Mittwoch, 12. Mai 2021
Thema der Woche | 10. Dezember 2020

Brückenbauerin nach Frankreich

Andrea Fritzsch fördert Austausch und Projekte – Foto: Gesa Coordes

Sie ist die Regionale Beraterin für den Deutsch-Französischen Bürgerfonds: Die Marburger Romanistin und Frankreichwissenschaftlerin Andrea Fritzsch fördert grenzüberschreitende Aktionen und Projekte für ganz Hessen und zum Teil auch für Nordrhein-Westfalen und Südniedersachen, hat aber ihren "Dienstsitz" in der Marburger Stadtverwaltung im Fachdienst Migration und Flüchtlingshilfe. Von hier aus motiviert, informiert und begleitet sie Menschen, die deutsch-französische Ideen verwirklichen wollen. Ausdrücklich sollen davon auch kleine Initiativen und Gruppen profitieren, die bislang wenig im Fokus der deutsch-französischen Freundschaft standen – etwa Sportvereine, Freiwillige Feuer­wehren, Fotoclubs, Chorgemeinschaften oder Nachbarschaftshilfen. Weder Sprachkenntnisse noch ein bestimmtes Alter sind nötig. Überall steckt Potenzial für Begegnung und Austausch. Aber auch die zahlreichen Städtepartnerschaften zwischen beiden Ländern können mit Mitteln des Bürgerfonds vertieft werden.

Gefördert werden Gruppenaustausch und Individualprojekte, Veranstaltungen, Forschungsvorhaben und digitale Projekte von Vereinen und Institutionen, aber auch von Initiativen und privaten Gruppen. Zudem bietet Fritzsch allen, die sich für die deutsch-französische Freundschaft engagieren wollen, kostenlose Beratung und Unterstützung vor Ort an. "Es geht darum, den europäischen Gedanken ganz breit voranzubringen", sagt sie. Ohne großen bürokratischen Aufwand sollen Begegnungen zwischen der deutschen und der französischen Zivilgesellschaft gefördert werden.

Andrea Fritzsch ist eine von sieben deutschen und sieben französischen Beratern, die den Bürgerfonds vertreten. Dabei ist sie die einzige Beraterin, die an einer Kommune angesiedelt ist. Die Romanistin, die jahrelang am Sprachen­zentrum der Philipps-Universität französisch und portugiesisch unterrichtete, startete die Initiative. Sie erklärt sich den Erfolg mit den hervorragenden Marburger Netzwerken. Zudem feiert die Städte­partner­schaft Marburg-Poitiers 2021 ihr 60-jähriges Jubiläum. Sie ist damit eine der ältesten Städte­partner­schaften.

Fritzsch ist im Hauptberuf sogenannte WIR-Koordinatorin für interkulturelle Öffnung und Integration und kennt sich mit grenzüberschreitenden Projekten aus. Zudem ist sie natürlich "Fan von Frankreichs Sprache und Kultur". Alle zwei Wochen schalten sich die 14 Berater in beider Länder in einer Web-Konferenz zusammen, um Projekte zu besprechen, Partner zu finden und Austausch – auch finanziell – zu fördern. So werden zum Beispiel interessierte Musiker, Gärtner, Stadtteilvereine und Radverkehrsförderer vermittelt. Gefördert wurden bereits Tanzprojekte zum Mitmachen, ein Online-Dinner und ein Dokufilm über das Familienleben in der Coronazeit. "Wir sind die Brückenbauerinnen und Brückenbauer zur Basis", so Fritzsch. So hilft aber auch Fachkräften wie den Flüchtlingsbegleitern aus Paris, die Kontakt zu deutschen Kollegen aus der Arbeit mit Geflüchteten suchten.

Ein "Weihnachtsprojekt" hat Fritzsch für Marburg gestartet: Zum Einstieg ins Jubiläumsjahr für die Städtepartnerschaft mit Poitiers hat sie gemeinsam mit vielen Kollegen aus der Stadtverwaltung sowie Vereinen und Initiativen einen Adventskalender "gebastelt". Er besteht aus kleinen und größeren Geschenken für Organisationen und Einrichtungen in der französischen Universitätsstadt. So können sich die 24 Kindergärten von Poitiers über 24 deutsch-französische Lesebücher freuen. Für die Naturschutzbehörde gibt es Marburgs Fleder­maus­tassen. In den Päckchen finden sich Elisabethkaffee, Marburger Schokolade, Tütchen mit Ruccola- und Radieschensamen, der "Marburger Hahn" und Apfelschneider. Und beim "Service International" in Poitiers steht in der Vor­weihnachtszeit nun etwas typisch Deutsches: ein Adventsgesteck von der Stadtgärtnerei.

Leben für den Vertrag von Aachen
Der Deutsch-Französische Bürgerfonds gilt als Leuchtturmprojekt in der Zu­sam­men­arbeit beider Länder. Er soll den 2019 geschlossenen Freundschafts­vertrag von Aachen mit Leben füllen, der 56 Jahre nach dem Elysée-Vertrag die Zusammen­arbeit bekräftigt. Organisiert vom Deutsch-Französischen Jugendwerk hat er ein Jahresbudget von 2,4 Millionen Euro, das von beiden Staaten zu gleichen Teilen finanziert wird. Dabei reicht die Unterstützung von Finanzspritzen bis zu 5000 Euro für kleine Vorhaben bis zu Großprojekten, die mehr als 50000 Euro erhalten können.
Weitere Infos gibt Andrea Fritzsch (Tel. 06421/2011861, andrea.fritzsch[at]marburg-stadt.de) sowie die Homepage www.buergerfonds.eu.

Gesa Coordes

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