Der 11,5 Millionen Euro teure Neubau sollen Klimafolgen mildern.

Marburg hat ein neues Wasserwerk: Für rund 11,5 Millionen Euro wurde die neue Zentrale der Marburger Wasserversorgung jetzt eröffnet. Der Neubau entstand in einer Bauzeit von rund drei Jahren direkt neben dem alten, schrittweise außer Betrieb genommenen Wasserwerk im Marburger Stadtteil Wehrda. Er ist ein zentraler Baustein des neuen Wasserversorgungskonzepts der Universitätsstadt, mit dem die Klimafolgen gemildert werden sollen. Durch eine breitere Aufstellung und die Erschließung neuer Grundwasservorkommen sollen die regionalen Gewinnungsanlagen bei Hitzeperioden gleichmäßiger genutzt und geschont werden.

„Damit sichern die Stadtwerke eine zukunftssichere Versorgung der Marburger Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser und übernehmen Verantwortung für kommende Generationen“, freute sich Stadtwerke-Geschäftsführer Bernhard Müller. „Angesichts steigender Anforderungen an Qualität und Versorgungssicherheit sind solche modernen Anlagen ein wichtiger Baustein für eine resiliente Infrastruktur“, ergänzte Wolf Merkel vom Vorstand Wasser des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches. 

Das neue Wasserwerk ist die zentrale Schaltstelle der Trinkwasserversorgung Marburgs. Hierhin fließt das Wasser aus Brunnen und Quellen über Leitungen und wird und zu Trinkwasser aufbereitet. Die anschließende Verteilung des Trinkwassers an die Menschen in der Stadt wird ebenfalls im Werk gesteuert und überwacht. Im März 2026 wurde der letzte Aktivkohlefilter vom alten in das neue Wasserwerk überführt und dessen  Elektrotechnik fertiggestellt. Das neue Wasserwerk wurde neben dem bestehenden errichtet, um die vorhandene Infrastruktur weiter nutzen zu können. Der Vollbetrieb startete bereits Anfang des Jahres. 

Wie Stadtwerke-Geschäftsführer Müller erläuterte, ist das Wasserwerk Teil eines Gesamtkonzepts zur Sicherung der Wasserversorgung. Weitere Bestandteile sind der Ausbau und die fortlaufende Sanierung des Marburger Versorgungsnetzes, die Sanierung von Hochbehältern und die Verbesserung von Quelleinfassungen und Brunnen. Durch eine breitere Aufstellung und die Erschließung neuer Grundwasservorkommen sollen die regionalen Gewinnungsanlagen bei Hitzeperioden gleichmäßiger genutzt und geschont werden. Parallel forschen die Stadtwerke zusammen mit der Philipps-Universität Marburg an Projekten zur Nutzung von Brauchwasser (Nicht-Trinkwasser) für die Landschaftspflege. 

gec/pe

Bild mit freundlicher Genehmigung von Georg Kronenberg