrgenommen werden, da nur sehr wenige Mit­arbeiter in ihren Genuss kommen. Außerdem ist es gerade dann besonders wichtig für Mit­arbeiter mit einem Bonus ausgezeichnet zu werden, wenn viele der Kollegen diesen ebenfalls erhalten. Schließlich wird in dem Experiment auch gezeigt, dass der in anderen Studien beobachtete Rückgang der Anstrengung im Zeitablauf durch einen hohen Anteil von Turniergewinnern reduziert werden kann.

pe/kro

Thema der Woche | 4. August 2016

Partybringer

Gebrüder Mühlleitner stellen CD vor / 11. August

Die ersten gemeinsamen Projekte von Daniel und Philipp Mühlleitner begannen im Vorschulalter, sie traten beispielsweise als Rahmenprogramm beim familiä­ren Kaffee und Kuchen am Sonntagnachmittag auf.

Daraus ist viel geworden: Als Musikkomödianten und Partybringer haben sich die Gebrüder Mühlleitner in der heimischen Musikszene einen Namen gemacht. Als Möchtegern-Hiphopper mit Sexappeal und akustischen Instrumenten parodieren die beiden Musiker mit viel Spaß die Helden ihrer eigenen Jugend und verbinden das mit groovigem Sound. Die beiden scheinbar unbeholfen daherkommenden Charaktere – der introvertierte Intellektuelle und das überdrehte Bühnentier – unterstreichen das Gesamtbild in höchst amüsanter Art und Weise. Dabei sind die MühlleitnersSpezialisten für subtilen Humors und geben durch ihre jahrelange Bühnenerfahrung ein perfekt eingespieltes Team ab, was sich auch in ihrem besonderen Gespür für das richtige Timing zeigt.

Ihr gerade erschienenes Debüt-Album vereint mitreißende Musik mit grobem Wahnwitz und den geben sie diesmal sogar mit Band zum Besten. Unterstützt von Schlagzeug, Bass, einer stimmgewaltigen Soulsängerin und einem quirligen Multiinstrumentalisten geht's auf eine genreübergreifende Reise durch Polka, Funk, Ska, Hip Hop, Liedermaching und Reggae.

Die CD-Release-Party findet am Donnerstag, 11. August ab 20 Uhr im Ulen­spiegel statt. Als Support treten "Stevie Maine und der Herr Charmantski", ein Liedermacher-Duo aus Gießen, auf.

red

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