Performance „Driften bis wir Wasser sind“ am Freitag, dem 30. & Samstag, dem 31. Januar um jeweils 20 Uhr im TNT.

Die Urgewalt der Flut wird im Theaterraum erfahrbar

Wenn die wissenschaftliche Warnung zur physischen Realität wird: Die Performance „Driften bis wir Wasser sind“ macht am letzten Januarwochenende im TNT die Urgewalt der Flut im Theaterraum erfahrbar. Greta Katharina Klein und ihr Team untersuchen das Spannungsfeld zwischen ökologischer Krise, kollektiver Verantwortung und dem Moment, in dem die vertraute Landschaft der Auflösung weicht. Die multisensorische Performance will die gesellschaftlichen, historischen und materiellen Dimensionen einer Flut aufzeigen. Entwickelt wurde sie von Klein und ihrem Team für ein sehendes, blindes und sehbehindertes Publikum.

Greta Katharina Klein studiert am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft an der Universität Gießen. „Driften bis wir Wasser sind“ ist ihre Abschlussarbeit an der Hessischen Theaterakademie (HTA)

Ausgangspunkt der Arbeit ist die Kluft zwischen trockener Datenanalyse und menschlicher Reaktion: Erst wenn das Chaos eintritt, wird die Katastrophe real. In „Driften bis wir Wasser sind“ übernimmt die Flut selbst die Regie. Das Publikum betritt eine geflutete Landschaft, in der gewohnte Regeln nicht mehr gelten und alles in Bewegung gerät.

Die Produktion stellt drängende Fragen unserer Zeit: Wie verhalten sich die eruptive Wucht eines Hochwassers und die quälende Dauer seiner Nachwirkungen zueinander? Welche Geschichten überdauern das Wasser, und welche verschwinden für immer? In einer dichten Atmosphäre aus Dunkelheit, ineinanderfließenden Klangkompositionen und einer eigens entwickelten „Fluten-Puppe“ wird das Verhältnis zwischen Mensch und Natur im Kontext der Klimakrise reflektiert.

Bereits um 19 Uhr beginnt an beiden Tagen die Tastführung zur Performance

Ein besonderes Merkmal der Produktion ist die konsequente inklusive Ausrichtung. Das bedeutet, die Performance findet in deutscher Lautsprache statt und beinhaltet eine künstlerische Audiodeskription, die in Co-Autorinnenschaft von blinden und sehenden Künstlerinnen speziell für ein blindes und sehbehindertes Publikum entwickelt wurde.

Anmeldung: Für die Nutzung der Audiodeskription und Tastführung ist eine direkte Anmeldung per E-Mail an dick.baerbel@t-online.de erforderlich. Hier erhalten Gäste auch detaillierte Informationen zur An- und Abreise. Eine zusätzliche Ticketbuchung ist in diesem Fall nicht nötig.

red

Bild mit freundlicher Genehmigung von Merthe Wulf