Von Klimagärtchen, Schwammkörpern und mehr Bäumen.
Die Marburger Oberstadt mit ihren engen, verwinkelten Gassen, den steilen Treppen und den mehr als 700 Fachwerkhäusern ist so malerisch, dass sie Gäste aus ganz Deutschland anlockt. Allein: Auf den Klimawandel ist sie noch zu wenig vorbereitet. Um zukünftigen Hitzewellen mit mehr Grün und kühlendem Wasser zu begegnen, hat die Stadt Marburg einen Wettbewerb ausgeschrieben. Gewonnen hat ihn die „Terra.Nova Landschaftsarchitektur“. 2027 soll mit der Ausarbeitung des Plans begonnen werden. Die geplante Neugestaltung ist ein Pilotprojekt, das über das Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“ finanziert wird. Geschäftsleute und die Bewohnerinnen und Bewohner der Oberstadt sollen dabei beteiligt werden.
Der prämierte Entwurf überzeugte die Jury durch besonders viel Grün, Schatten und Wasser. Besonders deutlich werden die Veränderungen am neuen „Entrée“ für die Oberstadt am Beginn der Fußgängerzone an der Barfüßerstraße (Ecke Am Plan). Dort sollen Einheimische und Gäste in Zukunft von einer verkehrsberuhigten Zone mit großen, schattenspendenden Bäumen, Stauden und einem Klimagärtchen in der Nähe des Bauamts begrüßt werden. Damit soll der Ort zugleich zu einem sogenannten „Schwammkörper“ werden, in dem Wasser versickern kann. Parkplätze und Anlieferzonen werden integriert. Die Bäume sollen die Fußgängerzone bis zum Marktplatz begleiten, werden aber ab der Kugelgasse – angesichts der enger werdenden Straße – kleiner.
Zum Ausruhen und Verweilen unterhalb des geschäftigen Treibens in der Barfüßerstraße lädt der entsiegelte Heumarkt ein, auf dem kleinere Bäume stehen sollen: „Zusammen mit dem Oberstadtbüro kann hier eine neue, attraktive Aufenthaltsfläche mit schönem Blick zur Hofstadt und zum Schneidersberg geschaffen werden“, schreiben die Planer.
Schwieriger zu begrünen ist die schmale Wettergasse. Deshalb konzentriert sich der Entwurf auf die Wasserscheide, wo die Passanten in Zukunft unter einem Baum mit Grünflächen sitzen und einem Wasserspiel zuschauen können. Darüber hinaus gibt es viele Ideen zum Regenwassermanagement, Treppenplätzchen, Mülleinhausungen, Lichtstelen, Fahradstellplätzen, Sandstein und sicheren Wegen. Wer sich selbst ein Bild machen will, kann die Unterlagen unter www.marburg.de/wettbewerb-neugestaltung-oberstadt einsaehen.
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