Unsichtbar und unterschätzt: Unter unseren Füßen können sich bei Starkregen schnelle Fließwege bilden, die Hochwasser entscheidend mit verursachen.

Diese schnellen, unterirdischen Fließprozesse sind das Thema einer Forschungsgruppe, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit mehr als fünf Millionen Euro gefördert wird. Sprecher sind der Marburger Geographieprofessor Peter Chifflard sowie die Hydrologin Theresa Blume (Helmholtz-Zentrum für Geoforschung). Die Forschenden untersuchen die Rolle der unterirdischen Wasserbewegungen für Grundwasser, Fließgewässer, Hochwasser und Trinkwasserressourcen. Bei den Untersuchungen im Erzgebirge, im Schwarzwald, dem Sauerland und den Tuxer Alpen wird der unterirdische Abfluss mit 753 Grundwasserbeobachtungsrohren, 116 Pegelstationen entlang der Bäche sowie zwölf speziellen Hangeinschnitten analysiert. Mithilfe innovativer Mess- und Analysemethoden konnten mehr als 7.000 Boden- und mehr als 6.000 Wasserproben erfasst und ausgewertet werden. Dadurch können die unterirdischen Fließwege und Verweilzeiten von Wasser detailliert erfasst werden. „Unsere hydrologischen Ergebnisse liefern nicht nur neue Einblicke in unterirdische Abflussprozesse, sondern auch wertvolle Informationen für die Auswirkungen des Klimawandels“, sagt Peter Chifflard.

gec/kro

Bild mit freundlicher Genehmigung von Theresa Blume