Montag, 20. Mai 2019
Thema der Woche | 19. Juli 2018

Blick vor und zurück

25. OpenEyes Filmfest bis 22. Juli – Foto: OpenEyes

Von Adam und Eva, die in Gottes Cabriolet in die Zukunft fliehen, über einen Boxer, der gegen Muhammad Ali im Ring stand bis zur alten Dame, die eine Ruhestätte für ihre geliebte Katze sucht: 105 Kurzfilme sind beim Marburger Filmfestivals OpenEyes dieses Jahr im Wettbewerb.

Das Festival wird dieses Jahr 25 – und hat zur Feier des Jubiläums sein Pro­gramm um einen Tag verlängert. Im Rahmenprogramm sind unter anderem Diskussionsrunden mit Filmschaffenden und Aftershowpartys.

Im Publikumswettbewerb des internationalen Filmfestes treten Kurzfilme aus 30 verschiedenen Ländern in vier Festivalkategorien gegeneinander an. Darunter auch mehrere Deutschland-, Europa- und Weltpremieren. Viele internationale Filmschaffende werden persönlich vor Ort sein, um ihre Filme zu präsentieren.

Anlässlich des Jubiläums erinnert Filmfest unter dem thematischen Schwer­punkt des "Analogen" an seine Anfänge im analogen Zeitalter. Die bereits bekannten Wett­be­werbs­kategorien: Spiel-, Animations-, Dokumentar- und Experimentalfilm, werden entsprechend in diesem Jahr durch den Wett­be­werbs­block 'rewind: analog perspectives' ergänzt. Die in diesem Block gezeigten Filme aller Kategorien widmen sich formal oder inhaltlich dem analogen Film. Filme alle*r Kategorien laufen auch in den Open-Air Abendvorstellungen im idyllischen trauma-Garten.Nachdem diese im letzten Jahr häufig ausverkauft waren, erweitern neue Spielorte und Sitzmöglichkeiten das Festivalgelände.

Die besondere Atmosphäre des g-Werks wird zum Jubiläum durch ein spezielles Gestaltungskonzept hervorgehoben. Es gibt ein thematisch ab­ge­stimmtes Rahmenprogramm, zu welchem unter anderem ein Workshop zum 35mm-Abspiel und ein 'RetroFlohmarkt' gehören. In der Ausstellung 'OpenArtworks' können die Besucher einen Blick in die Vergangenheit des Festivals werfen. Ausgestellt werden alte Festivaldesigns sowie weitere Werke der Künstler. Eine Abschlussdiskussion sowie der Vortrag 'Das Korn im Pixel – Analogien des Analogen im Film' setzen sich mit der Frage auseinander, in wie weit analoge Ästhetiken heute noch oder wieder aktuell sind.

Das beliebte Garagenkino bietet als Mini-Festival im Festival erneut abseits des Publikumswettbewerbs eine Plattform für Amateurfilmschaffende, um ihre Filme spontan einzureichen und zu präsentieren, ganz im Sinne der Grün­dungs­jahre. Erweitert durch einen 8mm- und 16mm-Projektor sowie einen Videorekorder auch mit der Abspielmöglichkeit für analoge Produktionen.

Um das Jubiläum gebührend und ausreichend feiern zu können wird das Festival in diesem Jahr um einen Tag verlängert, – es wurde bereits am Mittwoch mit Sektempfang und Live-Musik eröffnet. Gefeiert werden kann neben dem Film und den 90er Jahren, auch auf den themenbezogenen Aftershow-Parties, die das Programm täglich beschließen.

Das komplette Programm gibt's unter: www.openeyes-filmfest.de.

25 Jahre OpenEyes
Das OpenEyes-Filmfest wurde 1994 als "Mittelhessisches Amateur Filmfest" vom soziokulturellen Zentrum Café Trauma ins Leben gerufen. Von Anfang an stand der Kurzfilm im Mittelpunkt der Veranstaltung. Zunächst auch aus pragmatischen und finanziellen Gründen, inzwischen ausschließlich aus programmatischen – als eigenständige Kunstform, die es selten in kommerzielle Kinos schafft.
Den ersten Schauplatz des Festivals war der Hof der Burgruine Amöneburg, der 2007 vom Neuen Botanischen Garten in Marburg abgelöst wurde. Seit 2010 findet das Festival findet auf dem Gelände des g-Werk in Marburg statt.
In 25 Jahren ist das Filmfest größer, internationaler und weltweit bekannter geworden. So zählte das Filmfest 2017 mit über 2000 Gästen einen neuen Besucherrekord. Nicht nur die Abendtermine waren nach Angaben der Veranstalter ausverkauft, auch die Nachmittagsvorstellungen hätten sich hoher Beliebtheit erfreut.
Fast 1100 Filme aus 72 Ländern wurden für den Wettbewerb 2018 eingereicht. Darunter finden sich neben den traditionell stark vertretenen Ländern Deutschland, Spanien, Frankreich, Österreich und Kroatien auch Einsendungen aus Panama, Singapur, Russland, Indonesien, Israel, Estland, der Tschechischen Republik, Chile und weiteren Ländern.

kro/pe

Tipp des Tages

Max Goldt

Foto: Axel
Martens
"Dass Max Goldts Werk sehr komisch ist, weiß ja nun jeder gute Mensch zwischen Passau und Flensburg. Dass es aber, liest man genau, zum am feinsten Gearbeiteten gehört, was unsere Literatur zu bieten hat, dass es wahre Wunder an Eleganz und Poesie enthält und dass sich hinter seinen trügerischen Gedanken­fluchten die genaueste Komposition und eine blendend helle moralische Intelligenz verbergen, entgeht noch immer vielen, die nur aufs Lachen und auf Pointen aus sind. Max Goldt gehört gelesen, gerühmt und ausgezeichnet." (Daniel Kehlmann). Ersteres tut der Meister persönlich am
Mo 20.5. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
Tipp der Woche

Axel Hacke

Foto: Thomas
Dashuber
Hacke liest – aber was liest er denn? Man weiß es nicht. Jede Hacke-Lesung ist ein bisschen anders als alle anderen: eine kleine Wundertüte. Klar ist, dass er aus seinem neuesten und sehr aktuellen Buch liest. Aber dann? Einige seiner legendären Kolumnen aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung? Ein, zwei Kapitel über Oberst von Huhn und seine irr-poetische Speisekarten-Sammlung aus der ganzen Welt? Oder eine kleine Hitparade der schönsten Missverständnisse aus der Wumbaba-Trilogie? Sicher ist am Ende nur jener Rat, den der Nord­deut­sche Rundfunk dem Publikum gibt: "Wenn er eine öffentliche Lesung macht, pflegen sich seine Zuhörer mit Taschentüchern auszustatten, weil sie wissen, dass die Lachtränen laufen werden."
Do 23.5. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
Aktuelles Heft
Zum Anschauen und Blättern klicken Sie bitte auf den Hefttitel.
 
Kulturtipps 2019
Zum Anschauen und Blättern klicken Sie bitte auf den Hefttitel.
 
Ausgehen & Einkaufen
Zum Anschauen und Blättern klicken Sie bitte auf den Hefttitel.