Montag, 20. Mai 2019
Thema der Woche | 30. August 2018

Deutsch-peruanisches Theaterprojekt

"Arena y Esteras" bei der Kinderkulturkarawane
Foto: Kinderkulturkarawane

Die Marburger Martin-Luther-Schule bekommt weit gereiste Gäste: Vom 15. bis 22.9. kommen sechs Jugendliche aus Peru an die Schule, um gemeinsam mit Marburger Schülerinnen und Schülern an einem Theaterprojekt zu arbeiten. Das Ergebnis werden sie am vorletzten Tag ihres Besuches in der Waggonhalle aufführen. Die Jugendlichen entwickeln das Stück gemeinsam nach einer Woche Ideen- und Themenfindung. Dass es bunt, kreativ und akrobatisch wird, steht fest. Der junge Besuch aus Peru gehört einem Theater-und Zirkusprojekt an, das sich "Arena y Esteras" nennt und wird von einer pädagogischen Leitung begleitet. "Arena y Esteras" bedeutet "Sand und Strohmatten", denn die Gruppe stammt aus einem Vorort der peruanischen Hauptstadt Lima, der in einem Wüstengebiet liegt – mit Sand und Hütten aus Strohmatten. Dort verbinden Künstler und Pädagogen in ihrer Arbeit Theater und Zirkus mit sozialen und politischen Interessen. "Die Kunst will den ansässigen Menschen eine Perspektive geben und ihnen als Anstoß dienen – als Anstoß, selbst aktiv zu werden und sich nicht bloß zu fügen und als Anstoßeigene, kreative Kräfte zu erkennen, die wiederum die Gemeinschaft fördern und auf die eigene soziale Verantwortung und Würde abzielen." Zentral für künstlerisches Selbst­ver­ständnis der Truppe sind die Menschenrechte, die Gleichberechtigung der Geschlechter und den Respekt vor der Schöpfung.

Über den Hamburger Verein "Kinderkulturkarawane" findet "Arena y Esteras" dieses Jahr seinen Weg nach Marburg. Die "Kinderkulturkarawane" lädt jedes Jahr Jugendkulturgruppen aus dem globalen Süden ein, um ihnen in Europa eine Bühne zu bieten und sie mit Gleichaltrigen in Kontakt zu bringen. Dem Verein geht es darum, über die Kunst einen gleichberechtigten Dialog zwischen den jungen Menschen zu schaffen, sie Gemeinsamkeiten entdecken, globale Zusammenhänge verstehen und sich gegenseitig, trotz aller Unterschiede, auf Augenhöhe begegnen zu lassen. Gefördert durch den Marburger Weltladen und dank der Vorbereitungen einer AG an der Martin-Luther-Schule steht dem Besuch von "Arena y Esteras" nicht mehr viel im Weg und man darf gespannt sein, was dem Publikum am Freitag, 21.9. um 20.00 in der Waggonhalle geboten wird.

pe/red

Tipp des Tages

Max Goldt

Foto: Axel
Martens
"Dass Max Goldts Werk sehr komisch ist, weiß ja nun jeder gute Mensch zwischen Passau und Flensburg. Dass es aber, liest man genau, zum am feinsten Gearbeiteten gehört, was unsere Literatur zu bieten hat, dass es wahre Wunder an Eleganz und Poesie enthält und dass sich hinter seinen trügerischen Gedanken­fluchten die genaueste Komposition und eine blendend helle moralische Intelligenz verbergen, entgeht noch immer vielen, die nur aufs Lachen und auf Pointen aus sind. Max Goldt gehört gelesen, gerühmt und ausgezeichnet." (Daniel Kehlmann). Ersteres tut der Meister persönlich am
Mo 20.5. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
Tipp der Woche

Axel Hacke

Foto: Thomas
Dashuber
Hacke liest – aber was liest er denn? Man weiß es nicht. Jede Hacke-Lesung ist ein bisschen anders als alle anderen: eine kleine Wundertüte. Klar ist, dass er aus seinem neuesten und sehr aktuellen Buch liest. Aber dann? Einige seiner legendären Kolumnen aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung? Ein, zwei Kapitel über Oberst von Huhn und seine irr-poetische Speisekarten-Sammlung aus der ganzen Welt? Oder eine kleine Hitparade der schönsten Missverständnisse aus der Wumbaba-Trilogie? Sicher ist am Ende nur jener Rat, den der Nord­deut­sche Rundfunk dem Publikum gibt: "Wenn er eine öffentliche Lesung macht, pflegen sich seine Zuhörer mit Taschentüchern auszustatten, weil sie wissen, dass die Lachtränen laufen werden."
Do 23.5. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
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