Allgemeinverfügung soll Austrocknung von Gewässern verhindern.
Der Landkreis Marburg-Biedenkopf untersagt mit einer Allgemeinverfügung bis auf weiteres die Entnahme von Wasser aus Bächen, Flüssen und Seen. Der Grund: Wegen der anhaltenden Trockenheit und der seit Wochen nur sehr geringen Niederschläge haben sich in den Gewässern sehr niedrige Wasserstände eingestellt.
„Die anhaltend niedrigen Wasserpegel machen es erforderlich, die Entnahme von Wasser aus Gewässern zeitweise einzuschränken. Gewässer bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen und sind eine wichtige Lebensgrundlage. Sinkt der Wasserstand zu stark, verschlechtern sich ihre Lebensbedingungen erheblich. Jede Wasserentnahme kann in dieser Situation dazu beitragen, dass sich die Lage weiter verschärft. Deshalb werden die Wasserentnahmen vorübergehend eingeschränkt“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Peter Neidel, der die Bürgerinnen und Bürger außerdem um Verständnis bittet. Die Maßnahme diene dem Schutz der Gewässer und sei zeitlich auf die Dauer der Niedrigwasser-Lage begrenzt. „Sobald sich die Wasserstände erholen, werden die Einschränkungen wieder aufgehoben“, so Neidel.
Die Regelung gilt auch für die Wasserentnahme durch Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundstücken, die an oberirdische Gewässer angrenzen. Die Nichtbeachtung der Untersagungen stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann laut Kreisverwaltung im Einzelfall mit einem Bußgeld bis zu 100.000 Euro geahndet werden.
Die Entnahme von Kleinstmengen in Trinkgefäßen oder Ähnliches für den unmittelbaren Eigenbedarf ist allerdings erlaubt. Das Entnahmeverbot gilt zudem nicht für Personen, die eine Erlaubnis der Unteren Wasserbehörde des Kreises oder der Oberen Wasserbehörde des Regierungspräsidiums zur Wasserentnahme besitzen.
Mit der Allgemeinverfügung will der Kreis verhindern, dass die Gewässer austrocknen und Umwelt und Natur weiter Schaden nehmen. Die bisherigen Niederschlagsmengen liegen weit unter dem Durchschnitt. Es besteht deshalb die Gefahr, dass der Naturhaushalt nachhaltig gestört wird, darunter auch die Tier- und Pflanzenwelt. Die Entnahme von Wasser aus Bächen, Flüssen und Seen verstärkt diese Gefahr erheblich.
pe

