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Thema der Woche | 13. Oktober 2016

Röck'n'Roll

Cinderella 2.0: Blick hinter die Theaterkulissen – Foto: Killa Schuetze

Aschenputtel, Aschenbrödel, Cinderella – viele unterschiedliche Namen, aber im Kern ist es immer die gleiche, bekannte Geschichte. Die Umsetzung hingegen fällt wieder ganz unterschiedlich aus. Klassisch, animiert oder modern. In Marburg zum Beispiel, wurde aus dem Märchen ein Musical – und plötzlich singt und tanzt Cinderella über die Bühne. Mit "Cinderella – A Rock'n Roll Fairytale" hat das Hessische Landestheater bereits im Sommer 2015, open-air auf dem Marktplatz, eine große Show geboten. Vor einigen Wochen wurde das Musical wieder aufgenommen, diesmal im neuen Erwin-Piscator-Haus. Bevor Cinderella am 15.Oktober erneut aufgeführt wird, haben wir vom Express uns hinter den Kulissen umgesehen.

Ich treffe mich mit Angela Kessler, der Leiterin der Kostümabteilung. Wir fahren mit dem Aufzug in den Keller des Erwin-Piscator-Hauses. Hier unten werden die Kostüme für sämtliche Stücke gelagert. Ein Raum von oben bis unten voll mit Klamotten. Alltagskleidung bekommt die Kostümabteilung auch gerne mal geschenkt, die aufwendigen Kostüme sind hingegen alle Handarbeit. Die Cinderella-Kleider hat Angela Kessler schon bereitgestellt. Cinderellas Kleid ist weiß und eindrucksvoll verziert mit Perlen und Pailetten. Zwischen 50 und 60 Stunden hat Angela Kessler an dem Kleid gearbeitet. Im Kontrast dazu steht das schwarze Kleid der Stiefmutter. Die Inspiration hierfür war ein Kleid der Marke Dior, dass in den 50er oder 60er Jahren von einer bekannten Schauspielerin getragen wurde. Auch bei den anderen Kostümen hat sich dieKostümbildnerin an den beiden Jahrzehnten orientiert. Bei Cinderella hat man schnell das hellblaue Kleid aus dem Disney-Film im Sinn. Kessler: "Wir haben uns eher nicht von Disney inspirieren lassen. Dadurch wollten wir Erstaunen bei den Zuschauern auslösen." Normalerweise beginnen die Schneiderinnen sechs Wochen vor der Premiere ihre Arbeit. Doch bei Cinderella lief alles etwas anders. Schon drei Monate vorher erhielten Kessler und ihr Team die ersten Informationen von Regisseur Matthias Faltz und Kostümbildnerin Annie Lenk. Sie hat schon öfter die Kostüme für das Hessische Landestheater entworfen und kannte dadurch die Kapazitäten in Marburg. Bei nur vier Schneiderinnen im Theater wusste sie, dass sie früh genug mit den Entwürfen kommen muss. Die Herausforderung bei Cinderella war, die Menge an Kostümen in der vorgegebenen Zeit fertig zustellen. Schließlich benötigten hier nicht nur die Schauspieler ihre Kostüme, sondern auch die vielen Tänzer. Groß, pompös oder historisch. "Als Schneider geht man ans Theater, genau für solche außergewöhnlichen Kostüme."

In das außergewöhnliche Kostüm und in die Rolle der Cinderella schlüpft Ensemblemitglied Lene Dax. Seit der Spielzeit 2015/16 ist sie festes Mitglied hier in Marburg. Zuvor hatte sie Gastengangements in Stuttgart und Darmstadt. Als sie damals in Marburg vorsprach wurde sie gefragt, ob sie für die Rolle der Cinderella schon etwas früher kommen wolle. Klar habe dies gewollt, sagt Dax: "Es ist sehr aufregend, eine Titelrolle zu spielen." Bei Cinderella ist sie auch immer noch aufgeregt vor jeder Aufführung. "Die Vorstellung ist 90 Minuten harte Arbeit." Für Lene war es das erste Musical. Aber sie hat viel Vertrauen in ihre Kollegen, gemeinsam tragen sie den Abend. Vor allem in Artur Molin, der ihren Prinzen spielt. "Ich singe zwar schon lange, aber nur im Chor", berichtet Lene Dax. "Das Singen mit Artur war eine Herausforderung. Er ist ein super Sänger, aber dadurch konnte er mich auch abholen und mir die Angst nehmen".

Die Wiederaufnahme des Musical war für Lene sehr spannend: "Die Wieder­aufnahme war besonders, weil wir vom Marktplatz in die Halle gewechselt sind. Es war nicht sicher, ob das Konzept der Aufführung auch im geschlossenen Raum aufgeht." Doch die Wiederaufnahme war erfolgreich. "Wir hatten ein tolles Publikum. Es war schön, in die vielen glücklichen Gesichter zu sehen."

Katharina Zimmermann

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