Montag, 20. Mai 2019
Editorial | 31. Mai 2018

Kunst am laufenden Meter

Wer einen Kandinsky oder Klee mit nach Hause nehmen möchte, kann sich das schönste Stück in der "Nacht der Kunst" abschneiden
Foto: Gabriele Neumann

Einen Kandinsky zerschnipseln, aus einem Bild von Paul Klee eine Tasche nähen oder aus einem Kunstwerk von Yves Klein eine Tischdecke basteln – in Marburg kein Problem. Kandinsky, Klein, Klee, und andere namhafte Künstler gibt's zum Quadratmeterpreis von schlappen zehn Euro in der "Nacht der Kunst" am 22. Juni.

Haltbar ist die Kunst zum Schnäppchenpreis außerdem. Immerhin bestehen die Werke aus strapazierfähigen Gewebe, das noch bis vor wenigen Tagen als Ban­ner mit den Motiven der Kunstwerke den Bauzaun vor dem Kunstmuseum in der Biegenstraße zierte.

Jetzt ist der Bauzaun weg. Die Arbeiten gehen voran. Nach siebenjähriger denk­malgerechter Renovierung soll das Museum für Bildende Kunst im Herbst wieder seine Türen öffnen. Und die Uni sammelt noch fleißig Spenden für ihr Gebäude.

Von den erhofften 1,25 Millionen Euro für die teuere Renovierung wurden laut Hochschule bis jetzt rund 860.000 Euro eingeworben.

Dank der Spendenbereitschaft der Marburger habe ein Großteil der Räume bereits saniert werden können, freut sich Museumsleiter Christoph Otterbeck. Für einige, wenige Ausstellungssäle fehle aber noch aber Geld.

Also ran an die Kunstbanner.

Georg Kronenberg

Tipp des Tages

Max Goldt

Foto: Axel
Martens
"Dass Max Goldts Werk sehr komisch ist, weiß ja nun jeder gute Mensch zwischen Passau und Flensburg. Dass es aber, liest man genau, zum am feinsten Gearbeiteten gehört, was unsere Literatur zu bieten hat, dass es wahre Wunder an Eleganz und Poesie enthält und dass sich hinter seinen trügerischen Gedanken­fluchten die genaueste Komposition und eine blendend helle moralische Intelligenz verbergen, entgeht noch immer vielen, die nur aufs Lachen und auf Pointen aus sind. Max Goldt gehört gelesen, gerühmt und ausgezeichnet." (Daniel Kehlmann). Ersteres tut der Meister persönlich am
Mo 20.5. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
Tipp der Woche

Axel Hacke

Foto: Thomas
Dashuber
Hacke liest – aber was liest er denn? Man weiß es nicht. Jede Hacke-Lesung ist ein bisschen anders als alle anderen: eine kleine Wundertüte. Klar ist, dass er aus seinem neuesten und sehr aktuellen Buch liest. Aber dann? Einige seiner legendären Kolumnen aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung? Ein, zwei Kapitel über Oberst von Huhn und seine irr-poetische Speisekarten-Sammlung aus der ganzen Welt? Oder eine kleine Hitparade der schönsten Missverständnisse aus der Wumbaba-Trilogie? Sicher ist am Ende nur jener Rat, den der Nord­deut­sche Rundfunk dem Publikum gibt: "Wenn er eine öffentliche Lesung macht, pflegen sich seine Zuhörer mit Taschentüchern auszustatten, weil sie wissen, dass die Lachtränen laufen werden."
Do 23.5. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
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