Montag, 20. Mai 2019
Editorial | 1. März 2018

Von Freundschaft und Hoffnung

Ahmad & Knecht am 16. März in der Lutherischen Pfarrkirche

Es ist eine ganz besondere Zusammenarbeit: Der Kasseler Pianist Edgar Knecht, für seine Volksliedbearbeitungen gefeiert, begegnet mit seinem virtuosen Trio dem palästinensisch-syrischen Sänger und Pianisten Aeham Ahmad.

Ahmad ist als "Pianist aus den Trümmern" weltweit bekannt geworden, der aus dem Syrien-Krieg Bilder rund um den Globus sandte, die den Atem stocken ließen.

In die Straßen des völlig zerbombten syrischen Flüchtlingslagers Jarmuk zog er Tag für Tag sein Piano auf einem Rollenträger, um der Hoffnungslosigkeit des Kriegs, die Trost spendende Stärke der Musik entgegenstellen zu können.

Edgar Knecht wiederum hat sich auf einzigartige Weise mit Volksliedern seiner deutschen Heimat auseinandergesetzt, sie gründlich entstaubt und lässt sie in seinen Bearbeitungen wieder strahlen.

So verschmelzen beim Zusammenspiel von Ahmad und Knecht syrischer Gesang mit deutschem Volkslied, arabische Rhythmen mit Jazz und Latin zu mitreissenden Kompositionen. Und das Konzert am 16. März in der Lutherischen Pfarrkirche ist auch ein eindrucksvolles Statement – für die Freundschaft und gegen Krieg, Verfolgung und Hass.

Georg Kronenberg

Tipp des Tages

Max Goldt

Foto: Axel
Martens
"Dass Max Goldts Werk sehr komisch ist, weiß ja nun jeder gute Mensch zwischen Passau und Flensburg. Dass es aber, liest man genau, zum am feinsten Gearbeiteten gehört, was unsere Literatur zu bieten hat, dass es wahre Wunder an Eleganz und Poesie enthält und dass sich hinter seinen trügerischen Gedanken­fluchten die genaueste Komposition und eine blendend helle moralische Intelligenz verbergen, entgeht noch immer vielen, die nur aufs Lachen und auf Pointen aus sind. Max Goldt gehört gelesen, gerühmt und ausgezeichnet." (Daniel Kehlmann). Ersteres tut der Meister persönlich am
Mo 20.5. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
Tipp der Woche

Axel Hacke

Foto: Thomas
Dashuber
Hacke liest – aber was liest er denn? Man weiß es nicht. Jede Hacke-Lesung ist ein bisschen anders als alle anderen: eine kleine Wundertüte. Klar ist, dass er aus seinem neuesten und sehr aktuellen Buch liest. Aber dann? Einige seiner legendären Kolumnen aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung? Ein, zwei Kapitel über Oberst von Huhn und seine irr-poetische Speisekarten-Sammlung aus der ganzen Welt? Oder eine kleine Hitparade der schönsten Missverständnisse aus der Wumbaba-Trilogie? Sicher ist am Ende nur jener Rat, den der Nord­deut­sche Rundfunk dem Publikum gibt: "Wenn er eine öffentliche Lesung macht, pflegen sich seine Zuhörer mit Taschentüchern auszustatten, weil sie wissen, dass die Lachtränen laufen werden."
Do 23.5. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
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